Gesundheit & Pflege · Umschulung

Umschulung zur Pflegefachkraft

Berufsbezeichnung: Pflegefachfrau / Pflegefachmann

Menschen jeden Alters pflegen, versorgen und begleiten.

Pflegefachkräfte tragen Verantwortung für Menschen, die Hilfe brauchen. Sie planen die Pflege, behalten die Gesundheit im Blick und sind erste Ansprechperson für Patienten und Angehörige. Der Weg führt über eine dreijährige Ausbildung, auch als Umschulung mit Vergütung. Danach stehen dir Kliniken, Pflegeheime und ambulante Dienste offen, denn Pflegefachkräfte werden fast überall gesucht.

Pflegekraft im blauen Kasack begleitet eine ältere Frau durch ihre Wohnung
Quereinstieghoch
Qualifizierung3 Jahre
Gehalt (Median), brutto4.438 €
Bedarf & Zukunftsehr hoch

Was du in diesem Beruf machst

Pflegefachkräfte versorgen Menschen in Kliniken, Pflegeheimen und ambulanten Diensten. Sie planen die Pflege, setzen ärztliche Anordnungen um und sind erste Ansprechperson für Patienten und Angehörige.

Der generalistische Abschluss gilt in allen Pflegebereichen und wird in der EU anerkannt. Eine abgeschlossene Pflegehelfer- oder Assistenzausbildung kann auf die Ausbildung angerechnet werden.

So sieht ein Arbeitstag aus

Dein Dienst beginnt mit der Übergabe. Das Team aus der Nacht berichtet, wem es schlechter geht und was ansteht. Danach gehst du zu deinen Patienten oder Bewohnern. Du misst Blutdruck, verteilst Medikamente, versorgst Wunden und hilfst bei der Körperpflege. Zwischendurch sprichst du mit Ärztinnen, Therapeuten und Angehörigen. Du planst die Pflege für die nächsten Tage und leitest Pflegehilfskräfte und Auszubildende an. Ein fester Teil des Tages ist die Dokumentation am Computer oder Tablet. Oft kommt Unvorhergesehenes dazu, etwa eine Neuaufnahme oder ein Notfall. Am Ende übergibst du an die nächste Schicht. Je nach Einsatzort arbeitest du im Früh-, Spät- oder Nachtdienst und an Wochenenden.

Wo du arbeiten kannst

  • Krankenhäuser und Kliniken
  • Stationäre Pflegeeinrichtungen
  • Ambulante Pflegedienste
  • Rehakliniken
  • Kinderkliniken und Kinderkrankenpflege
  • Hospize und Palliativstationen

Passt zu dir, wenn …

  • du Verantwortung für Menschen übernehmen willst
  • dir ein sicherer Arbeitsplatz wichtig ist
  • du gern im Team arbeitest

Eher nicht, wenn …

  • du feste Bürozeiten brauchst
  • körperliche Arbeit für dich nicht infrage kommt

So gelingt der Quereinstieg

Für den Einstieg brauchst du einen Ausbildungsplatz bei einem Träger. Er schließt den Vertrag mit dir und kooperiert mit einer Pflegeschule. Bewirb dich am besten nach einer Hospitation, dann weißt du, worauf du dich einlässt. Hilfreich sind Erfahrungen mit Menschen, etwa aus Kundenservice, Pflege von Angehörigen oder Ehrenamt. Auch Organisationstalent aus Büro oder Handel nützt dir bei Planung und Dokumentation. Rechne mit drei intensiven Jahren aus Schule, Praxiseinsätzen und Prüfungen. Lernen wie in der Schule ist für viele nach Jahren ungewohnt, die meisten kommen nach einigen Monaten gut rein. Mit 40 oder 50 bist du in Pflegeschulen keine Ausnahme. Viele Träger schätzen Lebenserfahrung und Ruhe. Prüfe ehrlich, ob du körperlich fit genug für den Schichtdienst bist.

Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?

hoch
Dauer der Qualifizierunglang
Zugangsvoraussetzungenniedrig
FachkräftebedarfEngpassberuf
Einkommen während der Qualifizierungja

Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.

Was du mitbringen solltest

  • Einfühlungsvermögen und Geduld
  • Belastbarkeit im Schichtdienst
  • Sorgfalt bei Medikamenten und Dokumentation
  • Ruhe in Stresssituationen

Voraussetzungen für den Quereinstieg

  • Mittlerer Schulabschluss oder 10 Jahre Schulbildung
  • Oder Hauptschulabschluss plus mindestens zweijährige Berufsausbildung oder abgeschlossene Pflegehelfer- bzw. Pflegeassistenzausbildung
  • Gesundheitliche Eignung
  • Bereitschaft zu Schicht- und Wochenenddienst

Dein Weg in den Beruf

Dauer: 3 Jahre, in Teilzeit bis 5 Jahre

  1. 1
    Hospitation in einer Einrichtung (1–2 Wochen)
  2. 2
    Ausbildungsplatz bei Klinik oder Pflegeträger finden
  3. 3
    Generalistische Ausbildung, mit Vorbildung teils verkürzbar
  4. 4
    Staatliche Prüfung und Erlaubnis zur Berufsbezeichnung

Wovon du während des Umstiegs lebst

Vergütung1.490,69–1.653,38 €

Ausbildungsvergütung

Auch in der Umschulung schließt du einen Ausbildungsvertrag und bekommst die Ausbildungsvergütung. Nach TVAöD-Pflege sind es seit 1.5.2026 im 1. Jahr 1.490,69 €, im 2. Jahr 1.552,07 € und im 3. Jahr 1.653,38 €. Private und kirchliche Träger zahlen nach eigenen Tarifen, teils weniger.

