Was du in diesem Beruf machst
Erzieherinnen und Erzieher gestalten den Alltag in Kitas, Horten und Wohngruppen. Sie beobachten die Entwicklung der Kinder, planen Angebote und arbeiten eng mit Eltern zusammen.
In der praxisintegrierten Ausbildung (PiA) arbeitest du von Anfang an in der Einrichtung und bekommst eine Vergütung. Die Regeln für Zugang und Dauer legen die Bundesländer fest.
So sieht ein Arbeitstag aus
Morgens begrüßt du die Kinder und sprichst kurz mit den Eltern. Danach frühstückt ihr gemeinsam. Im Morgenkreis plant ihr den Tag. Am Vormittag bietest du etwas an, etwa Basteln, Experimente, Vorlesen oder einen Ausflug in den Wald. Du beobachtest, wie sich jedes Kind entwickelt, und hältst das schriftlich fest. Beim Mittagessen und in der Ruhezeit begleitest du die Kinder. Nachmittags stehen Spielzeit im Garten und das Abholen an. Dazu kommen Teamsitzungen, Elterngespräche und die Planung der nächsten Wochen. Es ist oft laut und lebhaft. Du musst flexibel reagieren, wenn ein Kind getröstet werden will oder Streit schlichten braucht.
Wo du arbeiten kannst
- Kindertagesstätten und Krippen
- Horte und Offene Ganztagsschulen
- Wohngruppen der Kinder- und Jugendhilfe
- Jugendzentren
- Einrichtungen für Kinder mit Behinderung
- Familienzentren
Passt zu dir, wenn …
- du gesellschaftlich etwas bewegen willst
- du während der Ausbildung Geld verdienen musst
Eher nicht, wenn …
- du ruhige Arbeitsumgebungen brauchst
So gelingt der Quereinstieg
Der häufigste Weg für Umsteiger ist die praxisintegrierte Ausbildung. Du arbeitest von Anfang an in der Kita und verdienst Geld. Dafür brauchst du einen Träger, der dich einstellt, und einen Platz an einer Fachschule. Bewirb dich früh, oft schon im Herbst oder Winter für den Start im Sommer. Wenn du einen Berufsabschluss hast, erfüllst du mit mittlerem Schulabschluss meist die Voraussetzungen. Erfahrung als Elternteil, Trainer oder im Ehrenamt mit Kindern hilft dir sehr. Mit 40 oder 50 kannst du gut einsteigen, viele Kitas freuen sich über Lebenserfahrung im Team. Rechne mit einer Phase, in der Schule, Praxis und Familie viel Kraft kosten.
Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?
Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.
Was du mitbringen solltest
- Freude an der Arbeit mit Kindern
- Kommunikation mit Eltern
- Organisationstalent
- Belastbarkeit bei Lärm und Trubel
Voraussetzungen für den Quereinstieg
- Mittlerer Schulabschluss plus Berufsausbildung oder (Fach-)Hochschulreife plus Praktikum
- Je nach Bundesland weitere Wege, etwa mit langer Berufstätigkeit
- Erweitertes Führungszeugnis und Nachweis über Masernschutz
- Regelungen je nach Bundesland und Fachschule
Dein Weg in den Beruf
Dauer: 2–4 Jahre je nach Bundesland, PiA meist 3 Jahre
- 1Hospitation in einer Kita
- 2Platz an einer Fachschule und bei einem Träger
- 3Ausbildung in Vollzeit, Teilzeit oder als PiA mit Vergütung
- 4Staatliche Anerkennung, je nach Land nach einem Berufspraktikum
Wovon du während des Umstiegs lebst
Vergütung in der praxisintegrierten Ausbildung (PiA)
In der PiA bist du beim Träger angestellt. Im öffentlichen Dienst gilt dafür der TVAöD-Pflege, seit 1.5.2026 mit 1.490,69 € im ersten bis 1.653,38 € im dritten Jahr. In der klassischen Vollzeitschule gibt es meist keine Vergütung, dann kommen BAföG oder Aufstiegs-BAföG infrage.
