Was du in diesem Beruf machst
Lokführerinnen und Lokführer fahren Regional-, Fern- oder Güterzüge. Sie prüfen das Fahrzeug, beachten Signale und reagieren auf Störungen.
Die Funktionsausbildung bezahlen meist die Eisenbahnunternehmen. Du bekommst während der Qualifizierung Gehalt. Sie dauert je nach Verkehrsart etwa 9 bis 18 Monate.
So sieht ein Arbeitstag aus
Deine Schicht beginnt im Depot oder am Bahnhof. Du meldest dich zum Dienst, liest aktuelle Anweisungen und Fahrplanänderungen und übernimmst dein Fahrzeug. Vor der Fahrt prüfst du Bremsen, Sicherheitseinrichtungen und Anzeigen. Dann fährst du deinen Umlauf nach Fahrplan, achtest auf Signale und Geschwindigkeiten und hältst Kontakt mit dem Fahrdienstleiter. Bei Störungen am Zug suchst du den Fehler und entscheidest ruhig, was zu tun ist. Im Regionalverkehr bist du meist allein im Führerstand und abends zu Hause. Im Güter- und Fernverkehr bist du auch über Nacht unterwegs. Deine Dienste liegen früh, spät, nachts und am Wochenende.
Wo du arbeiten kannst
- Deutsche Bahn (Regio, Fernverkehr, Cargo)
- Private Eisenbahnverkehrsunternehmen im Regionalverkehr
- Güterbahnen und Logistikunternehmen
- S-Bahn-Betriebe
- Industrie- und Hafenbahnen
Passt zu dir, wenn …
- du Gehalt ab dem ersten Tag brauchst
- du Technik magst
Eher nicht, wenn …
- du feste Arbeitszeiten brauchst
So gelingt der Quereinstieg
Der Weg führt über eine Bewerbung bei einem Eisenbahnunternehmen. Nach dem Vorstellungsgespräch folgt eine bahnärztliche und bahnpsychologische Untersuchung. Danach beginnt die Funktionsausbildung im Kurs mit fester Übernahmezusage. Viele Unternehmen erwarten eine abgeschlossene Berufsausbildung, am liebsten im technischen Bereich. Hilfreich sind Konzentration, Technikverständnis und Erfahrung mit Schichtarbeit. Arbeitsagenturen fördern die Ausbildung bei Arbeitslosen teils mit Bildungsgutschein, laut Branche aber zurückhaltend. Mit 40 oder 50 ist der Umstieg gut möglich. Rund 40 Prozent der Lokführer sind schon über 50, Erfahrung ist also normal. Rechne mit einem anspruchsvollen Lernpensum und unregelmäßigen Diensten auch nach der Ausbildung.
Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?
Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.
Was du mitbringen solltest
- Konzentration
- Technisches Verständnis
- Verantwortungsbewusstsein
- Ruhe in Ausnahmesituationen
Voraussetzungen für den Quereinstieg
- Je nach Unternehmen abgeschlossene Berufsausbildung (oft gewerblich-technisch), im Güterverkehr teils Hauptschulabschluss
- Mindestalter meist 20 Jahre
- Deutsch mindestens auf Niveau B2
- Bahnärztliche und bahnpsychologische Eignung
- Bereitschaft zum Schichtdienst, auch am Wochenende
Dein Weg in den Beruf
Dauer: 9–18 Monate, je nach Verkehrsart
- 1Bewerbung bei einem Eisenbahnunternehmen
- 2Vorstellungsgespräch und bahnärztliche und -psychologische Eignungsuntersuchung
- 3Funktionsausbildung mit Gehalt (Theorie, Simulator, Lernfahrten)
- 4Theoretische und praktische Prüfung
- 5Europäischer Triebfahrzeugführerschein und Zusatzbescheinigung des Unternehmens
Wovon du während des Umstiegs lebst
Volles Gehalt während der Qualifizierung
Eisenbahnunternehmen stellen dich ein und bezahlen die Funktionsausbildung. Bei der DB gibt es vom ersten Tag an tarifliches Gehalt mit Schichtzulagen. DB Cargo nennt rund 40.000 € im Jahr während der Qualifizierung.
