Mobilität & Logistik · Weiterbildung

Umschulung zum Fahrlehrer

Berufsbezeichnung: Fahrlehrerin / Fahrlehrer

Menschen das sichere Autofahren beibringen, in Theorie und Praxis.

Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer bereiten Menschen auf die Führerscheinprüfung vor. Sie unterrichten Theorie und begleiten Fahrstunden. Für eine Umschulung zum Fahrlehrer brauchst du eine abgeschlossene Berufsausbildung, mindestens 21 Jahre und seit drei Jahren den Führerschein Klasse B. Die Ausbildung dauert mindestens zwölf Monate. Fahrschulen suchen dringend Personal.

Fahrlehrer macht sich Notizen, während eine Fahrschülerin das Auto lenkt
Foto: dragana991 / Getty Images
Quereinstieghoch
Qualifizierungca. 12 Monate
Gehalt (Median), brutto3.878 €
Bedarf & Zukunftsehr hoch

Was du in diesem Beruf machst

Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer unterrichten Verkehrsregeln, Technik und Gefahrenlehre im Theorieraum. Im Auto üben sie mit Fahrschülern Anfahren, Einparken, Stadt- und Autobahnfahrten. Sie entscheiden, wann jemand reif für die Prüfung ist, und begleiten die praktische Prüfung.

Den Zugang regelt das Fahrlehrergesetz. Die Ausbildung für die Klasse BE dauert mindestens zwölf Monate. Ein Teil findet an einer Fahrlehrerausbildungsstätte statt, ein Teil als Praktikum in einer Ausbildungsfahrschule. Danach folgen Prüfungen und die Fahrlehrerlaubnis. Erweiterungen für Motorrad, Lkw oder Bus sind möglich.

So sieht ein Arbeitstag aus

Dein Tag startet mit der ersten Fahrstunde um sieben Uhr. Eine Schülerin übt Kreisverkehre und Spurwechsel. Du gibst ruhige Anweisungen und greifst wenn nötig mit der Doppelbremse ein. Danach folgt eine Autobahnfahrt mit einem anderen Schüler. Zwischendurch planst du Termine und trägst Fortschritte in die Fahrschul-App ein. Am Vormittag begleitest du eine praktische Prüfung. Am Abend unterrichtest du eine Theoriestunde zu Vorfahrtsregeln vor einer Gruppe. Viele Fahrstunden liegen am späten Nachmittag und am Abend, weil Schüler dann Zeit haben. Du sitzt viel im Auto und brauchst gute Nerven. Dafür siehst du jeden Tag, wie Menschen sicherer werden.

Wo du arbeiten kannst

  • Fahrschulen (Pkw, Motorrad)
  • Fahrschulen für Lkw und Bus
  • Ausbildungszentren von Speditionen und Verkehrsbetrieben
  • Eigene Fahrschule als Selbstständige/r

Passt zu dir, wenn …

  • du gern Wissen weitergibst und Menschen begleitest
  • du auch in hektischen Situationen ruhig bleibst
  • du dich später vielleicht selbstständig machen willst

Eher nicht, wenn …

  • du ungern viele Stunden am Tag im Auto sitzt

So gelingt der Quereinstieg

Der Weg in den Beruf ist klar geregelt. Du brauchst eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine gleichwertige Vorbildung und musst mindestens 21 Jahre alt sein. Den Führerschein Klasse B musst du seit mindestens drei Jahren haben. Dazu kommen ärztliche Untersuchung, Führungszeugnis und gute Deutschkenntnisse. Gut passen Menschen aus Berufskraftfahrt, Ausbildung, Pflege, Handel oder Polizei. Wer gern erklärt und Geduld hat, findet sich schnell zurecht. Mit 40 oder 50 ist der Wechsel realistisch, viele Fahrlehrer sind älter. Die Kosten der Ausbildung liegen bei mehreren tausend Euro. Kläre früh, ob die Agentur für Arbeit oder eine Fahrschule sie übernimmt.

Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?

hoch
Dauer der Qualifizierungmittel
ZugangsvoraussetzungenAusbildung oder Erfahrung nötig
Fachkräftebedarfkeine Einstufung
Einkommen während der Qualifizierungüber Förderung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.

Was du mitbringen solltest

  • Geduld und Ruhe
  • Gut erklären können
  • Sicheres Fahren und Reaktionsvermögen
  • Pädagogisches Feingefühl

Voraussetzungen für den Quereinstieg

  • Mindestalter 21 Jahre
  • Abgeschlossene Berufsausbildung oder gleichwertige Vorbildung
  • Führerschein Klasse B seit mindestens drei Jahren
  • Gesundheitliche Eignung und einwandfreies Führungszeugnis

Dein Weg in den Beruf

Dauer: mindestens 12 Monate für Klasse BE (Fahrlehrerausbildungsstätte und Praktikum in einer Ausbildungsfahrschule); Erweiterung A +1 Monat, CE oder DE +2 Monate

  1. 1
    Hospitation in einer Fahrschule
  2. 2
    Finanzierung klären: Bildungsgutschein, Aufstiegs-BAföG oder Fahrschule
  3. 3
    Ausbildung an Fahrlehrerausbildungsstätte und in Ausbildungsfahrschule (mind. 12 Monate)
  4. 4
    Prüfungen und Erteilung der Fahrlehrerlaubnis

