Handwerk & Technik · Umschulung

Umschulung zum Zahntechniker

Berufsbezeichnung: Zahntechnikerin / Zahntechniker

Kronen, Brücken und Prothesen im Dentallabor anfertigen.

Zahntechnikerinnen und Zahntechniker fertigen Kronen, Brücken, Prothesen und Schienen nach den Vorgaben von Zahnärzten. Gearbeitet wird von Hand und zunehmend digital mit CAD/CAM und 3D-Druck. Eine Umschulung zum Zahntechniker dauert bei Bildungsträgern rund 24 Monate und endet mit der Gesellenprüfung. Die Bezahlung liegt deutlich unter dem Durchschnitt.

Zahntechniker bearbeitet ein Werkstück an seinem Arbeitsplatz
Foto: kadmy / Getty Images
Quereinstiegmittel
Qualifizierungca. 24 Monate
Gehalt (Median), brutto3.277 €
Bedarf & Zukunftmittel

Was du in diesem Beruf machst

Zahntechniker arbeiten im Dentallabor. Sie gießen Modelle aus Abdrücken oder nutzen digitale Scans. Daraus fertigen sie Zahnersatz aus Metall, Keramik oder Kunststoff. Viel Arbeit passiert am Bildschirm: Kronen werden am Computer konstruiert und von Fräsmaschinen oder 3D-Druckern gefertigt. Feinarbeit und Ästhetik bleiben Handarbeit.

Die duale Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Die Ausbildungsordnung von 2022 enthält digitale Fertigung als festen Bestandteil. Umschulungen dauern meist 24 Monate und enthalten mehrmonatige Praktika in Laboren. Die Gesellenprüfung legst du vor der Handwerkskammer ab. Mit Berufserfahrung kannst du dich zur Meisterin oder zum Meister weiterbilden.

So sieht ein Arbeitstag aus

Dein Arbeitsplatz ist ein heller Labortisch mit Lupe, Fräsen und Brenner. Morgens kommen Abdrücke und digitale Scans aus den Zahnarztpraxen. Du gießt ein Gipsmodell und planst eine Brücke am Computer. Während die Fräsmaschine läuft, schichtest du Keramik auf eine Krone und passt die Farbe an die Nachbarzähne an. Danach reparierst du eine Prothese, die eine Praxis als Eilauftrag geschickt hat. Die Arbeit verlangt eine ruhige Hand und viel Geduld. Du sitzt viel und arbeitest mit Staub, Hitze und Kunststoffen. Die Termine der Praxen geben den Takt vor, manchmal wird es eng.

Wo du arbeiten kannst

  • Gewerbliche Dentallabore
  • Praxislabore in Zahnarztpraxen
  • Dentalindustrie (Fräszentren, Hersteller)
  • Kieferorthopädische Labore
  • Fachberatung und Vertrieb

Passt zu dir, wenn …

  • du gern präzise mit den Händen arbeitest
  • dich Technik und digitale Fertigung reizen
  • du konzentriert in einem kleinen Team arbeiten willst

Eher nicht, wenn …

  • dir ein gutes Gehalt besonders wichtig ist

So gelingt der Quereinstieg

Der übliche Weg ist eine Umschulung von rund 24 Monaten bei einem Bildungsträger. Das Berufsförderungswerk Köln etwa verlangt keine fachlichen Vorkenntnisse, aber eine Arbeitserprobung vorab. Wichtig sind Fingerfertigkeit, gutes Sehen und räumliches Vorstellungsvermögen. Hilfreich sind Erfahrungen aus Feinmechanik, Goldschmiede, Modellbau, Kunsthandwerk oder Zahnarztpraxis. Mit 40 oder 50 ist der Einstieg möglich, wenn Augen und Hände mitmachen. Prüfe das ehrlich bei einem Praktikum im Labor. Plane auch das Gehalt realistisch. Viele Labore zahlen wenig, und Tarifverträge gibt es im Zahntechnikerhandwerk nicht. Mit Meistertitel oder Spezialisierung auf CAD/CAM verbesserst du deine Chancen.

Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?

mittel
Dauer der Qualifizierunglang
Zugangsvoraussetzungenniedrig
Fachkräftebedarfkeine Einstufung
Einkommen während der Qualifizierungüber Förderung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.