- Du verdienst von Anfang an Geld, weil du angestellt bist.
- Prüfe, ob das Einstiegsgehalt zu deinen Fixkosten passt. Vergleichswerte findest du im Entgeltatlas.
- Bietet der Betrieb Weiterbildung an, kann die Agentur für Arbeit Kurs und Lohn bezuschussen.
Passende Förderprogramme
Quelle: DB Cargo: Lokführer Quereinstieg; db.jobs. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.
Was du nach dem Einstieg verdienst
Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.
Grundlage: KldB 52202, Vollzeitbeschäftigte, Deutschland, alle Altersgruppen, Median und Quartile. Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit
Arbeitsmarkt und Zukunft
Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit
Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf die Engpassanalyse und die Arbeitslosenquote der Bundesagentur für Arbeit. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.
Viele Lokführer gehen in den nächsten Jahren in Rente. Laut Allianz pro Schiene sind rund 40 Prozent über 50 Jahre alt. Die Branche nennt einen Bedarf von 5.000 bis 10.000 neuen Lokführern pro Jahr. Die Bundesagentur führt den Beruf in der Engpassanalyse 2025 nicht als Engpassberuf. Das Medianentgelt liegt bei 4.251 € brutto plus Zulagen. Automatisiertes Fahren kommt nur langsam.
Arbeitslosenquote
Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.
Stand: 2025. Quelle: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025 (Triebfahrzeugführer nicht unter den Engpassberufen); früher 'unter Beobachtung' laut Allianz pro Schiene. Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit
Häufige Fragen
Kann ich mit 45 noch Lokführer werden?
Ja. Die Bahnunternehmen nennen ein Mindestalter, aber kein Höchstalter. Entscheidend sind die bahnärztliche und psychologische Eignung. Viele Umsteiger beginnen mit Mitte 40 oder später. Rund 40 Prozent der Lokführer sind über 50 Jahre alt. Wichtig ist, dass du dich auf Schichtdienst und ein intensives Lernjahr einlassen kannst.
Was verdient man als Lokführer während der Umschulung?
Bei den großen Eisenbahnunternehmen bist du während der Funktionsausbildung fest angestellt. Die DB zahlt laut eigener Seite vom ersten Tag an volles tarifliches Gehalt mit Schichtzulagen. DB Cargo nennt rund 40.000 € brutto im Jahr während der Qualifizierung. Bei anderen Unternehmen können die Beträge abweichen. Frag im Bewerbungsgespräch nach.
Welche Voraussetzungen brauche ich als Quereinsteiger für den Lokführer?
Meist brauchst du eine abgeschlossene Berufsausbildung, im Güterverkehr reicht teils ein Hauptschulabschluss. Du solltest mindestens 20 Jahre alt sein und gut Deutsch sprechen. Dazu kommen eine bahnärztliche und eine psychologische Untersuchung. Gutes Sehen und Hören sind wichtig, eine Brille ist erlaubt. Einen Pkw-Führerschein brauchst du nicht zwingend.
Jobs in der Nähe
Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.
Weiterführende Informationen
- DB Jobs: Quereinstieg als Lokführer:in
- DB Cargo: Lokführer Quereinstieg
- Allianz pro Schiene: Positionspapier Quereinstieg Triebfahrzeugführer
- BERUFENET: alle Berufe im Überblick
- Passende Kurse finden: mein NOW Weiterbildungssuche
Quellen und Stand der Daten
- Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/136200
- Arbeitsmarkt: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025 (Triebfahrzeugführer nicht unter den Engpassberufen); früher 'unter Beobachtung' laut Allianz pro Schiene. bahnblogstelle.com/214384/allianz-pro-schiene-lokfuehrer-muss-als-engp…
- Einkommen im Umstieg: DB Cargo: Lokführer Quereinstieg; db.jobs. www.dbcargo.com/rail-de-de/leistungen/qualifizierung-bahnberufe/lokfue…
- Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026
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