Bahnberufe mit Qualifizierung

Quereinstieg bei der Deutschen Bahn und anderen Bahnen

Eisenbahnunternehmen bilden Quereinsteiger selbst aus. Bei der Deutschen Bahn bekommst du laut eigenen Angaben schon während der Qualifizierung volles Gehalt. Hier erfährst du, welche Berufe infrage kommen, was du mitbringen musst und wo die Haken liegen. Diese Seite ist ein unabhängiger Ratgeber, keine Seite der Deutschen Bahn.

Qualifizierungca. 2 bis 18 Monate, je nach Beruf
Bezahlungbei der DB volles Gehalt ab Tag 1
Mindestalter Lokführer20 Jahre (gesetzlich)
Höchstalterkeins laut DB

Diese Bahnberufe kannst du ohne Bahnausbildung lernen

Die bekanntesten Wege führen in den Führerstand, ins Stellwerk und in den Zug. Für diese Berufe findest du eigene Seiten mit Alltag, Voraussetzungen und Gehalt.

Die Deutsche Bahn bietet laut ihrem Karriereportal noch weitere Quereinstiege an. Einige davon brauchen nur einen Hauptschulabschluss:

  • Zugchefin oder Zugchef im Fernverkehr: 12 Monate. Gewünscht: Ausbildung, am besten im Service, und gutes Englisch.
  • Wagenmeisterin oder Wagenmeister: 12 Monate. Voraussetzung ist eine Metall-Ausbildung oder Erfahrung in der Fahrzeuginstandhaltung.
  • Lokrangierführerin oder Lokrangierführer: 7 bis 10 Monate, ab Hauptschulabschluss und 20 Jahren.
  • Rangierbegleiterin oder Rangierbegleiter: 3 bis 5 Monate, ab Hauptschulabschluss. Am Ende darfst du Wagen prüfen und Bremsproben machen.
  • Zugabfertigung am Bahnhof: etwa 2 Monate. Hier brauchst du eine abgeschlossene Ausbildung und Deutsch auf C1-Niveau.
  • Vegetationspflege am Gleis: etwa 6 Monate, montags bis freitags, ohne Schichtdienst.
  • Busfahrerin oder Busfahrer bei Busgesellschaften der DB: 3 bis 6 Monate, je nach Vorerfahrung.
  • Schon Elektronikerin, Mechatroniker oder Industriemechanikerin? Dann brauchst du kein Quereinstiegsprogramm. Bahnen suchen solche Fachkräfte auch für die Instandhaltung von Zügen und Anlagen. Mehr zum Elektroniker.

Vergleich: Qualifizierung, Bezahlung und Schicht

BerufQualifizierungGehalt während QualifizierungSchichtdienst
Lokführer/in Regionalverkehr (DB)9–12 Monatevolles Tarifgehaltja, unregelmäßig, ohne Übernachtung
Lokführer/in Güterverkehr (DB)12 Monatevolles Tarifgehaltja, teils mehrere Tage unterwegs
Lokführer/in Fernverkehr (DB)12–18 Monatevolles Tarifgehaltja, mit Hotelübernachtungen
Lokführer/in (eurobahn)ca. 11 MonateBildungsgutschein, kein Gehalt genanntja
Fahrdienstleiter/in (DB: Zugverkehrssteuerer)ca. 6–11 Monate, je nach Stellwerkvolles Tarifgehaltja, auch nachts und an Feiertagen
Zugbegleiter/in (DB: Kundenbetreuer im Nahverkehr)14 Wochenvolles Gehaltja
Zugbegleiter/in (eurobahn)ca. 6 MonateBildungsgutschein, kein Gehalt genanntja
Zugchef/in Fernverkehr (DB)12 Monatevolles Gehaltja, mit Übernachtungen
Wagenmeister/in (DB)12 Monatevolles Gehaltja, auch sonn- und feiertags
Vegetationspflege am Gleis (DB)ca. 6 Monatevolles Gehaltnein, Mo–Fr

Angaben laut Karriereseiten von DB und eurobahn, Stand Oktober 2026. Andere Unternehmen regeln Dauer und Bezahlung teils anders.

So läuft die Qualifizierung ab

Bei der Bahn heißt die Ausbildung für Quereinsteiger meist Funktionsausbildung. Sie ist kein Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Du lernst genau die Tätigkeit, für die du eingestellt wirst.

Bei der DB bist du von Anfang an fest angestellt und lernst in Vollzeit mit 39 Stunden pro Woche. Theorie wechselt sich mit Simulator und Praxis ab. Am Ende stehen schriftliche, mündliche und praktische Prüfungen. Laut DB darfst du eine Prüfung zweimal wiederholen. Danach wirst du fest übernommen, meist in der Nähe deines Wohnorts.

