Soziales & Bildung · Studium

Quereinstieg in die Soziale Arbeit

Berufsbezeichnung: Sozialarbeiterin / Sozialarbeiter (Soziale Arbeit)

Menschen in schwierigen Lebenslagen beraten und begleiten.

Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter beraten und begleiten Menschen in schwierigen Lebenslagen. Sie arbeiten in Jugendämtern, Schulen, Beratungsstellen oder bei freien Trägern. Für den Beruf brauchst du ein Studium der Sozialen Arbeit mit staatlicher Anerkennung. Ein Quereinstieg als Sozialarbeiter gelingt Erwachsenen meist über ein berufsbegleitendes oder duales Studium. Die Nachfrage nach Fachkräften ist hoch.

Quereinstiegeher gering
Qualifizierungca. 3,5 Jahre
Gehalt (Median), brutto4.997 €
Bedarf & Zukunftsehr hoch

Was du in diesem Beruf machst

Sozialarbeiter klären, welche Hilfe jemand braucht, und organisieren sie. Sie führen Gespräche, schreiben Berichte, stellen Anträge und arbeiten mit Ämtern, Schulen und Gerichten zusammen. Die Arbeitsfelder reichen von der Kinder- und Jugendhilfe über Schulsozialarbeit bis zu Suchtberatung, Wohnungslosenhilfe und dem Sozialdienst im Krankenhaus.

Der Beruf ist an ein Studium gebunden. Der Bachelor Soziale Arbeit dauert meist sechs bis sieben Semester, berufsbegleitend länger. Die staatliche Anerkennung regeln die Länder. Je nach Hochschule ist sie im Studium enthalten oder folgt nach einer Praxisphase. Ohne Studium sind nur einzelne Tätigkeiten möglich. Träger der Jugendhilfe müssen Fachkräfte einsetzen. Ausnahmen für Quereinsteiger sind begrenzt und an Auflagen geknüpft.

So sieht ein Arbeitstag aus

Dein Tag beginnt oft mit Mails und Telefonaten. Eine Schule meldet Sorgen um ein Kind, ein Klient braucht Hilfe bei einem Antrag. Am Vormittag führst du Beratungsgespräche im Büro oder besuchst eine Familie zu Hause. Du hörst zu, klärst die Lage und vereinbarst nächste Schritte. Danach dokumentierst du die Gespräche und schreibst Berichte für das Jugendamt oder das Gericht. Am Nachmittag sitzt du in einer Fallbesprechung mit Kolleginnen, Lehrkräften oder Therapeuten. Manche Tage sind ruhig, andere bringen Krisen, in denen du schnell handeln musst. Supervision hilft dir, belastende Fälle zu verarbeiten. In Wohngruppen oder im Notdienst arbeitest du auch abends.

Wo du arbeiten kannst

  • Jugendämter und Allgemeiner Sozialer Dienst
  • Schulen (Schulsozialarbeit)
  • Beratungsstellen freier Träger
  • Sozialdienste in Krankenhäusern und Kliniken
  • Einrichtungen der Sucht- und Wohnungslosenhilfe
  • Wohngruppen der Kinder- und Jugendhilfe

Passt zu dir, wenn …

  • du Menschen in Krisen begleiten möchtest
  • du bereit bist, noch einmal mehrere Jahre zu studieren
  • du gern mit Ämtern, Schulen und anderen Diensten zusammenarbeitest

Eher nicht, wenn …

  • dich belastende Schicksale lange nicht loslassen

So gelingt der Quereinstieg

Der sichere Weg führt über ein Studium der Sozialen Arbeit. Viele Hochschulen bieten es berufsbegleitend oder dual an, sodass du weiter Geld verdienst. Ohne Abitur ist der Zugang über Berufserfahrung oft möglich. Die Leuphana Universität Lüneburg lässt zum Beispiel staatlich anerkannte Erzieherinnen mit drei Jahren Praxis zu und rechnet zwei Semester der Ausbildung an. Gute Vorerfahrung bringen Erzieher, Heilerziehungspfleger, Pflegekräfte und Menschen aus Verwaltung oder Jobcenter mit. Mit einem verwandten Abschluss kannst du teils direkt in Felder wie Schulsozialarbeit wechseln. Berlin erlaubt das nur mit Praxiserfahrung und nach Zustimmung des Jugendamts. Mit 40 oder 50 ist das Studium gut machbar. Plane drei bis vier Jahre und feste Lernzeiten ein.

Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?

eher gering
Dauer der Qualifizierunglang
ZugangsvoraussetzungenStudium nötig
FachkräftebedarfEngpassberuf
Einkommen während der QualifizierungGehalt läuft weiter

Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.

Was du mitbringen solltest

  • Zuhören und Gesprächsführung
  • Belastbarkeit und gesunde Abgrenzung
  • Sicheres Schreiben von Berichten und Anträgen
  • Organisation und Zusammenarbeit mit Ämtern

Voraussetzungen für den Quereinstieg

  • Abitur, Fachhochschulreife oder berufliche Qualifikation für ein Studium ohne Abitur
  • Bachelor Soziale Arbeit mit staatlicher Anerkennung
  • Erweitertes Führungszeugnis
  • Praxiserfahrung im sozialen Bereich ist hilfreich

Dein Weg in den Beruf

Dauer: 6 bis 7 Semester Bachelor in Vollzeit, berufsbegleitend meist 7 bis 8 Semester; je nach Land und Hochschule zusätzlich eine Praxisphase für die staatliche Anerkennung

  1. 1
    Praktikum oder Ehrenamt im sozialen Bereich
  2. 2
    Berufsbegleitenden oder dualen Studiengang wählen
  3. 3
    Studium mit Praxisphasen abschließen (meist 3 bis 4 Jahre)
  4. 4
    Staatliche Anerkennung erhalten, je nach Land nach einer Praxisphase

Wovon du während des Umstiegs lebst

BerufsbegleitendWeiter arbeiten und nebenher studieren

Weiter arbeiten und nebenher studieren

Im berufsbegleitenden Studium arbeitest du weiter und behältst dein Einkommen. Im dualen Studium bist du bei einem Praxisträger angestellt. Private Hochschulen verlangen Gebühren, an der Leuphana sind es 9.940 € für das ganze Studium, zahlbar in Raten.

