Was du in diesem Beruf machst
Elektronikerinnen und Elektroniker planen und installieren Stromversorgung, Beleuchtung, Ladestationen und Gebäudesteuerung. Sie prüfen Anlagen und beheben Störungen.
Die Umschulung ist um ein Drittel kürzer als die dreieinhalbjährige Erstausbildung und endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Wer schon im Betrieb arbeitet, kann den Abschluss auch Schritt für Schritt über Teilqualifizierung und eine Externenprüfung erreichen.
So sieht ein Arbeitstag aus
Dein Tag beginnt meist im Betrieb. Du lädst Material ins Fahrzeug und fährst mit deinem Team zur Baustelle oder zum Kunden. Dort verlegst du Leitungen, setzt Schalter und Steckdosen und baust Verteiler auf. In Neubauten arbeitest du oft im Rohbau, bei Sanierungen in bewohnten Häusern. Dazu kommen Wallboxen, Wärmepumpen und Smart-Home-Technik. Nach der Montage misst und prüfst du die Anlage und dokumentierst die Ergebnisse. Bei Störungen suchst du systematisch nach dem Fehler. Zwischendurch sprichst du mit Kunden, Bauleitern und anderen Gewerken. Die Arbeit ist abwechslungsreich und körperlich. Du stehst, kniest und arbeitest auch auf Leitern.
Wo du arbeiten kannst
- Elektroinstallationsbetriebe im Handwerk
- Gebäudetechnik-Firmen und Facility-Management
- Stadtwerke und Energieversorger
- Anbieter von PV-Anlagen, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur
- Haustechnik-Abteilungen in Industrie, Kliniken und Verwaltung
Passt zu dir, wenn …
- du am Ende des Tages sehen willst, was du geschafft hast
- dich die Energiewende interessiert
Eher nicht, wenn …
- du lieber am Schreibtisch arbeitest
So gelingt der Quereinstieg
Der klassische Weg ist eine Umschulung von 28 Monaten, oft mit Bildungsgutschein. Viele Umsteiger starten mit einem Praktikum, um zu testen, ob ihnen Baustelle und Technik liegen. Hilfreich sind handwerkliche Erfahrung, technisches Verständnis und solide Mathe-Grundlagen. Wer aus Metall-, Kfz- oder Bauberufen kommt, hat oft einen Vorsprung. Seit 2026 gibt es zusätzlich ein Teilqualifizierungs-Set des Elektrohandwerks. Es richtet sich an Menschen ab 25, die schon im Betrieb arbeiten und den Abschluss in Modulen erreichen wollen. Mit 40 oder 50 ist der Einstieg gut möglich. Betriebe suchen dringend Leute. Rechne aber damit, dass die Prüfung anspruchsvoll ist und die Arbeit körperlich fordert.
Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?
Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.
Was du mitbringen solltest
- Technisches Verständnis
- Mathematische Grundlagen
- Sorgfalt und Sicherheitsbewusstsein
- Handwerkliches Geschick
Voraussetzungen für den Quereinstieg
- Hauptschulabschluss, besser mittlerer Abschluss
- Farbsehtüchtigkeit
- Keine Höhenangst
Dein Weg in den Beruf
Dauer: ca. 28 Monate
- 1Praktikum in einem Elektrobetrieb
- 2Umschulung bei Bildungsträger oder im Betrieb (alternativ: Teilqualifizierung in Modulen)
- 3Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer
- 4Optional: Meister oder Techniker
Wovon du während des Umstiegs lebst
Arbeitslosengeld + Weiterbildungsgeld
Mit Bildungsgutschein übernimmt die Arbeitsagentur die Lehrgangskosten. Dein Arbeitslosengeld läuft weiter, dazu kommen 150 € Weiterbildungsgeld im Monat. Für die bestandene Zwischenprüfung gibt es 1.000 €, für die Gesellenprüfung 1.500 €.
- Mit Bildungsgutschein zahlt die Agentur für Arbeit den Kurs.
