Natur & Tiere · Umschulung

Umschulung zum Forstwirt

Berufsbezeichnung: Forstwirtin / Forstwirt

Wald pflegen, Bäume pflanzen und Holz sicher ernten.

Forstwirtinnen und Forstwirte pflanzen junge Bäume, pflegen den Wald und fällen Holz mit Motorsäge und Maschinen. Sie arbeiten fast immer draußen, bei jedem Wetter. Eine Umschulung zum Forstwirt dauert meist zwei Jahre und läuft in einem Forstbetrieb mit Berufsschule und Lehrgängen. Durch Trockenheit und Schädlinge gibt es im Wald viel zu tun.

Forstarbeiter befestigt einen Fledermauskasten an einem Pfahl im Wald
Foto: Robert Kneschke
Quereinstiegmittel
Qualifizierungca. 24 Monate
Gehalt, bruttoTarif ab 3.074 €
Bedarf & Zukunfthoch

Was du in diesem Beruf machst

Forstwirte setzen um, was Förster planen. Sie pflanzen Setzlinge, schützen sie mit Zäunen, pflegen junge Bestände und fällen Bäume. Sie arbeiten mit Motorsäge, Freischneider und Seilwinde. Auch Wege, Gräben und Erholungseinrichtungen halten sie instand. Die Arbeit ist körperlich schwer und gefährlich. Sicherheit hat deshalb in Ausbildung und Alltag einen hohen Stellenwert.

Die reguläre Ausbildung dauert drei Jahre. Mit abgeschlossener Berufsausbildung oder Fachhochschulreife lässt sie sich auf zwei Jahre verkürzen. Ausbildungsbetriebe sind vor allem Landesforstbetriebe, Kommunen und private Forstbetriebe. Im öffentlichen Dienst der Länder gilt der Tarifvertrag TV-Forst. Wer dort mit Abschluss arbeitet, startet in Entgeltgruppe 5. Mit Maschinen wie Harvester oder Forstschlepper geht es höher.

So sieht ein Arbeitstag aus

Dein Arbeitstag beginnt früh, oft um sieben Uhr am Treffpunkt im Revier. Im Team fahrt ihr zur Fläche, die der Förster ausgewiesen hat. Im Frühjahr pflanzt ihr junge Eichen oder Douglasien und baut Zäune gegen Wildverbiss. Im Sommer schneidest du Kulturen frei. Im Winter steht die Holzernte an. Du fällst Bäume mit der Motorsäge, entastest sie und rückst sie mit der Seilwinde an den Weg. Vor jeder Fällung prüfst du Fallrichtung, Rückweiche und Gefahren wie Totholz. Pausen machst du im Bauwagen. Regen, Kälte und Hitze gehören dazu. Abends wartest du Säge und Werkzeug.

Wo du arbeiten kannst

  • Landesforstbetriebe und Forstämter
  • Kommunale Forstbetriebe
  • Private Forstbetriebe und Waldbesitzer
  • Forstunternehmen und Lohnunternehmen
  • Nationalparks und Naturschutzverwaltungen
  • Garten- und Landschaftsbau

Passt zu dir, wenn …

  • du lieber im Wald arbeitest als im Büro
  • du körperlich fit bist und Regen und Kälte dir wenig ausmachen
  • du sehen willst, was du mit deinen Händen geschafft hast

Eher nicht, wenn …

  • du Rücken- oder Gelenkprobleme hast
  • dir Arbeit mit gefährlichen Maschinen unangenehm ist

So gelingt der Quereinstieg

Der Weg führt über eine Umschulung oder verkürzte Ausbildung in einem Forstbetrieb. Plätze sind begrenzt, viele Landesforsten bilden nur wenige Menschen pro Jahr aus. Bewirb dich deshalb früh und frag auch kommunale und private Betriebe. Hilfreich sind Erfahrungen aus Garten- und Landschaftsbau, Landwirtschaft, Bau oder handwerklichen Berufen. Ein Motorsägenschein und ein Führerschein der Klasse T oder CE sind ein Plus. Mit 40 ist der Wechsel gut machbar, wenn du fit bist. Mit 50 solltest du ehrlich prüfen, ob dein Körper die schwere Arbeit noch viele Jahre mitmacht. Ein Praktikum bei der Holzernte zeigt dir schnell, ob es passt.

Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?

mittel
Dauer der Qualifizierunglang
Zugangsvoraussetzungenniedrig
Fachkräftebedarfkeine Einstufung
Einkommen während der Qualifizierungüber Förderung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.

Was du mitbringen solltest

  • Körperliche Fitness und Ausdauer
  • Sicherheitsbewusstsein im Umgang mit Motorsäge und Maschinen
  • Freude an Arbeit im Freien bei jedem Wetter
  • Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit

Voraussetzungen für den Quereinstieg

  • Kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, meist wird ein Hauptschulabschluss erwartet
  • Gute Gesundheit und körperliche Belastbarkeit
  • Umschulungs- oder Ausbildungsplatz in einem anerkannten Forstbetrieb
  • Führerschein hilfreich, für Maschinen oft Pflicht

Dein Weg in den Beruf

Dauer: ca. 24 Monate als Umschulung oder verkürzte Ausbildung in einem Forstbetrieb (reguläre Ausbildung: 3 Jahre); Verkürzung auf 2 Jahre mit abgeschlossener Berufsausbildung oder Fachhochschulreife möglich

  1. 1
    Praktikum in einem Forstbetrieb, am besten in der Holzernte-Saison
  2. 2
    Beratung bei der Agentur für Arbeit zu Bildungsgutschein und Umschulung
  3. 3
    Umschulung oder verkürzte Ausbildung mit Abschlussprüfung
  4. 4
    Später möglich: Forstwirtschaftsmeister nach zwei Jahren Praxis

Wovon du während des Umstiegs lebst

FörderungALG + 150 € im Monat, Prämien 1.000 € und 1.500 €

Arbeitslosengeld + Weiterbildungsgeld

Mit Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Kosten einer Umschulung im Forstbetrieb. Dein Arbeitslosengeld läuft weiter, dazu kommen 150 € Weiterbildungsgeld im Monat. Für bestandene Prüfungen gibt es Prämien von 1.000 € und 1.500 €.

  • Mit Bildungsgutschein zahlt die Agentur für Arbeit den Kurs.
  • Dein Arbeitslosengeld läuft während der Weiterbildung weiter. Zwei Tage Weiterbildung verbrauchen nur einen Tag deines Anspruchs.
  • Bei einer Umschulung kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat dazu. Für bestandene Prüfungen gibt es 1.000 und 1.500 Euro.
  • Als Beschäftigte oder Beschäftigter bekommst du Förderung über deinen Arbeitgeber oder das Qualifizierungsgeld.

Passende Förderprogramme

Quelle: § 87a SGB III; Bundesagentur für Arbeit: Bildungsgutschein. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.

Was du nach dem Einstieg verdienst

Tarifspanne: 3.074 € bis 3.720 €

Die Spanne reicht von der ersten bis zur höchsten Erfahrungsstufe, ohne Zuschläge. Bei Arbeitgebern ohne Tarifbindung kann das Gehalt abweichen.

Grundlage: TV-Forst der Länder, Entgeltgruppe 5 (Forstwirt mit Abschluss), Stufe 1 bis 6, Vollzeit; Tabelle 02/2025 (2.973,97 € bis 3.618,92 €) plus 2,8 %, mindestens 100 €, ab 01.04.2026, eigene Berechnung; zzgl. Forstzulage. Kommunen nach TVöD EG 5: 3.124 € bis 3.783 € (ab 05/2026). Stand: ab 01.04.2026 (berechnet). Quelle: TV-Forst-Entgelttabelle (oeffentlichen-dienst.de); IG BAU Tarifergebnis TV-Forst vom 11.05.2026; Eingruppierung nach Anlage A TV-Forst (TdL); TVöD-Werte laut kommunalforum.de

Arbeitsmarkt und Zukunft

Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit

hoch
Aktueller Bedarf an Fachkräftenhoch
Einstufung in der Engpassanalyse der BAkeine Einstufung
Zukunftssicherheithoch
Risiko durch KI und Automatisierungniedrig

Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf eine Einschätzung der Redaktion, weil die Bundesagentur für Arbeit diesen Beruf nicht eigens bewertet. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.

