Gesundheit & Pflege · Umschulung

Pflegehelfer werden: Einstieg auch ohne Ausbildung

Berufsbezeichnung: Pflegeassistenz

Pflegefachkräfte unterstützen und Menschen im Alltag versorgen.

In der Pflegeassistenz unterstützt du Pflegefachkräfte bei der täglichen Versorgung. Du hilfst bei Körperpflege, Essen und Bewegung und merkst, wenn es jemandem schlechter geht. Die Ausbildung ist kurz und ein guter Einstieg in die Pflege. Ab 2027 gilt eine bundesweit einheitliche Ausbildung mit Vergütung. Wer danach weitermachen will, kann sich die Zeit auf die Fachkraft-Ausbildung anrechnen lassen. Viele Pflegeheime und ambulante Dienste stellen Pflegehelfer auch ohne Ausbildung ein, oft nach einem Pflegebasiskurs von wenigen Wochen. Die Ausbildung zur Pflegeassistenz ist dann der nächste Schritt zu mehr Gehalt und Verantwortung.

Pflegekraft im lila Kittel begrüßt eine ältere Frau an deren Haustür
Quereinstiegsehr hoch
Qualifizierung1–2 Jahre
Gehalt (Median), brutto3.596 €
Bedarf & Zukunftsehr hoch

Was du in diesem Beruf machst

Pflegeassistentinnen und -assistenten helfen bei Körperpflege, Mahlzeiten und Mobilisation. Sie beobachten den Zustand der Bewohner und geben Veränderungen an die Fachkräfte weiter.

Ab 2027 gibt es eine bundeseinheitliche Ausbildung zur Pflegefachassistenz mit 18 Monaten und Vergütung. Mit Berufserfahrung in der Pflege kann sie auf 12 Monate oder weniger verkürzt werden. Darauf lässt sich die Fachkraft-Ausbildung verkürzt aufbauen.

So sieht ein Arbeitstag aus

Der Tag beginnt mit der Übergabe im Team. Danach hilfst du Bewohnern oder Patienten beim Aufstehen, Waschen und Anziehen. Du begleitest sie zum Frühstück, reichst Essen an und achtest darauf, dass alle genug trinken. Du misst Puls oder Blutdruck, wenn die Fachkraft dich darum bittet. Du lagerst bettlägerige Menschen um und hilfst beim Gehen. Wenn dir etwas auffällt, etwa Schmerzen oder Verwirrtheit, gibst du es weiter. Zwischendurch dokumentierst du deine Arbeit. Gespräche gehören dazu, oft bist du die Person, die am meisten Zeit mit den Menschen verbringt. Du arbeitest im Schichtdienst, auch am Wochenende.

Wo du arbeiten kannst

  • Stationäre Pflegeeinrichtungen
  • Ambulante Pflegedienste
  • Krankenhäuser
  • Rehakliniken
  • Tagespflege
  • Wohneinrichtungen der Eingliederungshilfe

Passt zu dir, wenn …

  • du schnell in einen sinnvollen Beruf wechseln willst
  • du später weiterlernen möchtest

Eher nicht, wenn …

  • dir ein hohes Gehalt sehr wichtig ist
  • du nicht im Schichtdienst arbeiten kannst

So gelingt der Quereinstieg

Viele steigen zuerst als ungelernte Pflegehilfskraft ein und machen die Ausbildung danach. Das hat einen Vorteil: Berufserfahrung kann die neue Ausbildung ab 2027 deutlich verkürzen. Gute Voraussetzungen bringst du mit, wenn du Angehörige gepflegt hast oder in einem Job mit viel Menschenkontakt warst. Körperliche Arbeit im Lager, Handwerk oder Gastgewerbe hilft dir ebenfalls. Erwarte einen fordernden Alltag mit Heben, Lagern und Schichtarbeit. Mit 50 ist der Einstieg gut machbar, wenn du gesund bist. Rückenschonendes Arbeiten lernst du in der Ausbildung. Ein Vorteil gegenüber ungelernter Arbeit: Mit Abschluss bist du gefragt und verdienst mehr. Wer Lust auf mehr hat, kann danach zur Pflegefachkraft weiterlernen.

Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?

sehr hoch
Dauer der Qualifizierungmittel
Zugangsvoraussetzungenniedrig
FachkräftebedarfEngpassberuf
Einkommen während der Qualifizierungja

Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.