- Die Ausbildungsvergütung liegt meist deutlich unter deinem bisherigen Gehalt. Rechne die Lücke für die ganze Ausbildungszeit durch.
- Je nach Situation kommen Wohngeld oder Kinderzuschlag infrage.
- Für Meister, Techniker oder Erzieher in Vollzeit gibt es Aufstiegs-BAföG mit bis zu 1.019 Euro Unterhaltsbeitrag im Monat.
Passende Förderprogramme
Quelle: Stellenausschreibung PiA Studierendenwerk Saarland 2026 (Vergütung nach TVAöD-Pflege). Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.
Was du nach dem Einstieg verdienst
Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.
Grundlage: Vollzeitbeschäftigte, Deutschland, alle Altersgruppen, Median und Quartile. Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit
Arbeitsmarkt und Zukunft
Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit
Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf die Engpassanalyse und die Arbeitslosenquote der Bundesagentur für Arbeit. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.
Die Bundesagentur für Arbeit stuft Erzieherinnen und Erzieher als Engpassberuf ein. Die Arbeitslosenquote im Bereich Kinderbetreuung lag 2025 bei 2,0 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten ist in zehn Jahren um 43 Prozent auf knapp 800.000 gestiegen. Zuletzt gab es etwas mehr Arbeitslose und weniger gemeldete Stellen. Mit dem Ganztagsanspruch in Grundschulen ab 2026 bleibt der Bedarf hoch.
Arbeitslosenquote
Je niedriger die Quote, desto leichter findest du eine Stelle. Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht den Wert nur für die Gruppe „Berufsfeld Kinderbetreuung und -erziehung“.
Stand: 2025. Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsmarkt Kompakt: Kinderbetreuung und -erziehung; Presseinfo Nr. 32 vom 02.09.2026. Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit
Häufige Fragen
Kann ich mit 40 noch Erzieherin werden?
Ja. Die Fachschulen kennen keine Altersgrenze. Viele Umsteiger beginnen zwischen 30 und 50. Mit der praxisintegrierten Ausbildung verdienst du von Anfang an Geld. Wichtig ist, dass du einen Träger findest, der dich einstellt. Deine Erfahrung aus Beruf und Familie ist dabei oft ein Pluspunkt.
Wie viel verdiene ich in der Erzieherausbildung?
In der praxisintegrierten Ausbildung bekommst du im öffentlichen Dienst seit Mai 2026 zwischen 1.490,69 € im ersten und 1.653,38 € im dritten Jahr. Freie und kirchliche Träger zahlen teils nach eigenen Tarifen. In der vollzeitschulischen Ausbildung gibt es meist keine Vergütung, dann kannst du BAföG oder Aufstiegs-BAföG prüfen.
Brauche ich Abitur, um Erzieher zu werden?
Nein. Der häufigste Zugang ist ein mittlerer Schulabschluss plus eine abgeschlossene Berufsausbildung. Mit Fachhochschulreife oder Abitur brauchst du meist zusätzlich ein Praktikum im pädagogischen Bereich. Je nach Bundesland gibt es weitere Wege, etwa über mehrere Jahre Berufstätigkeit. Die Fachschule in deiner Region sagt dir, was für dich gilt.
Jobs in der Nähe
Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.
Weiterführende Informationen
- BA: Arbeitsmarkt Kompakt Kinderbetreuung und -erziehung
- BMFSFJ: Handlungsempfehlungen zur Ausbildung von Quereinsteigenden (PDF)
- Frühe Chancen: Wege in den Beruf der Erzieherinnen und Erzieher (Beispiel Baden-Württemberg, PDF)
- BERUFENET: alle Berufe im Überblick
- Passende Kurse finden: mein NOW Weiterbildungssuche
Quellen und Stand der Daten
- Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/9159
- Arbeitsmarkt: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsmarkt Kompakt: Kinderbetreuung und -erziehung; Presseinfo Nr. 32 vom 02.09.2026. statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-i…
- Einkommen im Umstieg: Stellenausschreibung PiA Studierendenwerk Saarland 2026 (Vergütung nach TVAöD-Pflege). www.stw-saarland.de/wp-content/uploads/2026/07/K0526_PiA_Frist_7072026…
- Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026
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