IT & Digitales · Umschulung

Umschulung zum IT-Systemelektroniker

Berufsbezeichnung: IT-Systemelektronikerin / IT-Systemelektroniker

IT-Hardware, Netzwerke und Kommunikationstechnik installieren.

IT-Systemelektronikerinnen und IT-Systemelektroniker bauen Server, Netzwerke, Telefon- und Sicherheitsanlagen auf und halten sie am Laufen. Sie verbinden Informationstechnik mit Elektrotechnik. Eine Umschulung zum IT-Systemelektroniker dauert meist 24 Monate und endet mit der IHK-Prüfung. Der Beruf passt, wenn du gern mit Hardware arbeitest und viel unterwegs bist.

IT-Systemelektronikerin mit Laptop vor einem Serverschrank
Foto: SeventyFour
Quereinstiegmittel
Qualifizierungca. 24 Monate
Gehalt (Median), brutto4.568 €
Bedarf & Zukunfthoch

Was du in diesem Beruf machst

IT-Systemelektroniker planen und installieren IT-Systeme beim Kunden. Sie verlegen Netzwerkkabel, bauen Server-Racks auf, richten Router, Switches und WLAN ein und schließen Geräte an die Stromversorgung an. Dazu kommen Telefonanlagen, Videoüberwachung und Zutrittskontrollen. Bei Störungen messen sie, suchen den Fehler und tauschen Komponenten.

Die Abgrenzung zu ähnlichen Berufen ist wichtig. Fachinformatiker für Systemintegration kümmern sich stärker um Software, Serverdienste und Administration. Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik installieren die Stromversorgung ganzer Gebäude und schließen vor der Handwerkskammer ab. IT-Systemelektroniker arbeiten an der Schnittstelle und legen die Prüfung vor der IHK ab. Die Ausbildung dauert drei Jahre.

So sieht ein Arbeitstag aus

Morgens schaust du ins Ticketsystem und packst Material ins Auto. Beim ersten Kunden baust du einen neuen Netzwerkschrank auf, verlegst Kabel und patchst die Anschlüsse. Danach misst du die Leitungen durch und dokumentierst alles. Am Nachmittag fährst du zu einer Schule, an der das WLAN ausfällt. Du findest einen defekten Access Point und tauschst ihn aus. Zwischendurch richtest du per Fernzugriff einen Switch ein. Manchmal arbeitest du im Rechenzentrum oder an Sicherheitsanlagen wie Kameras und Zutrittskontrollen. Du bist viel unterwegs, trägst Geräte und arbeitest auch auf Leitern. Kunden erwarten, dass du verständlich erklärst, was du gemacht hast.

Wo du arbeiten kannst

  • IT-Systemhäuser
  • Telekommunikations- und Netzbetreiber
  • Rechenzentren
  • IT-Abteilungen in Industrie und Verwaltung
  • Anbieter von Sicherheits- und Gebäudetechnik

Passt zu dir, wenn …

  • du Hardware lieber anfasst als nur am Bildschirm zu arbeiten
  • du gern unterwegs bist und Kunden hilfst
  • dich Elektrotechnik und Netzwerke gleichermaßen interessieren

Eher nicht, wenn …

  • du lieber den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt

So gelingt der Quereinstieg

Der übliche Weg ist eine Umschulung von 24 Monaten mit Bildungsgutschein. Bei WBS Training gehört zum Beispiel ein Betriebspraktikum von sechs oder neun Monaten dazu. Dort wird eine abgeschlossene Ausbildung, Abitur oder drei Jahre Berufserfahrung erwartet. Gut starten Menschen aus Elektro- und Handwerksberufen, aus dem IT-Support oder der Telekommunikation. Auch wer privat Netzwerke einrichtet, hat einen Vorsprung. Mit 40 oder 50 ist der Wechsel möglich. Du solltest aber fit genug für Montage und Kabelarbeit sein. Der IT-Arbeitsmarkt ist seit 2024 schwieriger geworden. Arbeit an Kabeln und Geräten vor Ort lässt sich aber kaum auslagern.

Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?

mittel
Dauer der Qualifizierunglang
Zugangsvoraussetzungenniedrig
Fachkräftebedarfkeine Einstufung
Einkommen während der Qualifizierungüber Förderung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.

