Handwerk & Technik · Umschulung

Umschulung zum Tischler

Berufsbezeichnung: Tischlerin / Tischler (Schreiner)

Möbel, Küchen und Innenausbauten aus Holz planen und fertigen.

Tischlerinnen und Tischler, im Süden Schreiner genannt, planen und bauen Möbel, Küchen, Treppen, Fenster und Türen. Sie arbeiten in der Werkstatt und auf Montage beim Kunden. Eine Umschulung zum Tischler dauert bei Bildungsträgern meist 21 bis 28 Monate und endet mit der Gesellenprüfung. Das Gehalt liegt unter dem vieler Industrieberufe.

Tischlerin mit Schutzbrille und Gehörschutz in der Werkstatt
Foto: Antonio_Diaz / Getty Images
Quereinstiegmittel
Qualifizierungca. 24 Monate
Gehalt (Median), brutto3.355 €
Bedarf & Zukunfthoch

Was du in diesem Beruf machst

Tischlerinnen und Tischler arbeiten nach Zeichnungen oder entwerfen selbst. Sie wählen Holz und Holzwerkstoffe aus, bearbeiten sie von Hand und an Maschinen und setzen die Teile zusammen. Viele Betriebe fertigen mit CNC-Maschinen und planen mit CAD. Danach folgen Oberflächenbehandlung und Montage, etwa von Küchen, Einbauschränken, Böden oder Innentüren.

Die reguläre Ausbildung im Handwerk dauert drei Jahre. Umschulungen dauern meist 21 bis 28 Monate in Vollzeit, oft mit drei Monaten Praktikum im Betrieb. Am Ende steht die Gesellenprüfung im Tischlerhandwerk. Danach kannst du dich zum Meister oder Techniker weiterbilden oder dich auf Möbelbau, Innenausbau oder Restaurierung spezialisieren.

So sieht ein Arbeitstag aus

Morgens besprichst du mit dem Meister die Aufträge. Heute steht ein Einbauschrank für eine Dachschräge an. Du prüfst das Aufmaß, holst Platten aus dem Lager und schneidest sie an der Formatkreissäge zu. Die Kanten bekommen eine Umleimung, die Bohrungen setzt die CNC-Maschine. Nachmittags fährst du mit einem Kollegen zu einer Kundin und baust eine Küche ein. Du richtest Schränke aus, setzt Geräte ein und montierst die Arbeitsplatte. Es ist laut, staubig und körperlich. Du trägst Gehörschutz und hebst schwere Teile. Die Arbeitszeiten liegen meist am Tag, auf Montage wird es manchmal länger.

Wo du arbeiten kannst

  • Tischlereien und Schreinereien im Handwerk
  • Möbel- und Küchenhersteller
  • Innenausbau- und Messebaufirmen
  • Fenster- und Türenhersteller
  • Werkstätten von Theatern und Bühnen

Passt zu dir, wenn …

  • du gern mit Holz arbeitest und genau sein kannst
  • du dir Räume und Möbel gut vorstellen kannst
  • du am Ende ein fertiges Stück sehen willst

Eher nicht, wenn …

  • dir ein hohes Einstiegsgehalt besonders wichtig ist
  • Lärm und Staub dich stark stören

So gelingt der Quereinstieg

Für Erwachsene führt der Weg meist über eine geförderte Umschulung. Träger erwarten oft einen Hauptschulabschluss, gutes Deutsch, Grundkenntnisse in Mathe und Berufserfahrung. Gut starten Menschen, die schon gern mit Holz arbeiten, renovieren oder Möbel bauen. Erfahrung aus Bau, Montage, Lager oder Produktion hilft ebenfalls. Mit 40 oder 50 ist der Wechsel möglich, wenn Rücken und Gelenke mitmachen. Die Arbeit an Maschinen verlangt Konzentration und Sorgfalt. Schau dir das Gehalt genau an: In kleinen Betrieben ohne Tarif liegt es oft niedriger als in der Industrie. Ein Praktikum in einer Tischlerei zeigt dir, ob dir Werkstatt und Montage liegen.

Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?

mittel
Dauer der Qualifizierunglang
Zugangsvoraussetzungenniedrig
FachkräftebedarfAnzeichen für Engpass
Einkommen während der Qualifizierungüber Förderung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.

