Gesundheit & Pflege · Umschulung

Umschulung zur Zahnmedizinischen Fach­angestellten

Berufsbezeichnung: Zahnmedizinische Fachangestellte / Zahnmedizinischer Fachangestellter (ZFA)

Am Behandlungsstuhl assistieren und die Zahnarztpraxis organisieren.

Zahnmedizinische Fachangestellte assistieren bei Behandlungen, betreuen Patienten, kümmern sich um Hygiene und erledigen Abrechnung und Termine. Eine Umschulung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten dauert meist zwei Jahre und endet mit der Prüfung vor der Zahnärztekammer. Die Bundesagentur führt den Beruf als Engpassberuf. Das Gehalt liegt eher im unteren Bereich.

Zahnmedizinische Fachangestellte bedient ein Röntgengerät
Foto: Wavebreakmedia / Getty Images
Quereinstieghoch
Qualifizierungca. 24 Monate
Gehalt, bruttoTarif ab 2.620 €
Bedarf & Zukunftsehr hoch

Was du in diesem Beruf machst

Als ZFA reichst du Instrumente an, saugst ab und bereitest Füllungen oder Abdrücke vor. Du beruhigst ängstliche Patienten, erklärst Pflegetipps und fertigst nach Anweisung Röntgenbilder an. Ein wichtiger Teil ist Hygiene. Du reinigst, desinfizierst und sterilisierst Instrumente nach festen Regeln. Am Empfang vergibst du Termine und rechnest Leistungen mit Krankenkassen ab.

Tarifverträge gelten nur in Hamburg, Niedersachsen, dem Saarland und Westfalen-Lippe. In den anderen Ländern geben die Zahnärztekammern Empfehlungen, die Praxen sind daran nicht gebunden. Nach der Umschulung kannst du dich weiterbilden, etwa zur Prophylaxeassistentin, Dentalhygienikerin oder Verwaltungsassistentin. Damit steigt auch das Gehalt.

So sieht ein Arbeitstag aus

Morgens bereitest du die Behandlungszimmer vor und prüfst die Geräte. Der erste Patient kommt zur Kontrolle, du legst die Karteikarte an und assistierst bei der Untersuchung. Danach steht eine Wurzelbehandlung an. Du reichst Instrumente an, hältst die Sicht frei und beruhigst den Patienten. Zwischen den Terminen bereitest du Instrumente im Sterilisationsraum auf. Am Empfang klingelt das Telefon, eine Patientin hat Zahnschmerzen und braucht schnell einen Termin. Nachmittags machst du vielleicht eine professionelle Zahnreinigung, wenn du die Fortbildung hast. Am Ende des Tages erfasst du Leistungen für die Abrechnung. Du arbeitest viel im Sitzen am Stuhl und nah an Menschen.

Wo du arbeiten kannst

  • Zahnarztpraxen
  • Kieferorthopädische Praxen
  • Praxen für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
  • Zahnkliniken und Medizinische Versorgungszentren
  • Abrechnungsstellen und Dentalindustrie

Passt zu dir, wenn …

  • du gern nah mit Menschen arbeitest
  • du sorgfältig bist und Ordnung magst
  • du einen Beruf mit vielen offenen Stellen suchst

Eher nicht, wenn …

  • du ein hohes Einstiegsgehalt brauchst
  • dir Blut, Gerüche und Speichel unangenehm sind

So gelingt der Quereinstieg

Der übliche Weg ist eine Umschulung von etwa 24 Monaten. Sie läuft bei einem Bildungsträger mit Praxisphasen oder direkt in einer Zahnarztpraxis mit Umschulungsvertrag. Die Abschlussprüfung findet in zwei Teilen vor der Zahnärztekammer statt. Gute Voraussetzungen bringst du mit, wenn du schon im Gesundheitswesen, im Empfang, im Einzelhandel oder in der Pflege gearbeitet hast. Wichtig sind keine Scheu vor Blut und Speichel und Geschick mit den Händen. Mit 40 oder 50 bist du in vielen Praxen willkommen, weil Patienten Ruhe und Lebenserfahrung schätzen. Einige Praxen suchen gezielt Umschüler, weil Fachkräfte fehlen. Ein Probetag zeigt dir den Alltag.

Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?

hoch
Dauer der Qualifizierunglang
Zugangsvoraussetzungenniedrig
FachkräftebedarfEngpassberuf
Einkommen während der Qualifizierungüber Förderung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.

Was du mitbringen solltest

  • Geschickte Hände und Sinn für Sauberkeit
  • Freundlicher, ruhiger Umgang mit Patienten
  • Organisationstalent am Empfang
  • Sorgfalt bei Hygiene und Abrechnung

Voraussetzungen für den Quereinstieg

  • Kein bestimmter Abschluss vorgeschrieben, meist wird ein mittlerer Schulabschluss erwartet
  • Umschulungsvertrag mit einer Zahnarztpraxis oder Platz bei einem Bildungsträger
  • Impfschutz, etwa gegen Hepatitis B
  • Keine Berührungsängste mit Blut und Speichel

Dein Weg in den Beruf

Dauer: ca. 24 Monate Umschulung mit Abschlussprüfung vor der Zahnärztekammer (reguläre Ausbildung: 3 Jahre)

  1. 1
    Probetag oder Praktikum in einer Zahnarztpraxis
  2. 2
    Beratung bei der Agentur für Arbeit zu Bildungsgutschein und Umschulung
  3. 3
    Umschulung mit Abschlussprüfung vor der Zahnärztekammer
  4. 4
    Optional später: Prophylaxeassistenz, Dentalhygiene oder Praxisverwaltung

Wovon du während des Umstiegs lebst

FörderungALG + 150 € im Monat, Prämien 1.000 € und 1.500 €

Arbeitslosengeld + Weiterbildungsgeld

Mit Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Lehrgangskosten. Dein Arbeitslosengeld läuft weiter, dazu kommen 150 € Weiterbildungsgeld im Monat. Für bestandene Prüfungen gibt es Prämien von 1.000 € und 1.500 €.