Der Wald steht unter Druck. Laut Waldzustandserhebung 2025 hatten nur 21 Prozent der Bäume eine volle Krone, 35 Prozent zeigten deutliche Schäden. Geschädigte Flächen müssen geräumt und neu bepflanzt werden, Wälder werden mit klimafesten Baumarten umgebaut. Dafür braucht es Fachkräfte vor Ort. In der Fachkräfteengpassanalyse 2025 der Bundesagentur wird die Forstwirtschaft nicht gesondert ausgewiesen. Maschinen übernehmen mehr Holzernte, Pflanzung und Pflege bleiben Handarbeit.

Arbeitslosenquote

Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.

Stand: 2025. Quelle: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025: Forstwirtschaft im veröffentlichten Bericht nicht ausgewiesen, Einstufung nicht ermittelbar. Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Umschulung zum Forstwirt?

Meist zwei Jahre. Die reguläre Ausbildung dauert drei Jahre. Wer schon eine Berufsausbildung oder die Fachhochschulreife hat, kann auf zwei Jahre verkürzen. Die praktische Ausbildung findet im Forstbetrieb statt, dazu kommen Berufsschule und überbetriebliche Lehrgänge, etwa zur Motorsäge. Am Ende steht die Abschlussprüfung vor der zuständigen Stelle, meist bei der Landwirtschaftskammer oder Forstverwaltung des Landes.

Was verdient ein Forstwirt?

Bei den Landesforsten gilt der TV-Forst. Forstwirte mit Abschluss sind in Entgeltgruppe 5 eingruppiert. Nach der Tariferhöhung vom April 2026 sind das rechnerisch rund 3.074 € bis 3.720 € brutto im Monat in Vollzeit, je nach Erfahrungsstufe. Dazu kommt eine Forstzulage. Wer Harvester oder Forstschlepper fährt, kann in Gruppe 6 bis 8 aufsteigen. Private Betriebe zahlen teils weniger.

Kann ich mit 45 noch Forstwirt werden?

Ja, eine Altersgrenze gibt es nicht. Die Agentur für Arbeit kann eine Umschulung auch mit 45 oder 50 fördern. Entscheidend ist deine Gesundheit. Die Arbeit ist schwer, du trägst Schutzausrüstung und Werkzeug durch unwegsames Gelände. Viele Betriebe achten bei Bewerbern genau auf die Belastbarkeit. Mach vorher ein Praktikum und lass dich ärztlich untersuchen. Später ist ein Wechsel auf Maschinen oder in den Naturschutz möglich.

Jobs in der Nähe

Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.

Weiterführende Informationen

Quellen und Stand der Daten

  1. Gehalt: TV-Forst-Entgelttabelle (oeffentlichen-dienst.de); IG BAU Tarifergebnis TV-Forst vom 11.05.2026; Eingruppierung nach Anlage A TV-Forst (TdL); TVöD-Werte laut kommunalforum.de. oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/tv-forst.html
  2. Arbeitsmarkt: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025: Forstwirtschaft im veröffentlichten Bericht nicht ausgewiesen, Einstufung nicht ermittelbar. www.frauundberuf-bw.de/fileadmin/FuB-contentbilder/themen/2025_BA-FK-E…
  3. Einkommen im Umstieg: § 87a SGB III; Bundesagentur für Arbeit: Bildungsgutschein. www.arbeitsagentur.de/karriere-und-weiterbildung/bildungsgutschein
  4. Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026

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