Was du mitbringen solltest

  • Verständnis für IT und Elektrotechnik
  • Systematische Fehlersuche
  • Freundlicher Umgang mit Kunden
  • Sorgfalt bei Sicherheit und Dokumentation

Voraussetzungen für den Quereinstieg

  • Abgeschlossene Ausbildung, Abitur oder mehrjährige Berufserfahrung (je nach Bildungsträger)
  • Sichere PC-Kenntnisse und Grundlagen in Mathe
  • Englisch-Grundkenntnisse
  • Führerschein Klasse B ist im Außendienst oft hilfreich

Dein Weg in den Beruf

Dauer: ca. 24 Monate Umschulung mit 6 bis 9 Monaten Betriebspraktikum (reguläre Ausbildung: 3 Jahre)

  1. 1
    Praktikum in einem IT-Systemhaus oder bei einem Netzbetreiber
  2. 2
    Beratung bei der Agentur für Arbeit und Bildungsgutschein
  3. 3
    Umschulung mit Betriebspraktikum (ca. 24 Monate)
  4. 4
    Abschlussprüfung vor der IHK

Wovon du während des Umstiegs lebst

FörderungALG + 150 € im Monat, Prämien 1.000 € und 1.500 €

Arbeitslosengeld + Weiterbildungsgeld

Mit Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Lehrgangskosten. Dein Arbeitslosengeld läuft weiter, dazu kommen 150 € Weiterbildungsgeld im Monat. Für den bestandenen ersten Prüfungsteil gibt es 1.000 €, für die Abschlussprüfung vor der IHK 1.500 €.

  • Mit Bildungsgutschein zahlt die Agentur für Arbeit den Kurs.
  • Dein Arbeitslosengeld läuft während der Weiterbildung weiter. Zwei Tage Weiterbildung verbrauchen nur einen Tag deines Anspruchs.
  • Bei einer Umschulung kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat dazu. Für bestandene Prüfungen gibt es 1.000 und 1.500 Euro.
  • Als Beschäftigte oder Beschäftigter bekommst du Förderung über deinen Arbeitgeber oder das Qualifizierungsgeld.

Passende Förderprogramme

Quelle: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.

Was du nach dem Einstieg verdienst

Median: 4.568 €Mittlere Hälfte: 3.712 € bis 5.653 €

Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.

Grundlage: KldB 26312, Vollzeitbeschäftigte, Deutschland, Median und Quartile. Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit

Arbeitsmarkt und Zukunft

Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit

hoch
Aktueller Bedarf an Fachkräftenhoch
Einstufung in der Engpassanalyse der BAkeine Einstufung
Zukunftssicherheithoch
Risiko durch KI und Automatisierungniedrig

Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf eine Einschätzung der Redaktion, weil die Bundesagentur für Arbeit diesen Beruf nicht eigens bewertet. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.

Der IT-Arbeitsmarkt hat sich abgekühlt. Laut Bundesagentur für Arbeit stieg die Arbeitslosenquote in IKT-Berufen 2025 von 3,7 auf 4,5 Prozent. IT-Systemelektroniker arbeiten allerdings überwiegend an Kabeln, Geräten und Anlagen vor Ort. Glasfaserausbau, Rechenzentren und Sicherheitstechnik sorgen für Aufträge. KI kann diese Handarbeit kaum übernehmen. Das Medianentgelt liegt laut Bundesagentur bei 4.568 € brutto.

Arbeitslosenquote

Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.

Stand: 2025. Quelle: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025: 2631 Informations- und Telekommunikationstechnik im veröffentlichten Bericht nicht ausgewiesen; laut BA-Presseinfo 32/2026 sind Softwareentwicklung und IT-Vertrieb keine Engpassberufe mehr. Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Umschulung zum IT-Systemelektroniker?

Meist 24 Monate in Vollzeit. WBS Training bietet sie zum Beispiel als Live-Online-Unterricht mit einem Betriebspraktikum von sechs oder neun Monaten an. Die reguläre Ausbildung dauert drei Jahre. Am Ende legst du die Abschlussprüfung vor der IHK ab. Mit Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Kosten. Dazu kommen Weiterbildungsgeld und Prämien für bestandene Prüfungen.

Was ist der Unterschied zwischen IT-Systemelektroniker und Fachinformatiker?

Beide Ausbildungen dauern drei Jahre und enden mit der Prüfung vor der IHK. IT-Systemelektroniker arbeiten stärker mit Hardware, Netzwerkverkabelung und der Stromversorgung von IT-Geräten. Sie sind oft beim Kunden vor Ort. Fachinformatiker für Systemintegration konzentrieren sich auf Server, Software und Administration. Wer lieber schraubt und misst, ist beim IT-Systemelektroniker richtig. Wer lieber konfiguriert, eher beim Fachinformatiker.

Was verdient ein IT-Systemelektroniker?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median bei 4.568 € brutto im Monat in Vollzeit. Die mittlere Hälfte verdient zwischen 3.712 € und 5.653 €. Mit Spezialwissen etwa in Netzwerksicherheit oder Rechenzentrumstechnik sind höhere Gehälter möglich.

Jobs in der Nähe

Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.

Weiterführende Informationen

Quellen und Stand der Daten

  1. Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/2921
  2. Arbeitsmarkt: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025: 2631 Informations- und Telekommunikationstechnik im veröffentlichten Bericht nicht ausgewiesen; laut BA-Presseinfo 32/2026 sind Softwareentwicklung und IT-Vertrieb keine Engpassberufe mehr. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-32-fachkraefte-bleiben-knapp-zuwande…
  3. Einkommen im Umstieg: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. verwaltung.bund.de/leistungsverzeichnis/de/leistung/99007025017000
  4. Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026

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