Handwerk & Technik · Umschulung

Umschulung zum Industriemechaniker

Berufsbezeichnung: Industriemechanikerin / Industriemechaniker

Maschinen und Anlagen bauen, warten und wieder in Gang bringen.

Industriemechanikerinnen und Industriemechaniker bauen Maschinen und Produktionsanlagen, halten sie in Schuss und reparieren sie bei Störungen. Der Beruf ist eng verwandt mit dem Mechatroniker. Wer über eine Umschulung zum Mechatroniker nachdenkt, sollte beide Wege kennen. Beide Umschulungen dauern meist 28 Monate und enden mit der Prüfung vor der IHK. Die Industrie sucht in beiden Berufen Fachkräfte.

Industriemechaniker mit Schutzbrille arbeitet an einer Maschine
Foto: Virrage Images Inc.
Quereinstiegmittel
Qualifizierungca. 28 Monate
Gehalt (Median), brutto4.573 €
Bedarf & Zukunfthoch

Was du in diesem Beruf machst

Industriemechanikerinnen und Industriemechaniker fertigen Bauteile an Dreh-, Fräs- und CNC-Maschinen, montieren Baugruppen und nehmen Anlagen in Betrieb. Ein großer Teil der Arbeit ist Instandhaltung. Sie tauschen Verschleißteile, suchen Fehler und halten Stillstände kurz. Einsatzgebiete sind zum Beispiel Instandhaltung, Maschinen- und Anlagenbau, Produktionstechnik und Feingerätebau.

Der Unterschied zum Mechatroniker liegt im Schwerpunkt. Industriemechaniker kommen stärker aus der Mechanik und der Metallbearbeitung. Mechatroniker verbinden Mechanik mit Elektrotechnik und Steuerungstechnik und arbeiten mehr an Elektrik und Programmen. Beide Ausbildungen dauern regulär dreieinhalb Jahre. Eine Umschulung zum Mechatroniker oder Industriemechaniker dauert bei Bildungsträgern meist 28 Monate inklusive Praktikum. Am Ende steht jeweils die Abschlussprüfung vor der IHK.

So sieht ein Arbeitstag aus

Deine Schicht beginnt mit der Übergabe. Eine Verpackungsanlage stand nachts mehrmals still. Du prüfst Lager, Riemen und Sensoren und findest ein ausgeschlagenes Lager. Nach Absprache mit der Produktion tauschst du es in einer geplanten Pause. Danach steht Wartung nach Plan an: Öl wechseln, Verbindungen prüfen, Verschleiß dokumentieren. Am Nachmittag fertigst du an der Drehmaschine ein Ersatzteil nach Zeichnung. Du arbeitest viel im Stehen, manchmal in engen Ecken einer Anlage. Schutzkleidung und feste Sicherheitsregeln gehören dazu. In vielen Industriebetrieben gibt es Schichtarbeit, oft mit Zuschlägen. In kleineren Betrieben arbeitest du eher tagsüber.

Wo du arbeiten kannst

  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Instandhaltung in Industriebetrieben
  • Automobil- und Zulieferindustrie
  • Lebensmittel- und Verpackungsindustrie
  • Energie- und Versorgungsunternehmen

Passt zu dir, wenn …

  • du gern an Maschinen schraubst und verstehen willst, wie sie funktionieren
  • du ruhig bleibst, wenn eine Anlage steht und alle warten
  • du ein solides Gehalt in der Industrie suchst

Eher nicht, wenn …

  • Schichtarbeit für dich gar nicht infrage kommt

So gelingt der Quereinstieg

Für Erwachsene ist die geförderte Umschulung der übliche Weg. Sie dauert meist 24 bis 28 Monate und schließt ein Praktikum im Betrieb ein. Viele Träger setzen einen Eignungstest, einen Hauptschulabschluss und Berufserfahrung voraus. Gut starten Menschen aus Metallbau, Kfz-Werkstatt, Produktion oder Lager, die schon mit Werkzeug und Maschinen umgehen. Auch handwerkliche Hobbys helfen. Mit 40 oder 50 ist der Wechsel realistisch, wenn du körperlich fit bist und Schichtarbeit mitmachen kannst. Rechne mit Lernaufwand in technischer Mathematik und beim Lesen von Zeichnungen. Wenn dich Elektrik und Steuerungen mehr reizen, prüfe zusätzlich die Umschulung zum Mechatroniker. Ein Praktikum zeigt dir schnell, welcher Beruf besser passt.

Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?

mittel
Dauer der Qualifizierunglang
Zugangsvoraussetzungenniedrig
FachkräftebedarfAnzeichen für Engpass
Einkommen während der Qualifizierungüber Förderung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.

