Was du in diesem Beruf machst
Taxifahrer nehmen Fahrten über die Zentrale, eine App oder am Taxistand an. Sie planen die Route, helfen beim Gepäck, kassieren und stellen Quittungen aus. Bei Krankenfahrten begleiten sie Menschen zu Dialyse, Bestrahlung oder Reha. Im Schülerverkehr fahren sie Kinder zur Schule oder Förderschule. Fast immer arbeitest du angestellt bei einem Taxiunternehmen oder Fahrdienst, manche machen sich später selbstständig.
Für den P-Schein musst du mindestens 21 Jahre alt sein und den Führerschein Klasse B seit zwei Jahren haben. Du brauchst ein Führungszeugnis sowie Nachweise zur körperlichen und geistigen Eignung und zum Sehvermögen. Die Ortskundeprüfung ist seit dem 2. August 2021 entfallen. Der vorgesehene Fachkundenachweis wird derzeit nicht verlangt, weil Inhalte und Prüfstellen fehlen. Taxis müssen dafür ein Navigationsgerät oder eine App nutzen.
So sieht ein Arbeitstag aus
Deine Schicht beginnt mit einem kurzen Check am Fahrzeug. Dann meldest du dich bei der Zentrale oder in der App an. Morgens fährst du vielleicht eine ältere Dame zur Dialyse und holst sie später wieder ab. Dazwischen nimmst du Fahrten vom Bahnhof oder vom Krankenhaus an. Du hilfst beim Ein- und Aussteigen und beim Gepäck. Du kassierst bar oder mit Karte und stellst Quittungen aus. Wartezeiten am Taxistand gehören dazu. Viele Schichten liegen abends, nachts oder am Wochenende. Dort ist oft mehr los. Meist bist du allein unterwegs und entscheidest selbst über Pausen. Lange Sitzzeiten und Stadtverkehr können anstrengend sein.
Wo du arbeiten kannst
- Taxiunternehmen
- Mietwagen- und Fahrdienste
- Kranken- und Dialysefahrdienste
- Schülerbeförderung im Auftrag von Kommunen
- Selbstständig mit eigener Taxikonzession
Passt zu dir, wenn …
- du gern Auto fährst und Menschen hilfst
- du flexible Arbeitszeiten suchst
- du allein und selbstständig arbeiten möchtest
Eher nicht, wenn …
- du ein sicheres, gut planbares Einkommen brauchst
- dir Nachtschichten und langes Sitzen schwerfallen
So gelingt der Quereinstieg
Der Einstieg ist vor allem eine Frage der Formalitäten. Den P-Schein beantragst du beim Straßenverkehrsamt. Du brauchst ein Führungszeugnis, eine ärztliche Untersuchung und einen Sehtest. Je nach Behörde kommt beim ersten Antrag ein Gutachten zur Leistungsfähigkeit dazu. Die Kosten liegen bei rund 40 € Gebühr plus Untersuchungen, laut einem Fahrschulratgeber oft 80 bis 200 €. Hilfreich sind Erfahrungen als Kurierfahrer, im Außendienst oder in Pflege und Betreuung. Mit 40 oder 50 ist der Wechsel gut möglich, viele Fahrer sind deutlich älter. Rechne ehrlich mit deinem Einkommen. Angestellte haben Anspruch auf Mindestlohn. Wer selbstständig fährt, trägt Fahrzeugkosten und schwankende Umsätze selbst.
Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?
Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.
Was du mitbringen solltest
- Sicheres und vorausschauendes Fahren
- Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft
- Ruhe im Stadtverkehr und bei schwierigen Fahrgästen
- Orientierung mit Navi und Ortskenntnis
Voraussetzungen für den Quereinstieg
- Mindestens 21 Jahre und Führerschein Klasse B seit zwei Jahren
- Führungszeugnis ohne relevante Einträge
- Ärztliche Untersuchung und Sehtest
- Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung (P-Schein)
Dein Weg in den Beruf
Dauer: Antrag auf Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung (P-Schein) mit ärztlichen Untersuchungen und Führungszeugnis, je nach Behörde einige Wochen; danach Einarbeitung im Taxi- oder Fahrdienstbetrieb
- 1Unterlagen sammeln: Führungszeugnis, Atteste, Sehtest
- 2P-Schein beim Straßenverkehrsamt beantragen
- 3Bei Taxiunternehmen oder Fahrdienst bewerben
- 4Einarbeitung mit Fahrzeug, Taxameter und App
Wovon du während des Umstiegs lebst
Lohn ab der ersten Schicht
Sobald du den P-Schein hast, arbeitest du angestellt und bekommst mindestens den Mindestlohn. Die Kosten für Antrag und Untersuchungen trägst du meist selbst, manche Unternehmen erstatten sie. Ein Weiterbildungsgeld gibt es dafür nicht.
