Wirtschaft & Verwaltung · Umschulung

Umschulung zum Immobilienkaufmann

Berufsbezeichnung: Immobilienkauffrau / Immobilienkaufmann

Immobilien verwalten, vermieten und Eigentümer beraten.

Immobilienkaufleute verwalten Wohnungen und Gewerbeflächen, betreuen Mieter und Eigentümer und erstellen Betriebskostenabrechnungen. Manche vermitteln oder verkaufen auch Häuser und Wohnungen. Die Umschulung zum Immobilienkaufmann dauert bei Bildungsträgern meist 24 Monate und endet mit der IHK-Prüfung. Mit dem Abschluss giltst du zugleich als zertifizierter Verwalter für Wohnungseigentümergemeinschaften.

Immobilienkauffrau zeigt einem Interessenten eine moderne Wohnanlage
Foto: piranka / Getty Images
Quereinstiegmittel
Qualifizierungca. 24 Monate
Gehalt (Median), brutto4.320 €
Bedarf & Zukunfthoch

Was du in diesem Beruf machst

Immobilienkaufleute bewirtschaften Grundstücke, Wohnhäuser und Gewerbeimmobilien. Sie vermieten Wohnungen, organisieren Besichtigungen, schließen Mietverträge ab und kümmern sich um Reparaturen. Sie erstellen Wirtschaftspläne und Betriebskostenabrechnungen und begleiten Bau- und Sanierungsprojekte. Ein Teil der Arbeit findet in Wohnquartieren und auf Baustellen statt.

Die reguläre Ausbildung dauert drei Jahre. Umschulungen dauern meist 24 Monate in Vollzeit und enthalten ein Praktikum. Bildungsträger wie WBS verlangen in der Regel Abitur oder einen mittleren Abschluss mit Berufsausbildung. Wer den Abschluss hat, gilt nach § 7 der Zertifizierter-Verwalter-Prüfungsverordnung als zertifizierter Verwalter und braucht dafür keine eigene IHK-Prüfung.

So sieht ein Arbeitstag aus

Morgens beantwortest du Mails und Anrufe von Mietern. Eine Heizung ist ausgefallen, also beauftragst du einen Handwerksbetrieb und informierst die Bewohner. Danach bereitest du eine Wohnungsübergabe vor und prüfst, welche Schäden der Vormieter hinterlassen hat. Am Nachmittag zeigst du eine freie Wohnung oder sprichst mit Eigentümern über eine anstehende Sanierung. Im Büro erstellst du Betriebskostenabrechnungen, prüfst Mietzahlungen und bereitest eine Eigentümerversammlung vor. Solche Versammlungen finden oft abends statt. Du brauchst Wissen im Mietrecht und gute Nerven bei Beschwerden. Dafür ist kein Tag wie der andere.

Wo du arbeiten kannst

  • Wohnungsunternehmen und Wohnungsgenossenschaften
  • Hausverwaltungen und WEG-Verwaltungen
  • Immobilienmakler
  • Banken und Versicherungen mit Immobilienbestand
  • Bauträger und Projektentwickler

Passt zu dir, wenn …

  • du gern mit Menschen zu tun hast und Konflikte klären kannst
  • dich Häuser, Technik und Recht interessieren
  • du Büroarbeit und Außentermine mischen möchtest

Eher nicht, wenn …

  • dich Beschwerden und Abendtermine stark belasten

So gelingt der Quereinstieg

Für die Umschulung verlangen Bildungsträger meist Abitur oder einen mittleren Schulabschluss mit Berufsausbildung. In Ausnahmefällen ist der Einstieg auch ohne Ausbildung möglich. Gute Voraussetzungen bringen Menschen aus Handwerk und Bau mit, denn sie verstehen Schäden, Angebote und Handwerkerrechnungen. Auch Erfahrung aus Bank, Versicherung, Verwaltung oder Kundenservice hilft dir weiter. Mit 40 oder 50 bist du in der Immobilienverwaltung oft gern gesehen. Eigentümer und Mieter schätzen ruhige, erfahrene Ansprechpartner. Rechne damit, dass Mietrecht, Wohnungseigentumsrecht und Abrechnungen viel Lernstoff sind. Ein Praktikum bei einer Hausverwaltung zeigt dir vorab, ob dir der Alltag liegt.

Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?

mittel
Dauer der Qualifizierunglang
Zugangsvoraussetzungenniedrig
Fachkräftebedarfkeine Einstufung
Einkommen während der Qualifizierungüber Förderung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.

