Mobilität & Logistik · Umschulung

Umschulung zur Fachkraft für Lagerlogistik

Berufsbezeichnung: Fachkraft für Lagerlogistik

Waren annehmen, lagern, kommissionieren und versenden.

Ohne Lager kommt kein Paket an und keine Maschine läuft. Fachkräfte für Lagerlogistik sorgen dafür, dass Waren am richtigen Ort sind. Der Einstieg ist leicht: Viele starten als Lagerhelfer mit Staplerschein. Mit einer Umschulung von rund zwei Jahren bekommst du den IHK-Abschluss und damit bessere Aufgaben und ein höheres Gehalt.

Lagerfachkraft in Warnweste mit Handscanner vor Hochregalen
Foto: Imagenes de unaihuizi
Quereinstiegsehr hoch
Qualifizierungca. 24 Monate
Gehalt (Median), brutto3.382 €
Bedarf & Zukunftmittel

Was du in diesem Beruf machst

Fachkräfte für Lagerlogistik nehmen Waren an, prüfen sie und lagern sie richtig ein. Sie stellen Aufträge zusammen, verpacken Sendungen und planen den Versand. Dabei arbeiten sie mit Scannern, Lagerverwaltungssoftware und Flurförderzeugen wie dem Gabelstapler.

Die Umschulung dauert in der Regel 24 Monate und endet mit der Prüfung vor der IHK. Kürzer ist der Weg zum Fachlageristen. Viele steigen auch direkt als Lagerhelfer mit Staplerschein ein und holen den Abschluss später nach, etwa über Teilqualifizierung in Modulen.

So sieht ein Arbeitstag aus

Dein Tag beginnt mit dem Schichtstart und einem kurzen Blick auf die Aufträge. Am Wareneingang lädst du Lieferungen ab, prüfst Menge und Zustand und buchst sie im System ein. Mit dem Stapler oder Hubwagen bringst du die Paletten an ihren Platz. Danach stellst du Bestellungen zusammen. Der Handscanner zeigt dir, was aus welchem Regal kommt. Du verpackst die Ware, druckst Etiketten und bereitest die Sendungen für die Spedition vor. Zwischendurch zählst du Bestände und meldest Fehlmengen. In großen Lagern arbeitest du im Team und im Schichtsystem. Du bist viel auf den Beinen und hebst auch schwere Teile.

Wo du arbeiten kannst

  • Logistikdienstleister und Speditionen
  • Lager von Industrie- und Handelsunternehmen
  • Versandzentren im Onlinehandel
  • Großhandel und Baustoffhandel
  • Krankenhäuser und Behörden mit eigenem Lager

Passt zu dir, wenn …

  • du gern anpackst und den ganzen Tag in Bewegung bist
  • du Ordnung und klare Abläufe magst
  • du schnell in einen festen Job einsteigen willst

Eher nicht, wenn …

  • du Rücken- oder Gelenkprobleme hast
  • du Schichtarbeit vermeiden willst

So gelingt der Quereinstieg

Viele Umsteiger starten als Lagerhelfer und machen zuerst den Staplerschein. So merkst du schnell, ob dir die Arbeit liegt. Den Berufsabschluss erreichst du über eine Umschulung von rund 24 Monaten mit Praxisphase im Betrieb. Die Kosten übernimmt oft die Arbeitsagentur. Wer schon im Lager arbeitet, kann den Abschluss in Modulen per Teilqualifizierung erwerben. Hilfreich sind Erfahrung aus Handel, Produktion oder Fahrdienst und ein Gespür für Ordnung. Mit 40 oder 50 ist der Einstieg gut möglich. Achte aber auf deine Gesundheit, denn Heben und langes Stehen gehören dazu. Mit Erfahrung kannst du in Wareneingang, Disposition oder Teamleitung wechseln, wo die Arbeit weniger körperlich ist.

Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?

sehr hoch
Dauer der Qualifizierunglang
Zugangsvoraussetzungenniedrig
Fachkräftebedarfkeine Einstufung
Einkommen während der Qualifizierungüber Förderung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.

Was du mitbringen solltest

  • Ordnung und Sorgfalt
  • Körperliche Belastbarkeit
  • Umgang mit Scanner und Software
  • Teamarbeit im Schichtbetrieb

Voraussetzungen für den Quereinstieg

  • Kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, Hauptschulabschluss hilfreich
  • Deutschkenntnisse, bei vielen Bildungsträgern Niveau B2
  • Gesundheitliche Eignung für Heben, Tragen und Stehen
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit

Dein Weg in den Beruf

Dauer: ca. 24 Monate Umschulung (Fachlagerist kürzer), Einstieg als Lagerhelfer nach wenigen Tagen Staplerkurs

