Natur & Tiere · Umschulung

Umschulung zum Gärtner

Berufsbezeichnung: Gärtnerin / Gärtner (u. a. Garten- und Landschaftsbau)

Gärten, Grünflächen und Außenanlagen planen, bauen und pflegen.

Gärtnerinnen und Gärtner arbeiten mit Pflanzen und draußen. Die Ausbildung hat sieben Fachrichtungen. Die meisten Stellen gibt es im Garten- und Landschaftsbau. Dort legst du Gärten, Wege, Teiche und Spielplätze an und pflegst Grünflächen. Eine Umschulung zum Gärtner dauert meist 24 Monate. Für Umsteiger ist der Beruf gut erreichbar, weil kein bestimmter Abschluss nötig ist.

Gärtner in Arbeitskleidung pflanzt Stauden in ein Gartenbeet
Foto: Virrages Images
Quereinstieghoch
Qualifizierungca. 24 Monate
Gehalt (Median), brutto3.431 €
Bedarf & Zukunfthoch

Was du in diesem Beruf machst

Die Fachrichtungen sind Baumschule, Friedhofsgärtnerei, Garten- und Landschaftsbau, Gemüsebau, Obstbau, Staudengärtnerei und Zierpflanzenbau. In der Produktion ziehst du Pflanzen an und vermarktest sie. Im Garten- und Landschaftsbau, kurz GaLaBau, arbeitest du auf Baustellen. Du pflasterst Wege, setzt Mauern, verlegst Rollrasen, pflanzt Bäume und bedienst Minibagger oder Radlader.

Die reguläre Ausbildung ist dual und dauert drei Jahre. Für Umschüler gilt eine Mindestdauer von zwei Jahren. Viele Bildungsträger bieten 24 Monate an, mit Praktikum in einem Betrieb. Die Prüfung legst du vor der zuständigen Stelle für Gartenbau ab, je nach Land etwa die Landwirtschaftskammer. Mit Berufserfahrung kannst du dich zum Meister oder Techniker weiterbilden.

So sieht ein Arbeitstag aus

Im GaLaBau startet dein Tag früh auf dem Betriebshof. Ihr ladet Material und Maschinen und fahrt zur Baustelle. Heute legt dein Team eine Terrasse an. Du hebst mit dem Minibagger den Boden aus, verdichtest den Untergrund und verlegst Platten nach Plan. Am Nachmittag pflanzt ihr eine Hecke und baut eine Bewässerung ein. Bei anderen Aufträgen schneidest du Bäume, mähst Grünanlagen oder pflegst Privatgärten. Im Winter geht es oft um Baumpflege oder Winterdienst. Die Arbeit ist körperlich und findet bei jedem Wetter statt. Dafür siehst du am Abend, was du geschaffen hast.

Wo du arbeiten kannst

  • Betriebe im Garten- und Landschaftsbau
  • Grünflächenämter von Städten und Gemeinden
  • Gärtnereien und Baumschulen
  • Friedhofsgärtnereien
  • Gemüse- und Obstbaubetriebe
  • Hausmeister- und Facility-Dienste

Passt zu dir, wenn …

  • du gern draußen und mit den Händen arbeitest
  • du am Ende des Tages sehen willst, was du geschaffen hast
  • du gern im Team mit Maschinen arbeitest

Eher nicht, wenn …

  • du Regen, Kälte und Hitze nicht aushältst
  • du Rücken- oder Knieprobleme hast

So gelingt der Quereinstieg

Für die Umschulung ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die Dauer und die Finanzierung klärst du vorher mit der Agentur für Arbeit. Viele Bildungsträger bieten 24 Monate mit einem Praktikum von mehreren Monaten an. Hilfreich sind Erfahrungen aus Bau, Handwerk, Landwirtschaft oder Hausmeisterdienst. Auch wer privat gern gärtnert, hat einen Vorteil. Ein Führerschein ist im GaLaBau sehr nützlich, weil ihr zu wechselnden Baustellen fahrt. Mit 40 ist der Einstieg gut machbar. Mit 50 kommt es auf deine Gesundheit an, denn Heben, Knien und Arbeit bei jedem Wetter gehören dazu. Wer es ruhiger mag, findet in Gärtnereien oder in der Grünpflege oft leichtere Aufgaben.

Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?

hoch
Dauer der Qualifizierunglang
Zugangsvoraussetzungenniedrig
Fachkräftebedarfkeine Einstufung
Einkommen während der Qualifizierungüber Förderung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.

