Natur & Tiere · Umschulung

Umschulung zum Tierpfleger

Berufsbezeichnung: Tierpflegerin / Tierpfleger

Tiere in Tierheim, Zoo oder Labor füttern, pflegen und beobachten.

Tierpflegerinnen und Tierpfleger versorgen Tiere in Tierheimen, Tierpensionen, Zoos oder Forschungseinrichtungen. Sie füttern, reinigen, beobachten und helfen bei Behandlungen. Eine Umschulung zum Tierpfleger ist möglich, aber Plätze sind selten. Sie läuft meist direkt in einem Betrieb und endet mit der IHK-Prüfung. Die Arbeit ist körperlich, und das Gehalt ist eher niedrig.

Tierpflegerin füttert einen Seelöwen im Zoo
Foto: Matej Bizjak / Pexels
Quereinstiegeher gering
Qualifizierungca. 24–36 Monate
Gehalt (Median), brutto2.991 €
Bedarf & Zukunftmittel

Was du in diesem Beruf machst

Tierpflegerinnen und Tierpfleger bereiten Futter zu, reinigen Gehege und Zwinger und achten auf das Verhalten der Tiere. Sie erkennen Krankheiten früh und unterstützen Tierärzte bei Behandlungen. Im Tierheim vermitteln sie Tiere und beraten Interessenten. Im Zoo informieren sie Besucher, in Forschung und Klinik halten sie strenge Hygieneregeln ein.

Die Ausbildung dauert drei Jahre und endet mit der Prüfung vor der IHK. Es gibt drei Fachrichtungen: Tierheim und Tierpension, Zoo sowie Forschung und Klinik. Für Erwachsene ist eine Umschulung mit verkürzter Dauer möglich, die IHK entscheidet im Einzelfall. Nach Berufserfahrung kannst du die Fortbildung zum Tierpflegemeister machen.

So sieht ein Arbeitstag aus

Dein Dienst beginnt früh. Du kontrollierst, ob alle Tiere gesund sind, und notierst Auffälligkeiten. Dann reinigst du Zwinger oder Gehege und bereitest Futter vor, für jedes Tier passend. Im Tierheim gehst du mit Hunden raus und gewöhnst ängstliche Katzen an Menschen. Kommt die Tierärztin, hältst du Tiere fest und gibst Medikamente. Am Nachmittag sprichst du mit Menschen, die ein Tier aufnehmen wollen. Die Arbeit ist körperlich. Du trägst Futtersäcke und arbeitest bei jedem Wetter. Wochenend- und Feiertagsdienste gehören dazu, denn Tiere brauchen jeden Tag Pflege. Belastend kann es sein, wenn ein Tier stirbt.

Wo du arbeiten kannst

  • Tierheime und Tierpensionen
  • Zoos und Wildparks
  • Forschungseinrichtungen und Pharmaunternehmen
  • Tierkliniken und Universitäten
  • Hundeschulen und Tierhandlungen

Passt zu dir, wenn …

  • du Tiere liebst und gern draußen und mit den Händen arbeitest
  • dir Sinn wichtiger ist als ein hohes Gehalt
  • dir Schmutz und Gerüche nichts ausmachen

Eher nicht, wenn …

  • du auf ein gutes Gehalt angewiesen bist
  • du Rückenprobleme hast oder freie Wochenenden brauchst

So gelingt der Quereinstieg

Der Quereinstieg ist möglich, braucht aber Geduld. Umschulungsplätze gibt es selten bei Bildungsträgern. Meist schließt du mit einem Tierheim, Zoo oder einer Klinik einen Umschulungsvertrag, den die IHK einträgt. Ein Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Betriebe erwarten aber Belastbarkeit, Verantwortung und oft Impfschutz. Hilfreich sind Erfahrungen aus Landwirtschaft, Pferdehaltung, Hundetraining oder Ehrenamt im Tierschutz. Starte am besten mit einem Praktikum oder einem freiwilligen Einsatz im Tierheim. Mit 40 oder 50 ist der Wechsel machbar, wenn du körperlich fit bist. Plätze in großen Zoos sind sehr begehrt. In Forschung und Klinik werden eher Fachkräfte gesucht.

Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?

eher gering
Dauer der Qualifizierunglang
ZugangsvoraussetzungenAusbildung oder Erfahrung nötig
Fachkräftebedarfkeine Einstufung
Einkommen während der Qualifizierungja

Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.

