Natur & Tiere · Umschulung

Quereinstieg als Tiermedizinische Fach­angestellte

Berufsbezeichnung: Tiermedizinische Fachangestellte / Tiermedizinischer Fachangestellter

Tierärzte bei Behandlung, OP, Labor und Organisation unterstützen.

Tiermedizinische Fachangestellte, früher Tierarzthelferin genannt, assistieren in Tierarztpraxen und Tierkliniken bei Untersuchungen und Operationen. Sie betreuen Tierhalter, arbeiten im Labor und organisieren die Praxis. Der Quereinstieg als Tierarzthelferin gelingt meist über eine Umschulung von etwa zwei Jahren. Die Prüfung legst du vor der Tierärztekammer ab.

Tiermedizinische Fachangestellte umarmt einen Hund in der Tierarztpraxis
Foto: herraez
Quereinstiegmittel
Qualifizierungca. 24 Monate
Gehalt (Median), brutto2.942 €
Bedarf & Zukunfthoch

Was du in diesem Beruf machst

Tiermedizinische Fachangestellte halten Tiere bei der Untersuchung fest, bereiten Spritzen und Instrumente vor und assistieren bei Operationen und Narkosen. Sie röntgen, nehmen Blut ab und werten Proben im Labor aus. Am Empfang vergeben sie Termine, beraten Tierhalter und rechnen Behandlungen ab.

Die reguläre Ausbildung ist dual und dauert drei Jahre. Eine Umschulung dauert in der Regel zwei Jahre. Sie läuft entweder direkt in einer Tierarztpraxis mit Umschulungsvertrag oder über einen Bildungsträger mit Praktikum. Zuständig für Verträge und Prüfungen ist die Tierärztekammer deines Bundeslandes. Mit Berufserfahrung sind Fortbildungen möglich, etwa in Praxismanagement oder OP-Assistenz.

So sieht ein Arbeitstag aus

Morgens bereitest du den OP vor. Eine Katze wird kastriert, du überwachst die Narkose und reichst Instrumente. Danach beginnt die Sprechstunde. Du hältst einen nervösen Hund fest, während die Tierärztin ihn impft, und erklärst der Halterin, wie sie Tabletten geben soll. Zwischendurch wertest du Blutproben im Labor aus und röntgst ein Kaninchen. Am Empfang klingelt ständig das Telefon. Du vergibst Termine, schätzt ein, was dringend ist, und rechnest ab. Am Ende des Tages reinigst und sterilisierst du die Instrumente. Die Arbeit ist abwechslungsreich und manchmal belastend, etwa wenn ein Tier eingeschläfert wird. In vielen Praxen gehören Notdienste dazu.

Wo du arbeiten kannst

  • Tierarztpraxen für Kleintiere
  • Tierkliniken
  • Gemischt- und Großtierpraxen
  • Veterinärämter
  • Forschungseinrichtungen und Labore
  • Tierheime

Passt zu dir, wenn …

  • du Tiere magst und auch in hektischen Momenten ruhig bleibst
  • du praktisch arbeiten und viel Kontakt mit Menschen haben willst
  • du medizinisch interessiert bist

Eher nicht, wenn …

  • du Blut, Gerüche oder das Einschläfern von Tieren schwer erträgst
  • du ein hohes Gehalt erwartest

So gelingt der Quereinstieg

Für die Umschulung gibt es keine besonderen schulischen Voraussetzungen. Wichtig sind Freude am Umgang mit Tieren und Menschen, Belastbarkeit und kein Problem mit Blut. Die Umschulung dauert meist 24 Monate. Am besten startest du mit einem Praktikum in einer Tierarztpraxis. Manche Praxen schließen danach einen Umschulungsvertrag mit dir, der bei der Tierärztekammer eingetragen wird. Die Agentur für Arbeit kann die Kosten mit Bildungsgutschein übernehmen. Hilfreich sind Erfahrungen als Medizinische Fachangestellte, in der Pflege, im Tierheim oder mit eigenen Tieren. Mit 40 oder 50 ist der Einstieg möglich. Rechne mit körperlicher Arbeit, etwa beim Halten großer Hunde, und mit Notdiensten.

Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?

mittel
Dauer der Qualifizierunglang
Zugangsvoraussetzungenniedrig
Fachkräftebedarfkeine Einstufung
Einkommen während der Qualifizierungüber Förderung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.

