Gesundheit & Pflege · Umschulung

Umschulung zur Kauffrau im Gesundheitswesen

Berufsbezeichnung: Kauffrau / Kaufmann im Gesundheitswesen

Abrechnung, Verwaltung und Abläufe in Klinik und Praxis steuern.

Kaufleute im Gesundheitswesen sorgen dafür, dass Kliniken, Pflegeheime, Praxen und Krankenkassen wirtschaftlich gut laufen. Sie rechnen Leistungen ab, planen Personal und Material und betreuen Patienten oder Versicherte in Verwaltungsfragen. Die Umschulung zur Kauffrau im Gesundheitswesen dauert meist 24 Monate und endet mit der Prüfung vor der IHK. Medizinisches Vorwissen brauchst du nicht.

Kauffrau mit Tablet bespricht sich in einem Krankenhausflur mit Ärztin und Arzt
Foto: halfpoint
Quereinstieghoch
Qualifizierungca. 24 Monate
Gehalt (Median), brutto4.035 €
Bedarf & Zukunfthoch

Was du in diesem Beruf machst

Kaufleute im Gesundheitswesen arbeiten an der Schnittstelle von Medizin und Verwaltung. Sie erstellen Abrechnungen für Krankenkassen, prüfen Kostenzusagen, kümmern sich um Einkauf und Controlling und organisieren Aufnahme oder Entlassung von Patienten. In Krankenkassen bearbeiten sie Anträge und beraten Versicherte.

Die reguläre Ausbildung ist dual und dauert drei Jahre. Grundlage ist eine Ausbildungsordnung von 2001. Als Umschulung dauert sie in der Regel 24 Monate, meist mit Unterricht beim Bildungsträger und einem Praktikum in einer Einrichtung des Gesundheitswesens. Die Abschlussprüfung legst du vor der Industrie- und Handelskammer ab. Danach ist eine Fortbildung zum Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen möglich.

So sieht ein Arbeitstag aus

Dein Tag beginnt am Rechner. Du prüfst die Fälle vom Vortag und bereitest die Abrechnung für die Krankenkassen vor. Fehlt eine Unterschrift oder ein Code, klärst du das mit der Station oder dem Arztbüro. Danach telefonierst du mit einer Krankenkasse wegen einer abgelehnten Rechnung. Mittags kommt eine Angehörige an den Empfang und fragt nach einem Heimplatz. Du erklärst ihr die Kosten und die nötigen Anträge. Am Nachmittag vergleichst du Angebote für Verbandsmaterial oder pflegst Daten im Krankenhausinformationssystem. Die Arbeit ist geregelt und überwiegend am Schreibtisch. Gesetzliche Vorgaben ändern sich oft, deshalb lernst du ständig dazu.

Wo du arbeiten kannst

  • Krankenhäuser und Kliniken
  • Pflegeheime und ambulante Pflegedienste
  • Krankenkassen
  • Arztpraxen und Medizinische Versorgungszentren
  • Reha-Einrichtungen
  • Rettungsdienste und Wohlfahrtsverbände

Passt zu dir, wenn …

  • du im Gesundheitswesen arbeiten willst, aber lieber am Schreibtisch
  • du gern organisierst und Abläufe im Blick behältst
  • du einen anerkannten kaufmännischen Abschluss suchst

Eher nicht, wenn …

  • du Regeln, Formulare und Abrechnung mühsam findest

So gelingt der Quereinstieg

Die Umschulung dauert meist 24 Monate und wird oft mit Bildungsgutschein gefördert. Bildungsträger verlangen in der Regel einen mittleren Schulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einen Hauptschulabschluss mit längerer Ausbildung. In Ausnahmefällen geht es auch ohne Abschluss. Ein mehrmonatiges Praktikum gehört dazu. Gut starten Menschen aus Pflege, Arztpraxis, Büro, Versicherung oder Verwaltung. Wer schon im Gesundheitswesen gearbeitet hat, kennt die Abläufe und findet leichter einen Praktikumsplatz. Mit 40 oder 50 ist der Wechsel realistisch, weil der Beruf körperlich leicht ist und Lebenserfahrung im Kontakt mit Patienten hilft. Rechne mit trockenem Stoff, etwa Sozialrecht und Abrechnungsregeln.

Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?

hoch
Dauer der Qualifizierunglang
Zugangsvoraussetzungenniedrig
Fachkräftebedarfkeine Einstufung
Einkommen während der Qualifizierungüber Förderung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.