Was du mitbringen solltest

  • Ruhiger, sicherer Umgang mit Tieren
  • Körperliche Belastbarkeit
  • Genaues Beobachten
  • Verantwortungsbewusstsein und Hygiene

Voraussetzungen für den Quereinstieg

  • Kein Schulabschluss vorgeschrieben, Betriebe erwarten meist mindestens Hauptschulabschluss
  • Gute Gesundheit und keine Tierhaarallergie
  • Impfschutz, je nach Bereich Führungszeugnis
  • Bereitschaft zu Wochenend- und Feiertagsdiensten

Dein Weg in den Beruf

Dauer: Ausbildung 3 Jahre in einer von drei Fachrichtungen; als Umschulung oder mit Vorbildung meist auf 2 bis 2,5 Jahre verkürzt, Abschluss vor der IHK

  1. 1
    Praktikum oder Ehrenamt im Tierheim, Zoo oder Labor
  2. 2
    Fachrichtung wählen und Betrieb für Umschulung suchen
  3. 3
    Umschulung oder verkürzte Ausbildung (ca. 24 bis 30 Monate)
  4. 4
    Abschlussprüfung vor der IHK

Wovon du während des Umstiegs lebst

VergütungVergütung im Betrieb oder Förderung

Vergütung im Betrieb oder Förderung

Bei einer betrieblichen Umschulung zahlt dir der Betrieb eine Vergütung laut Vertrag. Die Ausbildungsvergütung liegt laut gehalt.de bei etwa 932 € bis 1.084 € im Monat. Fördert die Agentur für Arbeit die Umschulung mit Bildungsgutschein, können Weiterbildungsgeld und Prämien für bestandene Prüfungen hinzukommen.

  • Die Ausbildungsvergütung liegt meist deutlich unter deinem bisherigen Gehalt. Rechne die Lücke für die ganze Ausbildungszeit durch.
  • Je nach Situation kommen Wohngeld oder Kinderzuschlag infrage.
  • Für Meister, Techniker oder Erzieher in Vollzeit gibt es Aufstiegs-BAföG mit bis zu 1.019 Euro Unterhaltsbeitrag im Monat.

Passende Förderprogramme

Quelle: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.

Was du nach dem Einstieg verdienst

Median: 2.991 €Mittlere Hälfte: 2.490 € bis 3.848 €

Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.

Grundlage: KldB 11522, Vollzeitbeschäftigte, Deutschland, Median und Quartile. Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit

Arbeitsmarkt und Zukunft

Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit

mittel
Aktueller Bedarf an Fachkräftenmittel
Einstufung in der Engpassanalyse der BAkeine Einstufung
Zukunftssicherheitmittel
Risiko durch KI und Automatisierungniedrig

Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf eine Einschätzung der Redaktion, weil die Bundesagentur für Arbeit diesen Beruf nicht eigens bewertet. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.

Tierpflege bleibt Handarbeit am Tier, KI ersetzt sie kaum. Die Bezahlung ist aber niedrig. Zoos in kommunaler Hand zahlen nach TVöD, der Zoo Landau etwa nach Entgeltgruppe 6. Tierheime zahlen oft weniger. In der Engpassanalyse 2025 der Bundesagentur wird der Beruf nicht eigens bewertet. Stellen in Zoos sind umkämpft.

Arbeitslosenquote

Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.

Stand: 2025. Quelle: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025: Tierpflege im veröffentlichten Bericht nicht ausgewiesen, Einstufung nicht ermittelbar. Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit

Häufige Fragen

Wie läuft eine Umschulung zum Tierpfleger ab?

Meist schließt du einen Umschulungsvertrag mit einem Tierheim, Zoo oder einer Klinik. Die IHK trägt ihn ein und kann die Dauer verkürzen, oft auf zwei bis zweieinhalb Jahre. Du lernst im Betrieb und in der Berufsschule. Am Ende steht die Prüfung vor der IHK. Kläre vorher mit der Agentur für Arbeit, ob sie die Umschulung mit Bildungsgutschein fördert.

Wie viel verdient ein Tierpfleger?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median bei 2.991 € brutto im Monat in Vollzeit. Die mittlere Hälfte verdient zwischen 2.490 € und 3.848 €. Das Gehalt ist eher niedrig. Kommunale Zoos zahlen nach TVöD, oft in Entgeltgruppe 5 oder 6. Tierheime zahlen häufig weniger. Mit dem Meister oder einer Leitungsaufgabe steigt das Gehalt.

Bin ich mit 45 zu alt für den Beruf Tierpfleger?

Ein Höchstalter gibt es nicht. Entscheidend ist deine Fitness, denn du trägst Futter, reinigst Gehege und arbeitest bei jedem Wetter. Erfahrung mit Tieren, etwa im Ehrenamt oder in der Landwirtschaft, hilft bei der Bewerbung. Ein Praktikum zeigt dir, ob du die körperliche Arbeit gut schaffst. Prüfe auch, ob das Gehalt zu deinen Fixkosten passt.

Jobs in der Nähe

Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.

Weiterführende Informationen

Quellen und Stand der Daten

  1. Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/13931
  2. Arbeitsmarkt: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025: Tierpflege im veröffentlichten Bericht nicht ausgewiesen, Einstufung nicht ermittelbar. www.frauundberuf-bw.de/fileadmin/FuB-contentbilder/themen/2025_BA-FK-E…
  3. Einkommen im Umstieg: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. verwaltung.bund.de/leistungsverzeichnis/de/leistung/99007025017000
  4. Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026

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