Was du mitbringen solltest

  • Handwerkliches Geschick
  • Körperliche Belastbarkeit
  • Interesse an Pflanzen und Natur
  • Technisches Verständnis für Maschinen

Voraussetzungen für den Quereinstieg

  • Kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben
  • Körperliche Fitness und Freude an Arbeit im Freien
  • Führerschein Klasse B von Vorteil

Dein Weg in den Beruf

Dauer: ca. 24 Monate Umschulung inklusive Praktikum (reguläre Ausbildung: 3 Jahre), Abschlussprüfung vor der zuständigen Stelle für Gartenbau

  1. 1
    Praktikum in einem GaLaBau-Betrieb oder einer Gärtnerei
  2. 2
    Beratung bei der Agentur für Arbeit zum Bildungsgutschein
  3. 3
    Umschulung beim Bildungsträger oder im Betrieb (ca. 24 Monate)
  4. 4
    Abschlussprüfung vor der zuständigen Stelle, optional später Meister oder Techniker

Wovon du während des Umstiegs lebst

FörderungALG + 150 € im Monat, Prämien 1.000 € und 1.500 €

Arbeitslosengeld + Weiterbildungsgeld

Mit Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Lehrgangskosten. Dein Arbeitslosengeld läuft weiter, dazu kommen 150 € Weiterbildungsgeld im Monat. Für die bestandene Zwischenprüfung gibt es 1.000 €, für die Abschlussprüfung 1.500 €.

  • Mit Bildungsgutschein zahlt die Agentur für Arbeit den Kurs.
  • Dein Arbeitslosengeld läuft während der Weiterbildung weiter. Zwei Tage Weiterbildung verbrauchen nur einen Tag deines Anspruchs.
  • Bei einer Umschulung kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat dazu. Für bestandene Prüfungen gibt es 1.000 und 1.500 Euro.
  • Als Beschäftigte oder Beschäftigter bekommst du Förderung über deinen Arbeitgeber oder das Qualifizierungsgeld.

Passende Förderprogramme

Quelle: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.

Was du nach dem Einstieg verdienst

Median: 3.431 €Mittlere Hälfte: 2.907 € bis 4.000 €

Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.

Grundlage: Vollzeitbeschäftigte, Deutschland, alle Altersgruppen, Median und Quartile. Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit

Arbeitsmarkt und Zukunft

Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit

hoch
Aktueller Bedarf an Fachkräftenhoch
Einstufung in der Engpassanalyse der BAkeine Einstufung
Zukunftssicherheithoch
Risiko durch KI und Automatisierungniedrig

Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf eine Einschätzung der Redaktion, weil die Bundesagentur für Arbeit diesen Beruf nicht eigens bewertet. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.

Laut Institut der deutschen Wirtschaft konnte 2025 im Garten- und Landschaftsbau mehr als jede zweite offene Fachkraftstelle rechnerisch nicht besetzt werden. Bei 7.153 offenen Stellen lag die Fachkräftelücke bei 3.658. Klimaanpassung, Stadtgrün und Regenwassermanagement schaffen neue Aufträge. Das Medianentgelt liegt laut Entgeltatlas bei 3.431 € brutto. Die Arbeit draußen lässt sich kaum automatisieren.

Arbeitslosenquote

Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.

Stand: 2025. Quelle: BA-Fachkräfteengpassanalyse 2025 ohne Angabe für Gartenbau; Fachkräftelücke GaLaBau 2025: 3.658 bei 7.153 offenen Stellen (IW Köln, KOFA Kompakt 6/2026). Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Umschulung zum Gärtner?

Die reguläre Ausbildung dauert drei Jahre. Für Umschüler gilt eine Mindestdauer von zwei Jahren, viele Bildungsträger bieten 24 Monate an. Dazu gehört ein Praktikum in einem Betrieb von mehreren Monaten. Du wählst eine Fachrichtung, meist Garten- und Landschaftsbau. Die Prüfung legst du vor der zuständigen Stelle für Gartenbau ab. Danach hast du einen anerkannten Berufsabschluss.

Kann ich mit 50 noch Gärtner werden?

Ja, ein Höchstalter gibt es nicht. Prüfe aber ehrlich deine Gesundheit. Im GaLaBau hebst du schwere Steine, kniest viel und arbeitest bei jedem Wetter. Erfahrung aus Bau oder Handwerk hilft dir sehr. Wer es ruhiger braucht, findet in Gärtnereien, Baumschulen oder in der Grünpflege oft leichtere Aufgaben. Ein Praktikum vorab zeigt dir, ob dein Körper mitmacht.

Wie viel verdient ein Gärtner im Garten- und Landschaftsbau?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median bei 3.431 € brutto im Monat in Vollzeit. Die mittlere Hälfte verdient zwischen 2.907 € und 4.000 €. Viele Betriebe im Garten- und Landschaftsbau zahlen nach Tarif. Als Meister liegt das Gehalt deutlich höher.

Jobs in der Nähe

Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.

Weiterführende Informationen

Quellen und Stand der Daten

  1. Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/585
  2. Arbeitsmarkt: BA-Fachkräfteengpassanalyse 2025 ohne Angabe für Gartenbau; Fachkräftelücke GaLaBau 2025: 3.658 bei 7.153 offenen Stellen (IW Köln, KOFA Kompakt 6/2026). www.iwkoeln.de/studien/philip-herzer-valeria-quispe-fachkraeftemangel-…
  3. Einkommen im Umstieg: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. verwaltung.bund.de/leistungsverzeichnis/de/leistung/99007025017000
  4. Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026

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