- Du verdienst von Anfang an Geld, weil du angestellt bist.
- Prüfe, ob das Einstiegsgehalt zu deinen Fixkosten passt. Vergleichswerte findest du im Entgeltatlas.
- Bietet der Betrieb Weiterbildung an, kann die Agentur für Arbeit Kurs und Lohn bezuschussen.
Passende Förderprogramme
Quelle: IHK Nord Westfalen: Personenbeförderungsschein; Bundesregierung: Mindestlohn 2026. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.
Was du nach dem Einstieg verdienst
Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.
Grundlage: KldB 52112, Vollzeitbeschäftigte, Deutschland, Median und Quartile. Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit
Arbeitsmarkt und Zukunft
Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit
Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf eine Einschätzung der Redaktion, weil die Bundesagentur für Arbeit diesen Beruf nicht eigens bewertet. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.
Für Taxifahrer gibt es keine eigene Einstufung in der Engpassanalyse der Bundesagentur. Kranken- und Schülerfahrten bleiben gefragt, weil die Bevölkerung altert und Kommunen Fahrdienste brauchen. Im Stadtverkehr konkurrieren Taxis mit Mietwagen und Fahrdienst-Apps. Autonome Fahrzeuge werden erprobt, im Alltag sind sie in Deutschland noch selten. Die Pflicht zur Ortskunde ist weggefallen. Das senkt die Einstiegshürde, erhöht aber auch die Konkurrenz.
Arbeitslosenquote
Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.
Stand: 2025. Quelle: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025: Personenbeförderung mit Pkw/Taxi im veröffentlichten Bericht nicht ausgewiesen (nur 5212 Güterverkehr und 5213 Bus/Straßenbahn). Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit
Häufige Fragen
Wie kann ich Taxifahrer werden?
Du beantragst beim Straßenverkehrsamt die Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung. Voraussetzung sind mindestens 21 Jahre, zwei Jahre Führerschein Klasse B, ein Führungszeugnis, eine ärztliche Untersuchung und ein Sehtest. Eine Ortskundeprüfung gibt es seit August 2021 nicht mehr. Der erste P-Schein wird teils befristet erteilt, sonst gilt er bis zu fünf Jahre.
Was verdient ein Taxifahrer?
Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median bei 2.365 € brutto im Monat in Vollzeit. Die mittlere Hälfte verdient zwischen 1.940 € und 2.821 €. Angestellte Taxifahrer haben Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 € pro Stunde, ab 2027 sind es 14,60 €. Bei 40 Stunden ergibt das rund 2.409 € brutto im Monat. Viele Betriebe zahlen kaum mehr. Trinkgeld kann das Einkommen etwas aufbessern.
Kann ich mit 55 noch Taxifahrer werden?
Ja. Ein Höchstalter gibt es nicht. Du musst gesundheitlich geeignet sein und das mit ärztlichen Nachweisen belegen. Ab 60 Jahren verlangt die Behörde bei der Verlängerung zusätzliche Nachweise, etwa einen Leistungstest. Viele Taxifahrer starten erst spät im Berufsleben oder fahren in Teilzeit neben der Rente. Kranken- und Schulfahrten bieten oft planbarere Arbeitszeiten als das Nachtgeschäft.
Jobs in der Nähe
Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.
Weiterführende Informationen
- IHK Nord Westfalen: Personenbeförderungsschein
- Landkreis München: Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung
- Bildungszentrum Verkehr: Ortskundeprüfung Taxi 2026
- Bundesregierung: Mindestlohn seit 1. Januar 2026
- BERUFENET: alle Berufe im Überblick
- Passende Kurse finden: mein NOW Weiterbildungssuche
Quellen und Stand der Daten
- Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/7166
- Arbeitsmarkt: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025: Personenbeförderung mit Pkw/Taxi im veröffentlichten Bericht nicht ausgewiesen (nur 5212 Güterverkehr und 5213 Bus/Straßenbahn). www.frauundberuf-bw.de/fileadmin/FuB-contentbilder/themen/2025_BA-FK-E…
- Einkommen im Umstieg: IHK Nord Westfalen: Personenbeförderungsschein; Bundesregierung: Mindestlohn 2026. www.ihk.de/nordwestfalen/branchen/verkehr-und-logistik/personenverkehr…
- Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026
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