Was du in diesem Beruf machst
Busfahrerinnen und Busfahrer im öffentlichen Nahverkehr fahren Linienbusse nach Fahrplan. Sie achten auf Sicherheit, helfen Fahrgästen, verkaufen Tickets und halten Kontakt zur Leitstelle.
Für den Beruf brauchst du den Führerschein Klasse D und eine Grundqualifikation nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz. Quereinsteiger machen meist die beschleunigte Grundqualifikation mit 140 Unterrichtsstunden und einer Prüfung bei der IHK. Alle fünf Jahre folgt eine Weiterbildung von 35 Stunden.
So sieht ein Arbeitstag aus
Dein Dienst beginnt am Betriebshof. Du meldest dich an, übernimmst deinen Bus und prüfst Licht, Türen, Spiegel und Bremsen. Dann fährst du deine Linie nach Fahrplan. An den Haltestellen hilfst du Menschen mit Rollator oder Kinderwagen und beantwortest Fragen. Manchmal verkaufst du Tickets oder kontrollierst Fahrkarten. Über Funk oder Bordrechner hältst du Kontakt zur Leitstelle. Bei Staus, Umleitungen oder Störungen bleibst du ruhig und informierst die Fahrgäste. Zwischen den Fahrten machst du Pausen an Endhaltestellen. Die Dienste wechseln zwischen frühem Morgen, Tag, Abend und Wochenende. Am Ende übergibst du den Bus und meldest Schäden.
Wo du arbeiten kannst
- Kommunale Verkehrsbetriebe und Stadtwerke
- Private Busunternehmen im Linienverkehr
- Regionalverkehrsgesellschaften
- Schülerverkehr und Fahrdienste
- Reise- und Fernbusunternehmen
Passt zu dir, wenn …
- du gern unterwegs bist und Menschen magst
- du Verantwortung für andere übernehmen willst
- du einen Job mit klaren Abläufen suchst
Eher nicht, wenn …
- dich Schichtdienst am frühen Morgen, abends und am Wochenende stört
- du in dichtem Verkehr schnell nervös wirst
So gelingt der Quereinstieg
Im Busverkehr arbeiten viele Quereinsteiger. In einer Umfrage des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen kamen 44 Prozent des Fahrpersonals aus branchenfremden Berufen. Viele Verkehrsbetriebe bilden selbst aus. Bei den Stadtwerken München dauert die Qualifizierung ohne Busführerschein etwa viereinhalb Monate, die Kosten trägt der Arbeitgeber. Die BVG zahlt schon in der Qualifizierung Gehalt nach Tarif. Hilfreich sind Fahrpraxis mit Transportern, ein Lkw-Führerschein oder Erfahrung im Kundenkontakt. Mit 50 oder 55 starten viele noch, solange die ärztliche Untersuchung passt. Rechne mit Schichtdienst und damit, dass du auch an Feiertagen fährst. Wer arbeitslos ist, kann die Qualifizierung oft mit Bildungsgutschein fördern lassen.
Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?
Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.
Was du mitbringen solltest
- Ruhe im Straßenverkehr
- Freundlichkeit und Geduld
- Verantwortungsbewusstsein
- Pünktlichkeit
Voraussetzungen für den Quereinstieg
- Führerschein Klasse B, bei vielen Betrieben seit mindestens zwei Jahren
- Mindestalter meist 21 Jahre
- Deutschkenntnisse meist auf Niveau B2
- Gesundheitliche Eignung und Bereitschaft zum Schichtdienst
Dein Weg in den Beruf
Dauer: ca. 4 bis 6 Monate für Führerschein D und beschleunigte Grundqualifikation, danach Einarbeitung auf den Linien
- 1Bei Verkehrsbetrieben nach Quereinstiegsprogrammen fragen
- 2Ärztliche Untersuchung und Sehtest für den Führerschein
- 3Führerschein D und beschleunigte Grundqualifikation mit IHK-Prüfung
- 4Einarbeitung auf den Linien, danach alle fünf Jahre Weiterbildung
Wovon du während des Umstiegs lebst
Tarifgehalt schon in der Qualifizierung
Viele Verkehrsbetriebe stellen Quereinsteiger fest ein und bilden sie selbst aus. Bei der BVG gibt es in der Qualifizierung Entgeltgruppe 4 nach TV-N Berlin, nach bestandener Prüfung rund 3.230 € plus Zulagen. Andere Betriebe zahlen je nach Tarif und Region unterschiedlich.
- Du verdienst von Anfang an Geld, weil du angestellt bist.
- Prüfe, ob das Einstiegsgehalt zu deinen Fixkosten passt. Vergleichswerte findest du im Entgeltatlas.
- Bietet der Betrieb Weiterbildung an, kann die Agentur für Arbeit Kurs und Lohn bezuschussen.