Wovon du während des Umstiegs lebst

FörderungBildungsgutschein oder Aufstiegs-BAföG

Bildungsgutschein oder Aufstiegs-BAföG

Mit Bildungsgutschein kann die Agentur für Arbeit die Ausbildungskosten übernehmen, das ist aber eine Einzelfallentscheidung. Dein Arbeitslosengeld läuft dann weiter. Weiterbildungsgeld und Prämien gibt es nicht, weil die Ausbildung kürzer als zwei Jahre ist. Aufstiegs-BAföG ist für Teile der Ausbildung teilweise möglich, Gerichte haben das unterschiedlich bewertet. Kläre das vorher beim Amt für Ausbildungsförderung. Manche Fahrschulen zahlen die Ausbildung gegen eine Bindung.

  • Mit Bildungsgutschein zahlt die Agentur für Arbeit den Kurs.
  • Dein Arbeitslosengeld läuft während der Weiterbildung weiter. Zwei Tage Weiterbildung verbrauchen nur einen Tag deines Anspruchs.
  • Bei einer Umschulung kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat dazu. Für bestandene Prüfungen gibt es 1.000 und 1.500 Euro.
  • Als Beschäftigte oder Beschäftigter bekommst du Förderung über deinen Arbeitgeber oder das Qualifizierungsgeld.

Passende Förderprogramme

Quelle: Fahrlehrergesetz § 2 und § 7; § 87a SGB III; Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.

Was du nach dem Einstieg verdienst

Median: 3.878 €Mittlere Hälfte: 3.072 € bis 4.669 €

Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.

Grundlage: Vollzeitbeschäftigte, Deutschland, alle Altersgruppen, Median und Quartile. Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit

Arbeitsmarkt und Zukunft

Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit

sehr hoch
Aktueller Bedarf an Fachkräftensehr hoch
Einstufung in der Engpassanalyse der BAkeine Einstufung
Zukunftssicherheitsehr hoch
Risiko durch KI und Automatisierungniedrig

Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf eine Einschätzung der Redaktion, weil die Bundesagentur für Arbeit diesen Beruf nicht eigens bewertet. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.

Laut MOVING Branchenreport 2025 fehlen in Deutschland mehr als 10.900 Fahrlehrer. Das Durchschnittsalter liegt bei knapp 54 Jahren, mehr als ein Drittel ist über 60. Viele gehen also bald in Rente. Fahrsimulatoren und digitale Lernmittel ändern den Unterricht, ersetzen aber nicht die Begleitung im echten Verkehr. Die Bundesagentur bewertet den Beruf in der Engpassanalyse nicht eigens.

Arbeitslosenquote

Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.

Stand: 2025. Quelle: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025: Fahrlehrer im veröffentlichten Bericht nicht ausgewiesen; MOVING Branchenreport 2025: mehr als 10.900 fehlende Fahrlehrer, Durchschnittsalter knapp 54 Jahre. Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit

Häufige Fragen

Wie läuft eine Umschulung zum Fahrlehrer ab?

Die Ausbildung für die Klasse BE dauert laut Fahrlehrergesetz mindestens zwölf Monate. Ein Teil findet an einer Fahrlehrerausbildungsstätte statt, ein Teil als Praktikum in einer Ausbildungsfahrschule. Dazwischen und am Ende stehen Prüfungen. Voraussetzungen sind 21 Jahre, eine abgeschlossene Berufsausbildung und drei Jahre Führerschein Klasse B. Ein Bildungsgutschein ist im Einzelfall möglich.

Wie viel verdient ein Fahrlehrer?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median bei 3.878 € brutto im Monat in Vollzeit. Die mittlere Hälfte verdient zwischen 3.072 € und 4.669 €. Fahrlehrer mit Lkw- oder Busklassen werden oft besser bezahlt. Als Selbstständige mit eigener Fahrschule kannst du mehr verdienen, trägst aber auch das unternehmerische Risiko.

Kann ich mit 50 noch Fahrlehrer werden?

Ja. Das Fahrlehrergesetz nennt ein Mindestalter von 21 Jahren, aber kein Höchstalter. Viele Fahrlehrer sind selbst über 50, das Durchschnittsalter liegt bei knapp 54 Jahren. Lebenserfahrung und Ruhe sind im Fahrschulauto ein Vorteil. Wichtig sind gesundheitliche Eignung, gutes Reaktionsvermögen und Freude am Unterrichten. Fahrschulen suchen dringend Nachwuchs.

Jobs in der Nähe

Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.

Weiterführende Informationen

Quellen und Stand der Daten

  1. Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/9557
  2. Arbeitsmarkt: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025: Fahrlehrer im veröffentlichten Bericht nicht ausgewiesen; MOVING Branchenreport 2025: mehr als 10.900 fehlende Fahrlehrer, Durchschnittsalter knapp 54 Jahre. dvpi.de/news/moving_branchenreport_2025.html
  3. Einkommen im Umstieg: Fahrlehrergesetz § 2 und § 7; § 87a SGB III; Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein. verwaltung.bund.de/leistungsverzeichnis/de/leistung/99007025017000
  4. Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026

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