Was du mitbringen solltest

  • Technisches Verständnis
  • Handwerkliches Geschick
  • Technische Zeichnungen lesen
  • Systematische Fehlersuche

Voraussetzungen für den Quereinstieg

  • Hauptschulabschluss oder vergleichbarer Abschluss
  • Bestandener Eignungstest beim Bildungsträger
  • Berufserfahrung (bei vielen Trägern Voraussetzung)
  • Körperliche Belastbarkeit und Bereitschaft zur Schichtarbeit

Dein Weg in den Beruf

Dauer: ca. 24 bis 28 Monate Umschulung mit Praktikum (reguläre Ausbildung: 3,5 Jahre); die Umschulung zum Mechatroniker dauert ebenfalls meist 28 Monate

  1. 1
    Praktikum in Instandhaltung oder Produktion
  2. 2
    Beratung bei der Agentur für Arbeit und Bildungsgutschein
  3. 3
    Umschulung mit Praktikum (ca. 28 Monate)
  4. 4
    Abschlussprüfung vor der IHK

Wovon du während des Umstiegs lebst

FörderungALG + 150 € im Monat, Prämien 1.000 € und 1.500 €

Arbeitslosengeld + Weiterbildungsgeld

Mit Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Lehrgangskosten. Dein Arbeitslosengeld läuft weiter, dazu kommen 150 € Weiterbildungsgeld im Monat. Für die bestandene Zwischenprüfung oder Teil 1 der Prüfung gibt es 1.000 €, für die Abschlussprüfung 1.500 €.

  • Mit Bildungsgutschein zahlt die Agentur für Arbeit den Kurs.
  • Dein Arbeitslosengeld läuft während der Weiterbildung weiter. Zwei Tage Weiterbildung verbrauchen nur einen Tag deines Anspruchs.
  • Bei einer Umschulung kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat dazu. Für bestandene Prüfungen gibt es 1.000 und 1.500 Euro.
  • Als Beschäftigte oder Beschäftigter bekommst du Förderung über deinen Arbeitgeber oder das Qualifizierungsgeld.

Passende Förderprogramme

Quelle: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.

Was du nach dem Einstieg verdienst

Median: 4.573 €Mittlere Hälfte: 3.880 € bis 5.384 €

Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.

Grundlage: KldB 25102, Vollzeitbeschäftigte, Deutschland, Median und Quartile. Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit

Arbeitsmarkt und Zukunft

Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit

hoch
Aktueller Bedarf an Fachkräftenhoch
Einstufung in der Engpassanalyse der BAAnzeichen für Engpass
Zukunftssicherheithoch
Risiko durch KI und Automatisierungniedrig

Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf die Engpassanalyse und die Arbeitslosenquote der Bundesagentur für Arbeit. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.

Laut Entgeltatlas liegt das Medianentgelt in der Maschinenbau- und Betriebstechnik bei 4.573 € brutto. In der Engpassanalyse 2025 steht der Beruf nach Angaben eines Recruiting-Portals unter Beobachtung, offene Stellen bleiben im Median 97 Tage unbesetzt. Die Mechatronik gilt dort als Engpassberuf. Automatisierung verändert die Arbeit, macht die Instandhaltung vor Ort aber kaum überflüssig. Wer Mechanik und Steuerungstechnik beherrscht, bleibt gefragt.

Arbeitslosenquote

Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.

Stand: 2025. Quelle: BA-Statistik, Engpassanalyse 2025, zitiert nach candidate-flow.de: Maschinenbau- und Betriebstechnik „unter Beobachtung“, Vakanzzeit im Median 97 Tage, 3,4 Arbeitsuchende je Stelle; Mechatronik Engpassberuf (Punktwert 2,3 laut heylead.de). Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit

Häufige Fragen

Umschulung Mechatroniker oder Industriemechaniker: Was ist der Unterschied?

Beide Berufe arbeiten an Maschinen und Anlagen. Industriemechaniker haben den Schwerpunkt Mechanik: Teile fertigen, montieren und warten. Mechatroniker verbinden Mechanik mit Elektrotechnik und Steuerungen. Beide Umschulungen dauern meist 28 Monate und enden mit der Prüfung vor der IHK. Wer gern mit Metall und Werkzeug arbeitet, ist beim Industriemechaniker richtig. Wer Elektrik und Programme spannend findet, eher beim Mechatroniker.

Wie viel verdient ein Industriemechaniker?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median bei 4.573 € brutto im Monat in Vollzeit. Die mittlere Hälfte verdient zwischen 3.880 € und 5.384 €. Betriebe mit Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie zahlen meist mehr als kleine Betriebe ohne Tarif. Dazu kommen oft Schichtzuschläge.

Kann ich die Umschulung zum Industriemechaniker mit 45 noch machen?

Ja. Ein Höchstalter gibt es nicht. Die Agentur für Arbeit fördert die Umschulung mit Bildungsgutschein, wenn sie deine Chancen am Arbeitsmarkt verbessert. Erfahrung aus Handwerk, Produktion oder Werkstatt ist ein Vorteil. Wichtig sind Belastbarkeit und Lernbereitschaft, denn der Stoff ist anspruchsvoll. Während der Umschulung bekommst du zusätzlich 150 € Weiterbildungsgeld im Monat und Prämien für bestandene Prüfungen.

Jobs in der Nähe

Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.

Weiterführende Informationen

Quellen und Stand der Daten

  1. Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/tabelle?dkz=29056&geschlecht=1&alte…
  2. Arbeitsmarkt: BA-Statistik, Engpassanalyse 2025, zitiert nach candidate-flow.de: Maschinenbau- und Betriebstechnik „unter Beobachtung“, Vakanzzeit im Median 97 Tage, 3,4 Arbeitsuchende je Stelle; Mechatronik Engpassberuf (Punktwert 2,3 laut heylead.de). candidate-flow.de/blog/industriemechaniker-finden/
  3. Einkommen im Umstieg: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. verwaltung.bund.de/leistungsverzeichnis/de/leistung/99007025017000
  4. Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026

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