Andere Bahnen arbeiten oft mit Bildungsträgern. Bei eurobahn läuft die Qualifizierung zum Lokführer etwa 11 Monate, zum Zugbegleiter etwa 6 Monate. Sie wird über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit finanziert. Ein Gehalt nennt eurobahn für diese Zeit nicht. Bist du arbeitslos, läuft dann in der Regel dein Arbeitslosengeld weiter.

Voraussetzungen: Alter, Abschluss, Gesundheit

  • Alter: Für den Triebfahrzeugführerschein musst du laut Verordnung mindestens 20 Jahre alt sein. Ein Höchstalter gibt es bei der DB laut eigenen FAQ nicht.
  • Schulabschluss: Gesetzlich reicht für Lokführer ein Abschluss der Sekundarstufe I, also etwa ein Hauptschulabschluss. Die DB verlangt im Regionalverkehr eine abgeschlossene Ausbildung, im Fernverkehr eine gewerblich-technische Ausbildung oder ein Studium.
  • Fahrdienstleiter: Ausbildung in einem beliebigen Beruf, alternativ (Fach-)Abitur mit zwei Jahren Berufserfahrung oder vier Semester Studium.
  • Deutsch: Für die meisten Programme mindestens B2. Für Fahrdienstleiter und Zugabfertigung verlangt die DB C1.
  • Gesundheit: Vor dem Start prüfen Bahnarzt und Bahnpsychologe deine Eignung. Dabei geht es etwa um Sehen, Hören und Konzentration. Eine Brille ist erlaubt.
  • Zuverlässigkeit: Bei Lokführern dürfen laut DB höchstens drei Punkte im Fahreignungsregister stehen. Alkohol oder Drogen am Steuer schließen dich aus. Einen Pkw-Führerschein brauchst du nicht zwingend.
  • Schichtdienst: Fast alle Bahnberufe verlangen die Bereitschaft zu frühen, späten und nächtlichen Diensten, auch am Wochenende und an Feiertagen.

Gehalt nach Tarif: Was du erwarten kannst

Die DB nennt auf ihren Quereinstiegsseiten keine Euro-Beträge. Sie zahlt nach Tarif. Je nach Betrieb gelten Tarifverträge mit der EVG oder mit der GDL. Für Lokführer nannte DB Cargo rund 40.000 € brutto im Jahr schon während der Qualifizierung.

Zur Orientierung:

  • Lokführer: Median 4.251 € brutto im Monat in Vollzeit, Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Stand 2025.
  • Fahrdienstleiter: Median 3.958 € brutto, Entgeltatlas, Stand 2025.
  • eurobahn nach EVG-Tarif, Stand 01/2026: Lokführer 3.735 € bis 4.298 €, Zugbegleiter 3.166 € bis 3.517 € Tabellenentgelt im Monat, je nach Berufsjahren.
  • Zulagen kommen dazu. eurobahn nennt etwa 5,57 € pro Stunde am Sonntag, 7,36 € am Feiertag und 3,29 € in der Nacht.

Die Tarife steigen weiter. Der EVG-Abschluss mit der DB sieht 2,5 % mehr ab Juli 2026 vor. Schichtarbeitende bekommen ab Dezember 2026 zusätzlich eine jährliche Einmalzahlung von 2,6 %. Mit der GDL hat die DB 2,5 % ab August 2026 und weitere 2,5 % ab August 2027 vereinbart. Beide Verträge laufen bis Ende 2027.

Bewerbung: von der Stellenbörse bis zum ersten Kurstag

  1. 1
    Stelle wählen
    Bei der DB bewirbst du dich online über db.jobs für ein Programm in deiner Region. Laut DB geht das ohne Anschreiben. Bei anderen Bahnen schaust du auf deren Karriereseiten oder in der Jobbörse.
  2. 2
    Gespräch
    Im Vorstellungsgespräch geht es um Motivation, Schichtbereitschaft und Erfahrung. Frag nach Einsatzort, Dienstplänen und Gehalt in der Ausbildung.
  3. 3
    Eignung prüfen
    Nach einem positiven Gespräch folgt die bahnärztliche und bahnpsychologische Untersuchung. Bahnen und Bildungsträger setzen teils auch vorab einen Eignungstest ein. Einen festen Online-Einstellungstest nennt die DB für den Quereinstieg nicht.
  4. 4
    Qualifizierung
    Du lernst in Theorie, am Simulator und in der Praxis. Plane auch zu Hause feste Lernzeiten ein.
  5. 5
    Prüfung und Übernahme
    Nach bestandenen Prüfungen arbeitest du fest im neuen Beruf. Lokführer bekommen den europäischen Triebfahrzeugführerschein und eine Zusatzbescheinigung ihres Unternehmens.