Was du mitbringen solltest

  • Freundlicher, ruhiger Umgang
  • Körperliche Fitness
  • Aufmerksames Beobachten
  • Zuverlässigkeit

Voraussetzungen für den Quereinstieg

  • In der Regel Hauptschulabschluss
  • Ab 2027 auch ohne Abschluss möglich, wenn die Pflegeschule dir den Erfolg zutraut
  • Gesundheitliche Eignung
  • Bis Ende 2026 Regelungen je nach Bundesland

Dein Weg in den Beruf

Dauer: 1–2 Jahre, ab 2027 bundesweit 18 Monate

  1. 1
    Praktikum in Pflegeheim oder ambulantem Dienst
  2. 2
    Ausbildungsplatz bei Träger und Pflegeschule finden
  3. 3
    Ausbildung nach Landesrecht (1–2 Jahre), ab 2027 bundeseinheitlich 18 Monate, mit Berufserfahrung kürzer
  4. 4
    Optional: verkürzte Ausbildung zur Pflegefachkraft

Wovon du während des Umstiegs lebst

Vergütungab 2027 Anspruch, Richtwert ca. 1.000 €

Ausbildungsvergütung

Bis Ende 2026 regeln die Länder die Ausbildung, eine Vergütung gibt es nicht überall. Ab 1.1.2027 gilt die bundeseinheitliche Pflegefachassistenzausbildung mit gesetzlichem Anspruch auf eine angemessene Vergütung. Bund und Länder nennen als Beispiel rund 1.000 € im Monat.

  • Die Ausbildungsvergütung liegt meist deutlich unter deinem bisherigen Gehalt. Rechne die Lücke für die ganze Ausbildungszeit durch.
  • Je nach Situation kommen Wohngeld oder Kinderzuschlag infrage.
  • Für Meister, Techniker oder Erzieher in Vollzeit gibt es Aufstiegs-BAföG mit bis zu 1.019 Euro Unterhaltsbeitrag im Monat.

Passende Förderprogramme

Quelle: BMG/BMFSFJ, Infopapier zum Pflegefachassistenzgesetz. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.

Was du nach dem Einstieg verdienst

Median: 3.596 €Mittlere Hälfte: 3.184 € bis 4.202 €

Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.

Grundlage: KldB 81301, Vollzeitbeschäftigte, Deutschland, alle Altersgruppen, Median und Quartile. Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit

Arbeitsmarkt und Zukunft

Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit

sehr hoch
Aktueller Bedarf an Fachkräftensehr hoch
Einstufung in der Engpassanalyse der BAEngpassberuf
Zukunftssicherheithoch
Risiko durch KI und Automatisierungniedrig

Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf die Engpassanalyse und die Arbeitslosenquote der Bundesagentur für Arbeit. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.

Die Bundesagentur für Arbeit zählt die Pflegeassistenz zu den Engpassberufen. 2025 kamen auf 100 gemeldete Stellen 223 Arbeitslose mit diesem Berufswunsch. Bei Helfern ohne Pflegeausbildung waren es 2.131. Der Abschluss macht also einen großen Unterschied. Die neue bundesweite Ausbildung ab 2027 wird die Anerkennung zwischen den Ländern vereinfachen und den Weg zur Fachkraft erleichtern.

Arbeitslosenquote

Helferinnen und Helfer in der Pflege insgesamt, inklusive Ungelernte8,2 %
Alle Berufe6,3 %

Je niedriger die Quote, desto leichter findest du eine Stelle. Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht den Wert nur für die Gruppe „Helferinnen und Helfer in der Pflege insgesamt, inklusive Ungelernte“.

Stand: 2025 (Jahresdurchschnitt). Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsmarktsituation in Pflegeberufen (Mai 2026). Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit

Häufige Fragen

Was ändert sich 2027 bei der Pflegeassistenz?

Ab 1. Januar 2027 gibt es eine bundeseinheitliche Ausbildung zur Pflegefachassistenz. Sie dauert 18 Monate, in Teilzeit bis zu 36 Monate. Du hast Anspruch auf eine angemessene Vergütung. Mit Berufserfahrung kann die Ausbildung auf 12 Monate oder weniger verkürzt werden. Bereits begonnene Ausbildungen nach Landesrecht kannst du noch abschließen.

Kann ich ohne Schulabschluss Pflegeassistent werden?

In der Regel brauchst du einen Hauptschulabschluss. Mit der neuen Ausbildung ab 2027 ist der Zugang auch ohne Abschluss möglich. Dann muss die Pflegeschule einschätzen, dass du die Ausbildung schaffst. Bis Ende 2026 hängt es von deinem Bundesland ab. Frag direkt bei Pflegeschulen in deiner Nähe nach.

Lohnt sich die Pflegeassistenz, wenn ich schon als Pflegehelfer arbeite?

Meist ja. Mit Abschluss bist du gefragter als ohne. 2025 kamen bei Helfern ohne Ausbildung über 2.000 Arbeitslose auf 100 Stellen, bei der Pflegeassistenz 223. Der Pflegemindestlohn ist für qualifizierte Hilfskräfte höher. Außerdem öffnet dir der Abschluss den Weg zur verkürzten Ausbildung als Pflegefachkraft.

Jobs in der Nähe

Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.

Weiterführende Informationen

Quellen und Stand der Daten

  1. Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/135347
  2. Arbeitsmarkt: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsmarktsituation in Pflegeberufen (Mai 2026). statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-i…
  3. Einkommen im Umstieg: BMG/BMFSFJ, Infopapier zum Pflegefachassistenzgesetz. hlfgp.hessen.de/sites/hlfgp.hessen.de/files/2025-08/infopapier_zum_pfl…
  4. Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026

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