  • Du behältst dein Gehalt. Du brauchst aber Zeit am Abend oder am Wochenende.
  • Frag deinen Arbeitgeber nach Kostenübernahme. In 14 Bundesländern hast du Anspruch auf Bildungsurlaub.
  • Für Aufstiegsfortbildungen in Teilzeit zahlt das Aufstiegs-BAföG einen Zuschuss zu den Kursgebühren.

Passende Förderprogramme

Quelle: Leuphana Professional School: Berufsbegleitender Bachelor Soziale Arbeit. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.

Was du nach dem Einstieg verdienst

Median: 4.997 €Mittlere Hälfte: 4.302 € bis 5.697 €

Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.

Grundlage: KldB 83124 Berufe in der Sozialarbeit und Sozialpädagogik, Experte, Vollzeit, Deutschland (125.934 Beschäftigte). Stand: Bezugsjahr 2025 (abgeglichen 23.09.2026). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, zitiert nach entgeltatlas-online.de

Arbeitsmarkt und Zukunft

Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit

sehr hoch
Aktueller Bedarf an Fachkräftensehr hoch
Einstufung in der Engpassanalyse der BAEngpassberuf
Zukunftssicherheitsehr hoch
Risiko durch KI und Automatisierungniedrig

Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf die Engpassanalyse und die Arbeitslosenquote der Bundesagentur für Arbeit. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.

Die Bundesagentur für Arbeit zählt Sozialarbeit und Sozialpädagogik in der Engpassanalyse 2025 zu den Engpassberufen. Laut KOFA fehlten zwischen Juli 2025 und Juni 2026 im Schnitt 9.450 qualifizierte Fachkräfte auf Expertenniveau. Das Medianentgelt liegt bei 4.997 € brutto. KI kann bei Dokumentation und Recherche helfen. Gespräche, Vertrauen und Entscheidungen im Einzelfall bleiben Aufgaben für Menschen.

Arbeitslosenquote

Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.

Stand: 2025. Quelle: BA-Presseinfo 32/2026 zur Fachkräfteengpassanalyse 2025 (Sozialarbeit/Sozialpädagogik neu bzw. erneut Engpass); KOFA-Ländersteckbrief Deutschland: Fachkräftelücke 9.450 auf Expertenniveau (Juli 2025 bis Juni 2026). Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit

Häufige Fragen

Ist ein Quereinstieg als Sozialarbeiter ohne Studium möglich?

Als staatlich anerkannte Sozialarbeiterin brauchst du ein Studium der Sozialen Arbeit. Ohne Studium kannst du in einzelnen Feldern als Betreuungs- oder Hilfskraft arbeiten. Mit einem verwandten Abschluss wie Erzieherin oder Pädagogik lassen manche Länder einen Einstieg in Bereiche wie Schulsozialarbeit zu. Das ist an Auflagen gebunden, etwa Praxiserfahrung und die Zustimmung des Jugendamts. Langfristig sicherer ist ein berufsbegleitendes Studium.

Kann ich mit 45 noch Soziale Arbeit studieren?

Ja. Ein Höchstalter gibt es nicht. Viele Hochschulen bieten das Studium berufsbegleitend an, mit Präsenztagen am Wochenende und Online-Phasen. Das dauert oft sieben bis acht Semester. Private Hochschulen verlangen Studiengebühren, an der Leuphana sind es zum Beispiel 9.940 € für das ganze Studium. Ein Bildungsgutschein deckt ein Studium in der Regel nicht ab. Deine Lebenserfahrung hilft dir später in der Beratung.

Wie viel verdienen Sozialarbeiter?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median bei 4.997 € brutto im Monat in Vollzeit. Die mittlere Hälfte verdient zwischen 4.302 € und 5.697 €. Beschäftigte ab 55 Jahren kommen im Median auf 5.679 €. Frauen verdienen im Median 4.910 €, Männer 5.233 €. Im öffentlichen Dienst richtet sich das Gehalt nach dem Tarif für den Sozial- und Erziehungsdienst.

Jobs in der Nähe

Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.

Weiterführende Informationen

Quellen und Stand der Daten

  1. Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, zitiert nach entgeltatlas-online.de. entgeltatlas-online.de/beruf/berufe-in-der-sozialarbeit-und-sozialpaed…
  2. Arbeitsmarkt: BA-Presseinfo 32/2026 zur Fachkräfteengpassanalyse 2025 (Sozialarbeit/Sozialpädagogik neu bzw. erneut Engpass); KOFA-Ländersteckbrief Deutschland: Fachkräftelücke 9.450 auf Expertenniveau (Juli 2025 bis Juni 2026). www.arbeitsagentur.de/presse/2026-32-fachkraefte-bleiben-knapp-zuwande…
  3. Einkommen im Umstieg: Leuphana Professional School: Berufsbegleitender Bachelor Soziale Arbeit. www.leuphana.de/professional-school/berufsbegleitende-bachelor/studium…
  4. Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026

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