Was du mitbringen solltest

  • Ruhige Hand und Fingerfertigkeit
  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Sinn für Farben und Formen
  • Freude an Software und digitaler Fertigung

Voraussetzungen für den Quereinstieg

  • Hauptschulabschluss, besser mittlerer Abschluss
  • Gutes Sehvermögen und Farbsehen
  • Arbeitserprobung oder Eignungstest beim Bildungsträger
  • Deutschkenntnisse, bei manchen Trägern mindestens B1

Dein Weg in den Beruf

Dauer: ca. 24 Monate Umschulung mit Laborpraktika (reguläre Ausbildung: 3,5 Jahre); Abschluss mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer

  1. 1
    Praktikum in einem Dentallabor
  2. 2
    Beratung bei der Agentur für Arbeit, Bildungsgutschein klären
  3. 3
    Umschulung mit Laborpraktika (ca. 24 Monate)
  4. 4
    Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer, optional später Meisterschule

Wovon du während des Umstiegs lebst

FörderungALG + 150 € im Monat, Prämien 1.000 € und 1.500 €

Arbeitslosengeld + Weiterbildungsgeld

Mit Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Lehrgangskosten. Dein Arbeitslosengeld läuft weiter, dazu kommen 150 € Weiterbildungsgeld im Monat. Für bestandene Prüfungen gibt es Prämien von 1.000 € und 1.500 €.

  • Mit Bildungsgutschein zahlt die Agentur für Arbeit den Kurs.
  • Dein Arbeitslosengeld läuft während der Weiterbildung weiter. Zwei Tage Weiterbildung verbrauchen nur einen Tag deines Anspruchs.
  • Bei einer Umschulung kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat dazu. Für bestandene Prüfungen gibt es 1.000 und 1.500 Euro.
  • Als Beschäftigte oder Beschäftigter bekommst du Förderung über deinen Arbeitgeber oder das Qualifizierungsgeld.

Passende Förderprogramme

Quelle: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.

Was du nach dem Einstieg verdienst

Median: 3.277 €Mittlere Hälfte: 2.692 € bis 4.029 €

Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.

Grundlage: Vollzeitbeschäftigte, Deutschland, Median und Quartile. Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit

Arbeitsmarkt und Zukunft

Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit

mittel
Aktueller Bedarf an Fachkräftenmittel
Einstufung in der Engpassanalyse der BAkeine Einstufung
Zukunftssicherheitmittel
Risiko durch KI und Automatisierungmittel

Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf eine Einschätzung der Redaktion, weil die Bundesagentur für Arbeit diesen Beruf nicht eigens bewertet. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.

Zahnersatz wird weiter gebraucht, die Bezahlung ist aber schwach. In Sachsen waren es nur 2.598 €. Digitale Fertigung verändert den Beruf stark. Fräsen und Drucken übernehmen Maschinen. Gefragt bleiben Fachleute, die digital konstruieren und Ästhetik von Hand umsetzen. Meisterinnen und Meister kommen im Westen auf rund 4.248 €.

Arbeitslosenquote

Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.

Stand: –. Quelle: In der Fachkräfteengpassanalyse 2025 (PDF) nicht aufgeführt; Einstufung nicht verifizierbar. Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Umschulung zum Zahntechniker?

Die reguläre Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Umschulungen bei Bildungsträgern dauern meist 24 Monate, zum Beispiel am Berufsförderungswerk Köln. Dort sind etwa drei Viertel der Zeit praktisch. Mehrmonatige Praktika in Laboren gehören dazu. Am Ende legst du die Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer ab. Danach arbeitest du als Gesellin oder Geselle im Labor.

Kann ich mit 45 noch Zahntechniker werden?

Ja. Ein Höchstalter gibt es nicht. Entscheidend sind eine ruhige Hand, gute Augen und Geduld für feine Arbeit. Ein Praktikum im Labor zeigt dir schnell, ob das passt. Mit Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Kosten der Umschulung. Dein Arbeitslosengeld läuft weiter, dazu kommen 150 € Weiterbildungsgeld im Monat und Prämien für bestandene Prüfungen.

Wie viel verdient ein Zahntechniker?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median bei 3.277 € brutto im Monat in Vollzeit. Die mittlere Hälfte verdient zwischen 2.692 € und 4.029 €. Tarifverträge gibt es im Zahntechnikerhandwerk nicht. Mit Meistertitel steigt das Gehalt deutlich.

Jobs in der Nähe

Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.

Weiterführende Informationen

Quellen und Stand der Daten

  1. Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/2618
  2. Arbeitsmarkt: In der Fachkräfteengpassanalyse 2025 (PDF) nicht aufgeführt; Einstufung nicht verifizierbar. www.frauundberuf-bw.de/fileadmin/FuB-contentbilder/themen/2025_BA-FK-E…
  3. Einkommen im Umstieg: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. verwaltung.bund.de/leistungsverzeichnis/de/leistung/99007025017000
  4. Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026

Seite zuletzt aktualisiert am .

Ähnliche Berufe

Dieser Beruf erscheint auch in