- Dein Arbeitslosengeld läuft während der Weiterbildung weiter. Zwei Tage Weiterbildung verbrauchen nur einen Tag deines Anspruchs.
- Bei einer Umschulung kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat dazu. Für bestandene Prüfungen gibt es 1.000 und 1.500 Euro.
- Als Beschäftigte oder Beschäftigter bekommst du Förderung über deinen Arbeitgeber oder das Qualifizierungsgeld.
Passende Förderprogramme
Quelle: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.
Was du nach dem Einstieg verdienst
Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.
Grundlage: KldB 26212 Berufe in der Bauelektrik, Fachkraft, Vollzeit, Deutschland (169.830 Beschäftigte). Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, zitiert nach entgeltatlas-online.de
Arbeitsmarkt und Zukunft
Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit
Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf die Engpassanalyse und die Arbeitslosenquote der Bundesagentur für Arbeit. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.
Die Bundesagentur für Arbeit stuft die Bauelektrik in der Engpassanalyse 2025 als Engpassberuf ein. Mit einem Gesamtwert von 2,7 gehört sie zu den Berufen mit dem deutlichsten Mangel. Wärmepumpen, Photovoltaik, Ladestationen und die Sanierung alter Gebäude sorgen für viel Arbeit. Das Medianentgelt liegt bei 3.935 € brutto. Mit Meister oder Techniker steigen Verantwortung und Gehalt weiter.
Arbeitslosenquote
Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.
Stand: 2025. Quelle: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025 (Gesamtwert 2,7 für 2621 Bauelektrik, Fachkräfte). Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit
Häufige Fragen
Kann ich mit 45 noch Elektroniker werden?
Ja. Ein Höchstalter gibt es nicht. Die Umschulung dauert in der Regel 28 Monate und endet mit der Gesellenprüfung. Wichtig sind technisches Interesse, gute Gesundheit und die Bereitschaft, noch einmal zu lernen. Ein Praktikum vorab zeigt dir, ob dir die Arbeit auf der Baustelle liegt. Viele Betriebe stellen gern erfahrene Umsteiger ein, weil sie zuverlässig arbeiten und gut mit Kunden umgehen.
Wer bezahlt die Umschulung zum Elektroniker?
Wenn du arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht bist, kann die Arbeitsagentur die Umschulung mit einem Bildungsgutschein fördern. Dann laufen Arbeitslosengeld oder Grundsicherungsgeld weiter. Zusätzlich gibt es 150 € Weiterbildungsgeld im Monat sowie Prämien von 1.000 € und 1.500 € für bestandene Prüfungen. Bei einer betrieblichen Umschulung zahlt der Betrieb eine Vergütung.
Wie schwer ist die Umschulung zum Elektroniker?
Die Umschulung ist anspruchsvoll. Du lernst Elektrotechnik, Messtechnik, Vorschriften und Sicherheitsregeln in kurzer Zeit. Mathe und Physik auf Schulniveau solltest du auffrischen. Wer regelmäßig lernt und viel Praxis im Betrieb sammelt, schafft die Gesellenprüfung gut. Viele Bildungsträger bieten Stützunterricht an. Plane neben der Arbeit feste Lernzeiten ein.
Jobs in der Nähe
Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.
Weiterführende Informationen
- Entgeltatlas der BA: Elektroniker/in Energie- und Gebäudetechnik
- Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein
- Deutsche Handwerks Zeitung: Teilqualifizierung im E-Handwerk
- BERUFENET: alle Berufe im Überblick
- Passende Kurse finden: mein NOW Weiterbildungssuche
Quellen und Stand der Daten
- Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, zitiert nach entgeltatlas-online.de. entgeltatlas-online.de/beruf/berufe-in-der-bauelektrik-26212
- Arbeitsmarkt: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025 (Gesamtwert 2,7 für 2621 Bauelektrik, Fachkräfte). www.frauundberuf-bw.de/fileadmin/FuB-contentbilder/themen/2025_BA-FK-E…
- Einkommen im Umstieg: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. verwaltung.bund.de/leistungsverzeichnis/de/leistung/99007025017000
- Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026
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