Passende Förderprogramme
Quelle: BVG Karriere: Busfahrer*in im Fahrdienst (abgerufen 23.10.2026). Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.
Was du nach dem Einstieg verdienst
Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.
Grundlage: KldB 52132 Bus- und Straßenbahnfahrer/innen, Fachkraft, Vollzeit, Deutschland (125.314 Beschäftigte). Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, zitiert nach entgeltatlas-online.de
Arbeitsmarkt und Zukunft
Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit
Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf die Engpassanalyse und die Arbeitslosenquote der Bundesagentur für Arbeit. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.
Laut Verband Deutscher Verkehrsunternehmen fehlen schon heute rund 20.000 Busfahrerinnen und Busfahrer. Jedes Jahr gehen etwa 6.000 Beschäftigte im Fahrdienst in Rente. Eine Auswertung des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung zeigt: 40 Prozent der Bus- und Straßenbahnfahrer sind 55 Jahre oder älter. Der Bedarf bleibt also hoch. Der Entgeltatlas nennt ein Medianentgelt von 3.733 € brutto. Autonome Busse werden getestet, ersetzen Fahrpersonal aber auf absehbare Zeit kaum.
Arbeitslosenquote
Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.
Stand: 2025. Quelle: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025 (5213 Bus-, Straßenbahnfahrer/innen, Fachkräfte, Gesamtwert 2,3); IW/KOFA-Studie 04/2026: Fachkräftelücke 2.953, 40,0 % der Beschäftigten 55 oder älter. Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit
Häufige Fragen
Wer bezahlt den Busführerschein für Quereinsteiger?
Viele Verkehrsbetriebe übernehmen die Kosten für Führerschein D und Grundqualifikation, wenn du bei ihnen anfängst. Oft bekommst du schon während der Ausbildung ein Gehalt. Manche Arbeitgeber verlangen dafür, dass du einige Zeit bleibst. Bist du arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht, kann die Arbeitsagentur die Qualifizierung mit einem Bildungsgutschein fördern. Dein Arbeitslosengeld läuft dann weiter.
Wie lange dauert es, Busfahrer zu werden?
Mit Führerschein B dauert die Qualifizierung meist vier bis sechs Monate. Sie besteht aus Fahrstunden für die Klasse D, der beschleunigten Grundqualifikation mit 140 Unterrichtsstunden und den Prüfungen. Bei den Stadtwerken München dauert der Weg etwa viereinhalb Monate. Wer schon einen Lkw-Führerschein hat, ist oft schneller. Danach folgt eine Einarbeitung auf den Linien.
Kann ich mit 50 noch Busfahrer werden?
Ja. Viele Verkehrsbetriebe stellen bewusst ältere Quereinsteiger ein. Wichtig ist die gesundheitliche Eignung. Für den Führerschein D brauchst du eine ärztliche Untersuchung und einen Sehtest, die du regelmäßig wiederholst. Lebenserfahrung hilft im Umgang mit Fahrgästen und in stressigen Verkehrslagen. Prüfe vorab, ob du mit wechselnden Schichten gut zurechtkommst.
Jobs in der Nähe
Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.
Weiterführende Informationen
- Entgeltatlas (via entgeltatlas-online.de): Bus- und Straßenbahnfahrer/innen
- BVG Karriere: Busfahrer*in im Fahrdienst
- Stadtwerke München: Als Fahrer*in einsteigen
- VDV: Deutschland-Umfrage Fahrpersonal ÖPNV
- BERUFENET: alle Berufe im Überblick
- Passende Kurse finden: mein NOW Weiterbildungssuche
Quellen und Stand der Daten
- Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, zitiert nach entgeltatlas-online.de. entgeltatlas-online.de/beruf/bus-und-strassenbahnfahrer-innen-52132
- Arbeitsmarkt: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025 (5213 Bus-, Straßenbahnfahrer/innen, Fachkräfte, Gesamtwert 2,3); IW/KOFA-Studie 04/2026: Fachkräftelücke 2.953, 40,0 % der Beschäftigten 55 oder älter. www.frauundberuf-bw.de/fileadmin/FuB-contentbilder/themen/2025_BA-FK-E…
- Einkommen im Umstieg: BVG Karriere: Busfahrer*in im Fahrdienst (abgerufen 23.10.2026). www.bvg.de/de/karriere/berufserfahrene/fahrdienst/busfahrer
- Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026
Seite zuletzt aktualisiert am .
Ähnliche Berufe
Berufskraftfahrerin / Berufskraftfahrer
Güter im Nah- und Fernverkehr sicher transportieren.
Mobilität & LogistikTriebfahrzeugführerin / Lokführer
Personen- und Güterzüge sicher steuern.
Mobilität & LogistikFahrdienstleiterin / Fahrdienstleiter
Im Stellwerk Weichen und Signale stellen und Züge sicher lenken.