  • Die Ausbildungsvergütung liegt meist deutlich unter deinem bisherigen Gehalt. Rechne die Lücke für die ganze Ausbildungszeit durch.
  • Je nach Situation kommen Wohngeld oder Kinderzuschlag infrage.
  • Für Meister, Techniker oder Erzieher in Vollzeit gibt es Aufstiegs-BAföG mit bis zu 1.019 Euro Unterhaltsbeitrag im Monat.

Passende Förderprogramme

Quelle: TVAöD-BT-Pflege, Entgelttabelle ab 1.5.2026 (Abdruck Ev. Landeskirche Württemberg). Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.

Was du nach dem Einstieg verdienst

Median: 4.438 €Mittlere Hälfte: 3.983 € bis 4.886 €

Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.

Grundlage: KldB 81302, Vollzeitbeschäftigte, Deutschland, alle Altersgruppen, Median und Quartile. Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit

Arbeitsmarkt und Zukunft

Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit

sehr hoch
Aktueller Bedarf an Fachkräftensehr hoch
Einstufung in der Engpassanalyse der BAEngpassberuf
Zukunftssicherheitsehr hoch
Risiko durch KI und Automatisierungniedrig

Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf die Engpassanalyse und die Arbeitslosenquote der Bundesagentur für Arbeit. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.

Pflegefachkräfte gehören laut Bundesagentur für Arbeit zu den Berufen mit den stärksten Engpässen. Die Arbeitslosenquote lag 2025 bei 1,1 Prozent. Auf 100 gemeldete Stellen kamen 57 Arbeitslose. Mit der alternden Bevölkerung wird der Bedarf weiter steigen. Mit Erfahrung kannst du dich spezialisieren, etwa in Intensivpflege, Anästhesie oder Praxisanleitung, oder eine Wohnbereichs- oder Stationsleitung übernehmen.

Arbeitslosenquote

Pflege-Fachkräfte insgesamt1,1 %
Alle Berufe6,3 %

Je niedriger die Quote, desto leichter findest du eine Stelle. Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht den Wert nur für die Gruppe „Pflege-Fachkräfte insgesamt“.

Stand: 2025 (Jahresdurchschnitt). Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsmarktsituation in Pflegeberufen (Mai 2026). Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit

Häufige Fragen

Kann ich mit 45 noch Pflegefachkraft werden?

Ja. Für die Ausbildung gibt es keine Altersgrenze. Viele Pflegeschulen haben Auszubildende über 40. Wichtig sind gesundheitliche Eignung und die Bereitschaft, drei Jahre zu lernen und im Schichtdienst zu arbeiten. Mit Lebenserfahrung fällt dir der Umgang mit Patienten und Angehörigen oft leichter. Mach vorher eine Hospitation, damit du die körperliche Seite einschätzen kannst.

Bekomme ich während der Umschulung zur Pflegefachkraft Geld?

Ja. Auch in der Umschulung hast du einen Ausbildungsvertrag und bekommst eine Ausbildungsvergütung. Im öffentlichen Dienst sind es seit Mai 2026 zwischen 1.490,69 € im ersten und 1.653,38 € im dritten Jahr. Andere Träger zahlen nach eigenen Tarifen. Ob die Arbeitsagentur zusätzlich etwas übernimmt, klärst du in der Beratung.

Kann ich die Pflegeausbildung verkürzen?

Das geht, wenn du schon eine gleichwertige Ausbildung hast, etwa als Pflegehelfer oder Pflegeassistenz. Diese kann auf Antrag angerechnet werden. Ein Abschluss in einem fachfremden Beruf verkürzt die Ausbildung in der Regel nicht. Er kann dir aber den Zugang ermöglichen, wenn du nur einen Hauptschulabschluss hast. Frag bei der Pflegeschule nach den genauen Regeln.

Jobs in der Nähe

Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.

Weiterführende Informationen

Quellen und Stand der Daten

  1. Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/134834
  2. Arbeitsmarkt: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsmarktsituation in Pflegeberufen (Mai 2026). statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-i…
  3. Einkommen im Umstieg: TVAöD-BT-Pflege, Entgelttabelle ab 1.5.2026 (Abdruck Ev. Landeskirche Württemberg). www.service.elk-wue.de/uploads/tx_asrundschreiben/Anlage_5a_Entgelttta…
  4. Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026

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