Was du mitbringen solltest

  • Freundliches und bestimmtes Auftreten
  • Organisationstalent
  • Interesse an Recht und Technik
  • Zahlenverständnis für Abrechnungen

Voraussetzungen für den Quereinstieg

  • Abitur oder mittlerer Abschluss mit Berufsausbildung (je nach Bildungsträger)
  • Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
  • Gutes Zahlenverständnis

Dein Weg in den Beruf

Dauer: ca. 24 Monate Umschulung in Vollzeit (reguläre Ausbildung: 3 Jahre); später Weiterbildung zum Immobilienfachwirt möglich

  1. 1
    Praktikum oder Hospitation bei einer Hausverwaltung
  2. 2
    Umschulung beim Bildungsträger mit Praktikum (ca. 24 Monate)
  3. 3
    Abschlussprüfung vor der IHK
  4. 4
    Optional: Weiterbildung zum Immobilienfachwirt

Wovon du während des Umstiegs lebst

FörderungALG + 150 € im Monat, Prämien 1.000 € und 1.500 €

Arbeitslosengeld + Weiterbildungsgeld

Mit Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Lehrgangskosten. Dein Arbeitslosengeld läuft weiter, dazu kommen 150 € Weiterbildungsgeld im Monat. Für bestandene Prüfungen gibt es Prämien von 1.000 € und 1.500 €.

  • Mit Bildungsgutschein zahlt die Agentur für Arbeit den Kurs.
  • Dein Arbeitslosengeld läuft während der Weiterbildung weiter. Zwei Tage Weiterbildung verbrauchen nur einen Tag deines Anspruchs.
  • Bei einer Umschulung kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat dazu. Für bestandene Prüfungen gibt es 1.000 und 1.500 Euro.
  • Als Beschäftigte oder Beschäftigter bekommst du Förderung über deinen Arbeitgeber oder das Qualifizierungsgeld.

Passende Förderprogramme

Quelle: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.

Was du nach dem Einstieg verdienst

Median: 4.320 €Mittlere Hälfte: 3.533 € bis 5.348 €

Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.

Grundlage: KldB 61312, Vollzeitbeschäftigte, Deutschland, alle Altersgruppen, Median und Quartile. Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit

Arbeitsmarkt und Zukunft

Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit

hoch
Aktueller Bedarf an Fachkräftenhoch
Einstufung in der Engpassanalyse der BAkeine Einstufung
Zukunftssicherheithoch
Risiko durch KI und Automatisierungmittel

Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf eine Einschätzung der Redaktion, weil die Bundesagentur für Arbeit diesen Beruf nicht eigens bewertet. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.

Seit Dezember 2023 können Wohnungseigentümer einen zertifizierten Verwalter verlangen. Immobilienkaufleute erfüllen diese Anforderung mit ihrem Abschluss, ohne zusätzliche Prüfung. Das Medianentgelt liegt laut Entgeltatlas bei rund 4.320 € brutto. Software übernimmt zunehmend Abrechnungen und Teile der Mieterkommunikation. Ortstermine, Konflikte und Gespräche mit Eigentümern bleiben Aufgabe von Menschen. Auch die Sanierung älterer Gebäude bringt viel Arbeit für Verwaltungen.

Arbeitslosenquote

Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.

Stand: 2025. Quelle: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025 (Immobilienberufe nicht in den veröffentlichten Ranglisten; Einzelwert im Bericht nicht ausgewiesen). Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Umschulung zum Immobilienkaufmann?

Die Umschulung dauert bei Bildungsträgern meist 24 Monate in Vollzeit. Ein Praktikum gehört dazu, seine Länge richtet sich nach den Vorgaben der IHK. Am Ende legst du die Abschlussprüfung vor der IHK ab. Mit Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Lehrgangskosten. Dein Arbeitslosengeld läuft weiter, dazu kommen 150 € Weiterbildungsgeld im Monat.

Wie viel verdienen Immobilienkaufleute?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median bei rund 4.320 € brutto im Monat in Vollzeit. Die mittlere Hälfte verdient zwischen 3.533 € und 5.348 €. Beim Einstieg liegt das Gehalt meist darunter. Region, Arbeitgeber und Tarifbindung machen einen Unterschied. Im Verkauf kommen manchmal Provisionen dazu. Mit der Weiterbildung zum Immobilienfachwirt sind Leitungsaufgaben und ein höheres Gehalt möglich.

Kann ich mit 50 noch in die Immobilienverwaltung wechseln?

Ja. Ein Höchstalter gibt es nicht. In der Verwaltung zählen Erfahrung, Ruhe und Verhandlungsgeschick. Wer aus Handwerk, Bau oder Bank kommt, bringt passendes Wissen mit. Die Agentur für Arbeit kann eine Umschulung mit Bildungsgutschein fördern. Ein Praktikum bei einer Hausverwaltung hilft dir, die Arbeit kennenzulernen und erste Kontakte zu knüpfen.

Jobs in der Nähe

Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.

Weiterführende Informationen

Quellen und Stand der Daten

  1. Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/35274
  2. Arbeitsmarkt: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025 (Immobilienberufe nicht in den veröffentlichten Ranglisten; Einzelwert im Bericht nicht ausgewiesen). www.frauundberuf-bw.de/fileadmin/FuB-contentbilder/themen/2025_BA-FK-E…
  3. Einkommen im Umstieg: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. verwaltung.bund.de/leistungsverzeichnis/de/leistung/99007025017000
  4. Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026

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