Nicht nur die DB: andere Eisenbahnunternehmen

Im Regionalverkehr fahren viele Unternehmen, etwa eurobahn, Transdev oder National Express. Auch im Güterverkehr gibt es zahlreiche private Bahnen. Vergleiche die Angebote genau. Manche zahlen ab dem ersten Tag Gehalt, andere finanzieren die Qualifizierung über einen Bildungsgutschein. Frag, ob dein Arbeitsvertrag schon vor dem Kurs steht.

Ehrlich gesagt: Das spricht gegen einen Bahnberuf

  • Schichtdienst ist die Regel: früh, spät, nachts und am Wochenende. Feste Arbeitszeiten gibt es fast nur in der Vegetationspflege.
  • Im Fern- und Güterverkehr übernachtest du teils auswärts, manchmal mehrere Tage am Stück.
  • Die Qualifizierung ist dicht. In wenigen Monaten lernst du viele Regeln und Technik. Ohne Lernzeit am Abend wird es schwer.
  • Lokführer arbeiten meist allein. Auch belastende Ereignisse wie Unfälle an der Strecke gehören zu den Risiken.
  • Zugbegleiter erleben Konflikte mit verärgerten Fahrgästen, besonders bei Verspätungen.
  • Die Zusatzbescheinigung für Lokführer stellt dein Arbeitgeber aus. Sie gilt für die gelernten Fahrzeuge und Strecken. Wechselst du das Unternehmen, brauchst du eine neue.

Förderung: Wann der Bildungsgutschein hilft

Bezahlt dich die Bahn während der Ausbildung, brauchst du keine Förderung. Arbeitet eine Bahn mit Bildungsträgern, kann die Agentur für Arbeit die Kosten mit einem Bildungsgutschein übernehmen. Das gilt für Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit Bedrohte und seit 2025 auch für Menschen mit Grundsicherungsgeld. Weiterbildungsgeld und Prüfungsprämien gibt es für eine Funktionsausbildung in der Regel nicht, weil sie zu keinem anerkannten Berufsabschluss führt. Mehr unter Förderung.

Häufige Fragen

Wie werde ich Quereinsteiger bei der Deutschen Bahn?

Du bewirbst dich online über das Karriereportal der DB auf ein Quereinstiegsprogramm in deiner Region. Nach dem Vorstellungsgespräch folgt eine bahnärztliche und bahnpsychologische Untersuchung. Dann beginnt die Funktionsausbildung, bei der DB mit vollem Gehalt ab dem ersten Tag. Nach bestandenen Prüfungen wirst du fest übernommen.

Gibt es eine Altersgrenze für den Quereinstieg bei der Bahn?

Ein Höchstalter gibt es bei der DB laut eigenen FAQ nicht. Für Lokführer gilt gesetzlich ein Mindestalter von 20 Jahren. Entscheidend ist, ob du die Eignungsuntersuchung bestehst und Schichtdienst leisten kannst. Viele steigen mit Mitte 40 oder später um.

Was verdient man während der Umschulung bei der Deutschen Bahn?

Die DB zahlt laut ihren Quereinstiegsseiten ab dem ersten Tag volles Gehalt nach Tarif, bei Lokführern mit Schichtzulagen. Konkrete Beträge nennt sie dort nicht. DB Cargo nannte für Lokführer rund 40.000 € brutto im Jahr. Bei anderen Bahnen läuft die Qualifizierung teils über einen Bildungsgutschein ohne Gehalt.

Gibt es bei der Deutschen Bahn einen Einstellungstest für Quereinsteiger?

Für die Quereinstiegsprogramme beschreibt die DB keinen festen Online-Test. Wichtig ist die Eignungsuntersuchung beim Bahnarzt mit medizinischem und psychologischem Teil. Dort werden etwa Sehen, Hören und Konzentration geprüft. Andere Bahnen und Bildungsträger nutzen teils eigene Eignungstests.

Welcher Bahnberuf geht ohne Nachtschicht?

Die meisten Bahnberufe laufen im Schichtdienst, auch nachts und am Wochenende. Eine Ausnahme ist die Vegetationspflege am Gleis mit 40 Stunden von Montag bis Freitag. Die Zugabfertigung am Bahnhof läuft laut DB zwischen 5:45 und 22:15 Uhr, also ohne Nacht, aber mit Wochenenden.

Quellen

Stand 21.10.2026. Angaben ohne Gewähr.

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