Was du mitbringen solltest

  • Sorgfalt im Umgang mit Zahlen und Daten
  • Freundlicher Umgang mit Patienten und Angehörigen
  • Sicher am PC und mit Fachsoftware
  • Interesse an Sozialrecht und Abrechnung

Voraussetzungen für den Quereinstieg

  • Mittlerer Schulabschluss oder Hauptschulabschluss
  • Abgeschlossene Berufsausbildung (je nach Bildungsträger)
  • Gute Deutschkenntnisse und Zahlenverständnis

Dein Weg in den Beruf

Dauer: ca. 24 Monate Umschulung inklusive Praktikum (reguläre Ausbildung: 3 Jahre), Abschlussprüfung vor der IHK

  1. 1
    Beratung bei der Agentur für Arbeit zum Bildungsgutschein
  2. 2
    Umschulung bei einem Bildungsträger (ca. 24 Monate) mit Praktikum
  3. 3
    Abschlussprüfung vor der IHK
  4. 4
    Optional: Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen

Wovon du während des Umstiegs lebst

FörderungALG + 150 € im Monat, Prämien 1.000 € und 1.500 €

Arbeitslosengeld + Weiterbildungsgeld

Mit Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Lehrgangskosten. Dein Arbeitslosengeld läuft weiter, dazu kommen 150 € Weiterbildungsgeld im Monat. Für die bestandene Zwischenprüfung gibt es 1.000 €, für die IHK-Abschlussprüfung 1.500 €.

  • Mit Bildungsgutschein zahlt die Agentur für Arbeit den Kurs.
  • Dein Arbeitslosengeld läuft während der Weiterbildung weiter. Zwei Tage Weiterbildung verbrauchen nur einen Tag deines Anspruchs.
  • Bei einer Umschulung kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat dazu. Für bestandene Prüfungen gibt es 1.000 und 1.500 Euro.
  • Als Beschäftigte oder Beschäftigter bekommst du Förderung über deinen Arbeitgeber oder das Qualifizierungsgeld.

Passende Förderprogramme

Quelle: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.

Was du nach dem Einstieg verdienst

Median: 4.035 €Mittlere Hälfte: 3.271 € bis 4.834 €

Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.

Grundlage: KldB 73222, Vollzeitbeschäftigte, Deutschland, alle Altersgruppen, Median und Quartile. Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit

Arbeitsmarkt und Zukunft

Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit

hoch
Aktueller Bedarf an Fachkräftenhoch
Einstufung in der Engpassanalyse der BAkeine Einstufung
Zukunftssicherheithoch
Risiko durch KI und Automatisierungmittel

Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf eine Einschätzung der Redaktion, weil die Bundesagentur für Arbeit diesen Beruf nicht eigens bewertet. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.

Das Gesundheitswesen wächst, und jede Behandlung muss abgerechnet und dokumentiert werden. Die Bundesagentur für Arbeit nennt Pflege- und Gesundheitsberufe in ihrer Engpassanalyse 2025 als Bereich mit den stärksten Engpässen. Kaufmännische Berufe im Gesundheitswesen weist der Bericht nicht gesondert aus. Laut Entgeltatlas liegt das mittlere Gehalt bei rund 4.035 € brutto. Digitale Abrechnung und KI übernehmen Routine. Gefragt bleibt, wer Regeln kennt und Fälle klärt.

Arbeitslosenquote

Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.

Stand: 2025. Quelle: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025: keine gesonderte Angabe für kaufmännische Berufe im Gesundheitswesen. Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit

Häufige Fragen

Wie läuft die Umschulung zur Kauffrau im Gesundheitswesen ab?

Die Umschulung dauert meist 24 Monate in Vollzeit. Du lernst beim Bildungsträger, oft auch live online, und machst ein Praktikum in einer Klinik, Pflegeeinrichtung oder Krankenkasse. Themen sind Abrechnung, Sozialrecht, Rechnungswesen, Marketing und Digitalisierung. Am Ende steht die Prüfung vor der IHK. Mit Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Kosten.

Bin ich mit 50 zu alt für die Umschulung?

Nein. Ein Höchstalter gibt es nicht. Der Beruf ist körperlich leicht, und Lebenserfahrung hilft im Kontakt mit Patienten und Angehörigen. Hast du schon in Pflege, Praxis oder Verwaltung gearbeitet, kennst du viele Abläufe. Plane feste Lernzeiten für Sozialrecht und Rechnungswesen ein. Ein guter Praktikumsplatz ist oft der Weg in die erste Stelle.

Was verdient eine Kauffrau im Gesundheitswesen?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median bei 4.035 € brutto im Monat in Vollzeit. Die mittlere Hälfte verdient zwischen 3.271 € und 4.834 €. Der Einstieg liegt oft darunter. Kliniken im öffentlichen Dienst zahlen nach TVöD, kirchliche Träger nach eigenen Tarifen. Private Einrichtungen zahlen teils weniger. Mit der Fortbildung zum Fachwirt kannst du mehr verdienen.

Jobs in der Nähe

Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.

Weiterführende Informationen

Quellen und Stand der Daten

  1. Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/13933
  2. Arbeitsmarkt: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025: keine gesonderte Angabe für kaufmännische Berufe im Gesundheitswesen. www.frauundberuf-bw.de/fileadmin/FuB-contentbilder/themen/2025_BA-FK-E…
  3. Einkommen im Umstieg: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. verwaltung.bund.de/leistungsverzeichnis/de/leistung/99007025017000
  4. Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026

Seite zuletzt aktualisiert am .

Ähnliche Berufe

Dieser Beruf erscheint auch in