  1. 1
    Einstieg als Lagerhelfer oder Praktikum in einem Lager
  2. 2
    Staplerschein in einem kurzen Lehrgang
  3. 3
    Umschulung oder Teilqualifizierung mit Bildungsgutschein
  4. 4
    Prüfung vor der IHK, optional später Fachwirt oder Meister Lagerwirtschaft

Wovon du während des Umstiegs lebst

FörderungALG + 150 € im Monat, Prämien 1.000 € und 1.500 €

Arbeitslosengeld + Weiterbildungsgeld

Mit Bildungsgutschein übernimmt die Arbeitsagentur die Lehrgangskosten. Dein Arbeitslosengeld läuft weiter, dazu kommen 150 € Weiterbildungsgeld im Monat. Für die bestandene Zwischenprüfung gibt es 1.000 €, für die Abschlussprüfung 1.500 €.

  • Mit Bildungsgutschein zahlt die Agentur für Arbeit den Kurs.
  • Dein Arbeitslosengeld läuft während der Weiterbildung weiter. Zwei Tage Weiterbildung verbrauchen nur einen Tag deines Anspruchs.
  • Bei einer Umschulung kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat dazu. Für bestandene Prüfungen gibt es 1.000 und 1.500 Euro.
  • Als Beschäftigte oder Beschäftigter bekommst du Förderung über deinen Arbeitgeber oder das Qualifizierungsgeld.

Passende Förderprogramme

Quelle: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.

Was du nach dem Einstieg verdienst

Median: 3.382 €Mittlere Hälfte: 2.861 € bis 4.075 €

Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.

Grundlage: KldB 51312 Berufe in der Lagerwirtschaft, Fachkraft, Vollzeit, Deutschland (378.157 Beschäftigte). Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, zitiert nach entgeltatlas-online.de

Arbeitsmarkt und Zukunft

Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit

mittel
Aktueller Bedarf an Fachkräftenmittel
Einstufung in der Engpassanalyse der BAkeine Einstufung
Zukunftssicherheitmittel
Risiko durch KI und Automatisierungmittel

Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf eine Einschätzung der Redaktion, weil die Bundesagentur für Arbeit diesen Beruf nicht eigens bewertet. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit arbeiten rund 378.000 Fachkräfte in Vollzeit in der Lagerwirtschaft. Ihr Medianentgelt liegt bei 3.382 € brutto. Als Engpassberuf führt die Bundesagentur das Lager nicht. Stellen gibt es trotzdem viele, weil Handel und Industrie auf Logistik angewiesen sind. Scanner, Lagersoftware und Roboter verändern die Arbeit. Wer die Technik bedienen kann und einen Abschluss hat, ist im Vorteil.

Arbeitslosenquote

Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.

Stand: 2024. Quelle: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2024: Lagerwirtschaft (5131) nicht unter den Engpassberufen geführt. Einstufung 2025 konnte nicht geprüft werden.. Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit

Häufige Fragen

Kann ich ohne Ausbildung im Lager arbeiten?

Ja. Als Lagerhelfer oder Kommissionierer kannst du ohne Abschluss starten. Viele Betriebe bilden dich vor Ort ein. Ein Staplerschein verbessert deine Chancen deutlich. Für bessere Bezahlung und mehr Verantwortung lohnt sich später der Abschluss als Fachlagerist oder Fachkraft für Lagerlogistik. Den kannst du über eine Umschulung oder Teilqualifizierung nachholen.

Wie lange dauert die Umschulung zur Fachkraft für Lagerlogistik?

Die Umschulung dauert meist 24 Monate in Vollzeit. Darin ist eine Praxisphase im Betrieb von mindestens sechs Monaten enthalten. Am Ende steht die Prüfung vor der IHK. Der Abschluss als Fachlagerist ist schneller erreichbar. Er lässt sich später zur Fachkraft ausbauen.

Wie viel verdient eine Fachkraft für Lagerlogistik?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median bei 3.382 € brutto im Monat in Vollzeit. Ein Viertel verdient weniger als 2.861 €, ein Viertel mehr als 4.075 €. Zuschläge für Nacht- und Wochenendschichten können das Einkommen erhöhen. Große Industriebetriebe mit Tarif zahlen meist mehr als kleine Lager.

Jobs in der Nähe

Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.

Weiterführende Informationen

Quellen und Stand der Daten

  1. Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, zitiert nach entgeltatlas-online.de. entgeltatlas-online.de/beruf/berufe-in-der-lagerwirtschaft-51312
  2. Arbeitsmarkt: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2024: Lagerwirtschaft (5131) nicht unter den Engpassberufen geführt. Einstufung 2025 konnte nicht geprüft werden.. www.vbw-bayern.de/Redaktion/Frei-zugaengliche-Medien/Abteilungen-GS/Bi…
  3. Einkommen im Umstieg: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. verwaltung.bund.de/leistungsverzeichnis/de/leistung/99007025017000
  4. Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026

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