IT & Digitales · Umschulung

Umschulung zum Fach­informatiker

Berufsbezeichnung: Fachinformatikerin / Fachinformatiker

IT-Systeme und Netzwerke einrichten, betreuen und absichern.

Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker sorgen dafür, dass Computer, Netzwerke und Server zuverlässig laufen. Sie richten Systeme ein, beheben Störungen und kümmern sich um IT-Sicherheit. Die Umschulung dauert rund zwei Jahre, inklusive Praktikum im Betrieb, und endet mit dem IHK-Abschluss. Das ist der klassische Weg in die IT ohne Studium.

IT-Fachkraft mit Kopfhörern um den Hals arbeitet in einem Büro mit mehreren Kollegen am Computer
Quereinstiegmittel
Qualifizierungca. 2 Jahre
Gehalt (Median), brutto5.189 €
Bedarf & Zukunftmittel

Was du in diesem Beruf machst

Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker gibt es in vier Fachrichtungen: Systemintegration, Anwendungsentwicklung, Daten- und Prozessanalyse sowie digitale Vernetzung. In der Systemintegration richtest du Server, Netzwerke und Arbeitsplätze ein, löst Störungen und kümmerst dich um IT-Sicherheit.

Die Umschulung dauert in Vollzeit meist 24 Monate und endet mit der IHK-Prüfung. Der Abschluss ist derselbe wie nach der dreijährigen Ausbildung. Er ist der klassische Weg in die IT ohne Studium.

So sieht ein Arbeitstag aus

Dein Tag beginnt oft mit einem Blick ins Ticketsystem. Dort stehen Störungen und Anfragen aus dem Haus: Ein Drucker streikt, ein neuer Kollege braucht Laptop und Zugänge, ein Server meldet zu wenig Speicher. Du arbeitest die Aufgaben nach Dringlichkeit ab, teils per Fernwartung, teils direkt vor Ort. Dazwischen planst du Updates, prüfst Backups und dokumentierst, was du geändert hast. In der Fachrichtung Anwendungsentwicklung schreibst und testest du stattdessen Programme. Viel Zeit verbringst du am Bildschirm und im Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen, die Hilfe brauchen. Rufbereitschaft oder Einsätze außerhalb der Kernzeit kommen in manchen Betrieben vor.

Wo du arbeiten kannst

  • IT-Abteilungen in Mittelstand und Konzernen
  • IT-Systemhäuser und IT-Dienstleister
  • Rechenzentren und Cloud-Anbieter
  • Öffentlicher Dienst, etwa Kommunen und Landesbehörden
  • Softwarehäuser
  • Krankenhäuser, Schulen und Hochschulen

Passt zu dir, wenn …

  • du Probleme systematisch löst
  • dir Homeoffice-Anteile wichtig sind

Eher nicht, wenn …

  • du ungern dauerhaft am Bildschirm arbeitest

So gelingt der Quereinstieg

Der übliche Weg ist eine Umschulung von 24 Monaten bei einem Bildungsträger. Rund sechs Monate davon verbringst du als Praktikant in einem Betrieb. Am Ende steht die IHK-Prüfung, die der regulären Ausbildung gleichgestellt ist. Bist du arbeitslos oder davon bedroht, kann die Agentur für Arbeit die Kosten über einen Bildungsgutschein übernehmen. Hilfreich sind Erfahrungen, bei denen du Technik betreut oder Kunden bei Problemen geholfen hast. Plane viel Lernzeit ein, auch abends. Mit 40 oder 50 ist die Umschulung gut machbar. Die Jobsuche danach braucht aber oft Geduld, denn ältere Arbeitslose in IT-Berufen sind laut BA häufiger langzeitarbeitslos. Ein gutes Praktikum ist dein wichtigster Türöffner, weil viele Betriebe ihre Praktikanten übernehmen.

Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?

mittel
Dauer der Qualifizierunglang
Zugangsvoraussetzungenniedrig
Fachkräftebedarfkein Engpass
Einkommen während der Qualifizierungüber Förderung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.

Was du mitbringen solltest

  • Logisches Denken
  • Englisch für Dokumentationen
  • Geduld bei der Fehlersuche
  • Serviceorientierung

Voraussetzungen für den Quereinstieg

  • Mindestens Hauptschulabschluss, mittlerer Abschluss hilfreich
  • Deutschkenntnisse mindestens auf Niveau B2
  • Eignungstest oder Beratungsgespräch beim Bildungsträger
  • Interesse an Technik und logischem Denken

Dein Weg in den Beruf

Dauer: ca. 2 Jahre

  1. 1
    Beratung bei der Agentur für Arbeit, Bildungsgutschein beantragen
  2. 2
    Fachrichtung wählen und Eignungstest beim Bildungsträger
  3. 3
    Umschulung über 24 Monate, davon rund 6 Monate Praktikum im Betrieb
  4. 4
    IHK-Abschlussprüfung
  5. 5
    Einstieg im Support, in der Administration oder Entwicklung