  • Mit Bildungsgutschein zahlt die Agentur für Arbeit den Kurs.
  • Dein Arbeitslosengeld läuft während der Weiterbildung weiter. Zwei Tage Weiterbildung verbrauchen nur einen Tag deines Anspruchs.
  • Bei einer Umschulung kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat dazu. Für bestandene Prüfungen gibt es 1.000 und 1.500 Euro.
  • Als Beschäftigte oder Beschäftigter bekommst du Förderung über deinen Arbeitgeber oder das Qualifizierungsgeld.

Passende Förderprogramme

Quelle: § 87a SGB III; Bundesagentur für Arbeit: Bildungsgutschein. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.

Was du nach dem Einstieg verdienst

Tarifspanne: 2.620 € bis 3.293 €

Die Spanne reicht von der ersten bis zur höchsten Erfahrungsstufe, ohne Zuschläge. Bei Arbeitgebern ohne Tarifbindung kann das Gehalt abweichen.

Grundlage: Gehaltstarifvertrag ZFA (AAZ/vmf) für Hamburg, Niedersachsen, Saarland und Westfalen-Lippe, Tätigkeitsgruppe I, 1. bis ab 28. Berufsjahr (2.620,00 € bis 3.292,50 €), 39 Wochenstunden; übrige Länder nur Empfehlungen der Zahnärztekammern. Stand: 01.01.2026 bis 31.12.2026. Quelle: tarifvertrag-online.de (ZFA-Entgelttabelle 2026); zm-online: neuer Tarifvertrag ab 01.07.2025

Arbeitsmarkt und Zukunft

Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit

sehr hoch
Aktueller Bedarf an Fachkräftensehr hoch
Einstufung in der Engpassanalyse der BAEngpassberuf
Zukunftssicherheithoch
Risiko durch KI und Automatisierungniedrig

Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf die Engpassanalyse und die Arbeitslosenquote der Bundesagentur für Arbeit. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.

Die Bundesagentur stuft Zahnmedizinische Fachangestellte in der Engpassanalyse 2025 als Engpassberuf ein, mit einem Gesamtwert von 2,7. Rund 219.000 Menschen arbeiten laut Verband medizinischer Fachberufe als ZFA, die meisten in Zahnarztpraxen. 2025 wurden 17.274 neue Ausbildungsverträge geschlossen, so viele wie seit Jahren nicht. Gleichzeitig wechseln viele ZFA in andere Berufe. Assistenz am Patienten lässt sich kaum automatisieren.

Arbeitslosenquote

Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.

Stand: 2025. Quelle: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025 (Gesamtwert 2,7 für 8111 Zahnmedizinische Fachangestellte, Tabelle 5 und 7). Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Umschulung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten?

In der Regel 24 Monate. Die reguläre Ausbildung dauert drei Jahre, für Umschüler wird sie verkürzt. Du lernst in der Praxis und in Unterricht beim Bildungsträger oder in der Berufsschule. Die Abschlussprüfung ist in zwei Teile gestreckt und findet vor der Zahnärztekammer statt. Danach kannst du sofort als ZFA arbeiten und Fortbildungen anschließen.

Was verdient eine ZFA?

Nach dem Tarifvertrag für Hamburg, Niedersachsen, Saarland und Westfalen-Lippe verdienst du 2026 in Tätigkeitsgruppe I zwischen 2.620 € und 3.292,50 € brutto im Monat bei 39 Stunden. Der Betrag steigt mit den Berufsjahren. Mit Fortbildungen wie Prophylaxe wirst du höher eingruppiert. In anderen Ländern gibt es nur Empfehlungen der Kammern, das Gehalt handelst du selbst aus.

Fördert die Agentur für Arbeit eine Umschulung zur ZFA?

Ja, das ist möglich. Die Agentur für Arbeit stellt einen Bildungsgutschein aus, wenn die Umschulung deine Chancen verbessert. ZFA ist ein Engpassberuf, das spricht für eine Förderung. Dein Arbeitslosengeld läuft weiter, dazu kommen 150 € Weiterbildungsgeld im Monat und Prämien für bestandene Prüfungen. Auch Beschäftigte ohne Abschluss in einer Praxis können gefördert werden.

Jobs in der Nähe

Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.

Weiterführende Informationen

Quellen und Stand der Daten

  1. Gehalt: tarifvertrag-online.de (ZFA-Entgelttabelle 2026); zm-online: neuer Tarifvertrag ab 01.07.2025. tarifvertrag-online.de/entgelttabelle/zfa
  2. Arbeitsmarkt: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025 (Gesamtwert 2,7 für 8111 Zahnmedizinische Fachangestellte, Tabelle 5 und 7). www.frauundberuf-bw.de/fileadmin/FuB-contentbilder/themen/2025_BA-FK-E…
  3. Einkommen im Umstieg: § 87a SGB III; Bundesagentur für Arbeit: Bildungsgutschein. www.arbeitsagentur.de/karriere-und-weiterbildung/bildungsgutschein
  4. Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026

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