Was du mitbringen solltest

  • Ruhiger, sicherer Umgang mit Tieren
  • Freundlich mit Tierhaltern kommunizieren
  • Belastbarkeit und kein Problem mit Blut
  • Sorgfalt bei Hygiene und Labor

Voraussetzungen für den Quereinstieg

  • Kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben (Praxen erwarten meist mindestens Hauptschulabschluss)
  • Praktikum in einer Tierarztpraxis
  • Impfschutz, etwa gegen Tetanus

Dein Weg in den Beruf

Dauer: ca. 24 Monate Umschulung (reguläre Ausbildung: 3 Jahre), Abschlussprüfung vor der Tierärztekammer

  1. 1
    Praktikum in einer Tierarztpraxis oder Tierklinik
  2. 2
    Beratung bei der Agentur für Arbeit zum Bildungsgutschein
  3. 3
    Umschulung in der Praxis oder beim Bildungsträger (ca. 24 Monate)
  4. 4
    Abschlussprüfung vor der Tierärztekammer

Wovon du während des Umstiegs lebst

FörderungALG + 150 € im Monat, Prämien 1.000 € und 1.500 €

Arbeitslosengeld + Weiterbildungsgeld

Mit Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Lehrgangskosten. Dein Arbeitslosengeld läuft weiter, dazu kommen 150 € Weiterbildungsgeld im Monat. Für die bestandene Zwischenprüfung gibt es 1.000 €, für die Abschlussprüfung vor der Tierärztekammer 1.500 €.

  • Mit Bildungsgutschein zahlt die Agentur für Arbeit den Kurs.
  • Dein Arbeitslosengeld läuft während der Weiterbildung weiter. Zwei Tage Weiterbildung verbrauchen nur einen Tag deines Anspruchs.
  • Bei einer Umschulung kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat dazu. Für bestandene Prüfungen gibt es 1.000 und 1.500 Euro.
  • Als Beschäftigte oder Beschäftigter bekommst du Förderung über deinen Arbeitgeber oder das Qualifizierungsgeld.

Passende Förderprogramme

Quelle: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.

Was du nach dem Einstieg verdienst

Median: 2.942 €Mittlere Hälfte: 2.602 € bis 3.369 €

Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.

Grundlage: KldB 81142 Tiermedizinische Fachangestellte, Fachkraft, Vollzeit, Deutschland (11.224 Beschäftigte). Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, zitiert nach entgeltatlas-online.de

Arbeitsmarkt und Zukunft

Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit

hoch
Aktueller Bedarf an Fachkräftenhoch
Einstufung in der Engpassanalyse der BAkeine Einstufung
Zukunftssicherheithoch
Risiko durch KI und Automatisierungniedrig

Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf eine Einschätzung der Redaktion, weil die Bundesagentur für Arbeit diesen Beruf nicht eigens bewertet. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.

Tierarztpraxen suchen regelmäßig Personal. Das Medianentgelt liegt laut Entgeltatlas bei 2.942 € brutto und damit eher niedrig. Die Tarifpartner bpt und vmf haben für 2026 Erhöhungen vereinbart, die aber nur bei Tarifbindung gelten. Mit Fortbildung auf Spezialistenniveau liegt der Median bei 3.568 €. KI hilft bei Terminvergabe und Diagnostik. Die Arbeit am Tier bleibt Handarbeit, deshalb ist das Risiko gering.

Arbeitslosenquote

Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.

Stand: 2025. Quelle: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025: im Bericht keine Angabe für Tiermedizinische Fachangestellte. Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit

Häufige Fragen

Ist ein Quereinstieg als Tierarzthelferin möglich?

Ja, meist über eine Umschulung zur Tiermedizinischen Fachangestellten. Sie dauert in der Regel zwei Jahre. Du lernst entweder direkt in einer Praxis mit Umschulungsvertrag oder bei einem Bildungsträger mit Praktikum. Die Abschlussprüfung legst du vor der Tierärztekammer ab. Ohne Abschluss arbeiten manche als Praxishilfe, übernehmen dann aber weniger Aufgaben und verdienen weniger.

Zahlt die Agentur für Arbeit die Umschulung zur TFA?

Das ist möglich. Mit Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Lehrgangskosten bei einem zugelassenen Bildungsträger. Während der Umschulung bekommst du weiter Arbeitslosengeld und 150 € Weiterbildungsgeld im Monat. Für bestandene Prüfungen gibt es Prämien. Bei einer Umschulung direkt in der Praxis wird die Vergütung im Vertrag geregelt. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht.

Wie viel verdient eine Tiermedizinische Fachangestellte?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median bei 2.942 € brutto im Monat in Vollzeit. Die mittlere Hälfte verdient zwischen 2.602 € und 3.369 €. Mit Fortbildungen auf Spezialistenniveau liegt der Median bei 3.568 €. In Ämtern und Hochschulen gilt oft der Tarif des öffentlichen Dienstes. Private Praxen ohne Tarifbindung zahlen teils weniger.

Jobs in der Nähe

Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.

Weiterführende Informationen

Quellen und Stand der Daten

  1. Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, zitiert nach entgeltatlas-online.de. entgeltatlas-online.de/beruf/tiermedizinische-fachangestellte-81142
  2. Arbeitsmarkt: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025: im Bericht keine Angabe für Tiermedizinische Fachangestellte. www.frauundberuf-bw.de/fileadmin/FuB-contentbilder/themen/2025_BA-FK-E…
  3. Einkommen im Umstieg: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. verwaltung.bund.de/leistungsverzeichnis/de/leistung/99007025017000
  4. Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026

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