Was du mitbringen solltest

  • Handwerkliches Geschick
  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Genauigkeit
  • Umgang mit Maschinen und CAD

Voraussetzungen für den Quereinstieg

  • Hauptschulabschluss oder vergleichbarer Abschluss
  • Gute Deutschkenntnisse (bei manchen Trägern B2)
  • Berufserfahrung (bei vielen Trägern Voraussetzung)
  • Körperliche Belastbarkeit

Dein Weg in den Beruf

Dauer: ca. 21 bis 28 Monate Umschulung mit Praktikum, in Teilzeit länger (reguläre Ausbildung: 3 Jahre); danach Meister/in oder Techniker/in möglich

  1. 1
    Praktikum in einer Tischlerei
  2. 2
    Beratung bei der Agentur für Arbeit und Bildungsgutschein
  3. 3
    Umschulung mit Praktikum (ca. 21 bis 28 Monate)
  4. 4
    Gesellenprüfung im Tischlerhandwerk

Wovon du während des Umstiegs lebst

FörderungALG + 150 € im Monat, Prämien 1.000 € und 1.500 €

Arbeitslosengeld + Weiterbildungsgeld

Mit Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Lehrgangskosten. Dein Arbeitslosengeld läuft weiter, dazu kommen 150 € Weiterbildungsgeld im Monat. Für die bestandene Zwischenprüfung oder Teil 1 der Prüfung gibt es 1.000 €, für die Gesellenprüfung 1.500 €.

  • Mit Bildungsgutschein zahlt die Agentur für Arbeit den Kurs.
  • Dein Arbeitslosengeld läuft während der Weiterbildung weiter. Zwei Tage Weiterbildung verbrauchen nur einen Tag deines Anspruchs.
  • Bei einer Umschulung kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat dazu. Für bestandene Prüfungen gibt es 1.000 und 1.500 Euro.
  • Als Beschäftigte oder Beschäftigter bekommst du Förderung über deinen Arbeitgeber oder das Qualifizierungsgeld.

Passende Förderprogramme

Quelle: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.

Was du nach dem Einstieg verdienst

Median: 3.355 €Mittlere Hälfte: 2.892 € bis 3.857 €

Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.

Grundlage: KldB 22342, Vollzeitbeschäftigte, Deutschland, Median und Quartile. Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit

Arbeitsmarkt und Zukunft

Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit

hoch
Aktueller Bedarf an Fachkräftenhoch
Einstufung in der Engpassanalyse der BAAnzeichen für Engpass
Zukunftssicherheitmittel
Risiko durch KI und Automatisierungniedrig

Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf die Engpassanalyse und die Arbeitslosenquote der Bundesagentur für Arbeit. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.

Nach Daten der Bundesagentur für Arbeit liegt das Medianentgelt für Fachkräfte im Holz-, Möbel- und Innenausbau bei 3.355 € brutto. In der Engpassanalyse 2025 kommt der Beruf laut einer Auswertung auf einen Punktwert von 1,5 und steht unter Beobachtung. Ein flächendeckender Mangel ist das nicht. Gute Chancen haben Fachkräfte mit CNC- und CAD-Kenntnissen. Sanierung, Innenausbau und Einzelanfertigungen sorgen für Aufträge.

Arbeitslosenquote

Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.

Stand: 2025. Quelle: BA-Fachkräfteengpassanalyse 2025, zitiert nach heylead.de: Holz-, Möbel- und Innenausbau Punktwert 1,5 (2024: 1,7), Status Beobachtung. Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Umschulung zum Tischler?

Bei Bildungsträgern dauert die Umschulung meist 21 bis 28 Monate in Vollzeit, in Teilzeit länger. Darin steckt ein Praktikum im Betrieb von meist drei Monaten. Die reguläre Ausbildung dauert drei Jahre. Am Ende legst du die Gesellenprüfung im Tischlerhandwerk ab. Mit Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Lehrgangskosten.

Was verdient ein Tischler?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median bei 3.355 € brutto im Monat in Vollzeit. Die mittlere Hälfte verdient zwischen 2.892 € und 3.857 €. Mit Meister oder Techniker steigt das Gehalt.

Lohnt sich die Umschulung zum Tischler mit 50 noch?

Das hängt von deiner Gesundheit und deinen Zielen ab. Ein Höchstalter gibt es nicht. Die Arbeit ist körperlich, besonders auf Montage. Wer handwerklich geschickt ist und Freude an Holz hat, findet in vielen Regionen eine Stelle. Prüfe vorher das Gehalt in deiner Region. Während der Umschulung erhältst du zusätzlich 150 € Weiterbildungsgeld im Monat und Prämien für bestandene Prüfungen.

Jobs in der Nähe

Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.

Weiterführende Informationen

Quellen und Stand der Daten

  1. Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/4458
  2. Arbeitsmarkt: BA-Fachkräfteengpassanalyse 2025, zitiert nach heylead.de: Holz-, Möbel- und Innenausbau Punktwert 1,5 (2024: 1,7), Status Beobachtung. www.heylead.de/ratgeber/fachkraeftemangel-handwerk-zahlen
  3. Einkommen im Umstieg: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. verwaltung.bund.de/leistungsverzeichnis/de/leistung/99007025017000
  4. Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026

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