Was du in diesem Beruf machst
Recruiter schreiben Stellenanzeigen, sprechen Kandidaten an und führen Interviews. Sie beraten Fachbereiche bei der Besetzung.
Erfahrung aus Vertrieb, Branche oder Personalarbeit ist ein echter Vorteil.
So sieht ein Arbeitstag aus
Dein Tag startet im Bewerbermanagementsystem. Du sichtest neue Bewerbungen und gibst schnell Rückmeldung. Dann sprichst du mit einer Abteilungsleiterin über eine offene Stelle und klärst, was die neue Person wirklich können muss. Daraus schreibst du die Stellenanzeige. Für schwer zu besetzende Stellen suchst du selbst auf LinkedIn oder Xing nach passenden Leuten und schreibst sie an. Am Nachmittag führst du Telefoninterviews und planst Gespräche mit dem Fachbereich. Zwischendurch telefonierst du mit Kandidaten und stimmst Termine ab. Absagen gehören genauso dazu wie Zusagen.
Wo du arbeiten kannst
- Personalabteilungen in Mittelstand und Konzernen
- Personalberatungen und Headhunter
- Personaldienstleister und Zeitarbeitsfirmen
- Recruiting-Agenturen
- Kliniken und Pflegeträger
- Öffentlicher Dienst
Passt zu dir, wenn …
- du gern telefonierst und Menschen überzeugst
- du dein Branchenwissen nutzen willst
Eher nicht, wenn …
- dich Absagen und Druck belasten
So gelingt der Quereinstieg
Recruiting ist kein geschützter Beruf. Viele steigen über Vertrieb, Kundenberatung oder eine Fachbranche ein. Wer aus der Pflege, dem Handwerk oder der IT kommt, versteht die Kandidaten und ihre Sprache. Personaldienstleister und Personalberatungen arbeiten häufig Quereinsteiger selbst ein. Ein Zertifikatslehrgang, etwa bei einer IHK, gibt dir Grundlagen in Arbeitsrecht, Interviewführung und Active Sourcing. Mit 45 oder 50 wirkt deine Lebens- und Berufserfahrung im Gespräch oft vertrauensbildend. Rechne in Agenturen mit Zielvorgaben, also einer festen Zahl an Besetzungen. In Personalabteilungen ist die Arbeit meist planbarer, dort werden aber öfter HR-Kenntnisse erwartet.
Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?
Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.
Was du mitbringen solltest
- Kommunikationsstärke
- Menschenkenntnis
- Hartnäckigkeit
- Umgang mit Recruiting-Tools
Voraussetzungen für den Quereinstieg
- Kein Abschluss vorgeschrieben
- Branchenkenntnis von Vorteil
- Sicheres Auftreten am Telefon
Dein Weg in den Beruf
Dauer: wenige Wochen bis ca. 3 Monate
- 1Zertifikatslehrgang Recruiting, zum Beispiel bei einer IHK
- 2Einstieg bei Personaldienstleister, Personalberatung oder in einer Personalabteilung
- 3Spezialisierung auf eine Branche oder auf Active Sourcing
Wovon du während des Umstiegs lebst
Gehalt läuft weiter oder ALG
Die Weiterbildung lässt sich gut neben dem Job machen. Für Beschäftigte kann die Agentur für Arbeit Kosten übernehmen, wenn der Arbeitgeber zustimmt. Arbeitslose erhalten mit Bildungsgutschein in der Regel weiter Arbeitslosengeld.
- Du behältst dein Gehalt. Du brauchst aber Zeit am Abend oder am Wochenende.
- Frag deinen Arbeitgeber nach Kostenübernahme. In 14 Bundesländern hast du Anspruch auf Bildungsurlaub.
- Für Aufstiegsfortbildungen in Teilzeit zahlt das Aufstiegs-BAföG einen Zuschuss zu den Kursgebühren.
Passende Förderprogramme
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Förderung der beruflichen Weiterbildung. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.
Was du nach dem Einstieg verdienst
Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.
Grundlage: Vollzeitbeschäftigte, Deutschland, alle Altersgruppen, Median und Quartile. Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit
Arbeitsmarkt und Zukunft
Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit
Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf eine Einschätzung der Redaktion, weil die Bundesagentur für Arbeit diesen Beruf nicht eigens bewertet. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.
Laut Fachkräfteengpassanalyse der BA gab es 2025 noch 157 Engpassberufe. Unternehmen müssen also um Personal werben, und das hält Recruiting gefragt. Zugleich hängt der Bedarf an der Konjunktur: Wenn Firmen weniger einstellen, sinkt auch die Nachfrage nach Recruiting. Software und KI übernehmen Vorauswahl, Terminplanung und Textentwürfe. Gefragt bleiben Gespräche, Beratung der Fachbereiche und ein gutes Gespür für Menschen.
Arbeitslosenquote
Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.
Stand: –. Quelle: –. Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit
Häufige Fragen
Kann ich ohne HR-Ausbildung Recruiter werden?
Ja. Für Recruiting gibt es keinen vorgeschriebenen Abschluss. Personaldienstleister und Personalberatungen arbeiten oft gezielt Quereinsteiger aus dem Vertrieb oder einer Fachbranche ein. In Personalabteilungen größerer Unternehmen wird häufiger ein HR-Hintergrund oder eine Weiterbildung erwartet. Ein Zertifikatslehrgang zeigt, dass du dich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt hast.
Was verdient ein Recruiter?
Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median bei 4.596 € brutto im Monat in Vollzeit. Die mittlere Hälfte verdient zwischen 3.688 € und 5.702 €. Als Einsteiger startest du meist darunter.
Wie lange dauert eine Weiterbildung zum Recruiter?
Zertifikatslehrgänge dauern je nach Anbieter einige Wochen bis wenige Monate, oft berufsbegleitend am Abend oder Wochenende. In Vollzeit geht es schneller. Wichtiger als die Dauer ist die Praxis: Viele lernen das Handwerk erst richtig in den ersten Monaten bei einem Personaldienstleister oder in einer Personalabteilung.
Jobs in der Nähe
Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.
Weiterführende Informationen
- Entgeltatlas: Personalreferent/in
- Entgeltatlas: Personalvermittler/in
- Bundesagentur für Arbeit: Förderung der beruflichen Weiterbildung
- BERUFENET: alle Berufe im Überblick
- Passende Kurse finden: mein NOW Weiterbildungssuche
Quellen und Stand der Daten
- Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/15005
- Einkommen im Umstieg: Bundesagentur für Arbeit, Förderung der beruflichen Weiterbildung. www.arbeitsagentur.de/karriere-und-weiterbildung/foerderung-berufliche…
- Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026
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