Wovon du während des Umstiegs lebst

Förderung150 € pro Monat zusätzlich, Prämien 1.000 € und 1.500 €

Arbeitslosengeld + Weiterbildungsgeld + Prämien

Bei einer geförderten Umschulung wird dein Arbeitslosengeld in der Regel weitergezahlt. Wer arbeitslos ist, bekommt zusätzlich 150 € Weiterbildungsgeld im Monat. Für die bestandene Zwischenprüfung gibt es 1.000 €, für die Abschlussprüfung 1.500 € Prämie.

  • Mit Bildungsgutschein zahlt die Agentur für Arbeit den Kurs.
  • Dein Arbeitslosengeld läuft während der Weiterbildung weiter. Zwei Tage Weiterbildung verbrauchen nur einen Tag deines Anspruchs.
  • Bei einer Umschulung kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat dazu. Für bestandene Prüfungen gibt es 1.000 und 1.500 Euro.
  • Als Beschäftigte oder Beschäftigter bekommst du Förderung über deinen Arbeitgeber oder das Qualifizierungsgeld.

Passende Förderprogramme

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Bildungsgutschein; § 87a SGB III. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.

Was du nach dem Einstieg verdienst

Median: 5.189 €Mittlere Hälfte: 4.101 € bis 6.741 €

Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.

Grundlage: Berufsgattung 43102 Berufe in der Informatik (ohne Spezialisierung), Fachkraft (enthält Fachinformatiker/in Systemintegration). Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, aufbereitet von entgeltatlas-online.de (abgeglichen 23.09.2026)

Arbeitsmarkt und Zukunft

Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit

mittel
Aktueller Bedarf an Fachkräfteneher gering
Einstufung in der Engpassanalyse der BAkein Engpass
Zukunftssicherheithoch
Risiko durch KI und Automatisierungmittel

Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf die Engpassanalyse und die Arbeitslosenquote der Bundesagentur für Arbeit. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.

IT-Berufe sind stark gewachsen. 2025 arbeiteten laut BA rund 1,15 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig in IKT-Berufen, 67 Prozent mehr als 2015. Gleichzeitig stieg die Arbeitslosenquote in diesen Berufen auf 4,5 Prozent, und es wurden deutlich weniger Stellen gemeldet. Nur knapp jede sechste gemeldete IT-Stelle richtet sich an Fachkräfte mit Berufsausbildung. Gute Chancen hast du mit einer Spezialisierung auf Infrastruktur, Cloud oder IT-Sicherheit.

Arbeitslosenquote

IKT-Berufe insgesamt4,5 %
Alle Berufe6,3 %

Je niedriger die Quote, desto leichter findest du eine Stelle. Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht den Wert nur für die Gruppe „IKT-Berufe insgesamt“.

Stand: Jahresdurchschnitt 2025. Quelle: BA-Statistik, Arbeitsmarkt kompakt: IKT-Berufe (Juni 2026); Quote gilt für alle IKT-Berufe zusammen. Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit

Häufige Fragen

Kann ich mit 45 noch eine Umschulung zum Fachinformatiker machen?

Ja. Für die Umschulung gibt es keine Altersgrenze, und die Agentur für Arbeit fördert auch ältere Teilnehmende. Wichtig sind Lernbereitschaft und echtes Interesse an Technik. Rechne damit, dass die Jobsuche nach dem Abschluss länger dauern kann. Ein Praktikumsbetrieb, der dich übernehmen möchte, verbessert deine Chancen deutlich.

Was verdient ein Fachinformatiker nach der Umschulung?

Laut Entgeltatlas der BA liegt der Median in der passenden Berufsgattung bei 5.189 € brutto im Monat, Vollzeit, Bezugsjahr 2025. Das ist ein Wert über alle Altersgruppen. Beschäftigte unter 25 kommen im Median auf 3.786 €. Als Einsteiger nach der Umschulung liegst du eher im unteren Bereich und steigerst dich mit Erfahrung.

Welche Fachrichtung passt zu mir?

Es gibt vier Fachrichtungen: Systemintegration, Anwendungsentwicklung, Daten- und Prozessanalyse sowie digitale Vernetzung. Systemintegration passt, wenn du gern Technik einrichtest und Fehler suchst. Anwendungsentwicklung ist richtig, wenn du programmieren willst. Daten- und Prozessanalyse liegt nah an Controlling und Datenauswertung. Frag beim Bildungsträger, welche Richtungen er anbietet.

Jobs in der Nähe

Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.

Weiterführende Informationen

Quellen und Stand der Daten

  1. Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, aufbereitet von entgeltatlas-online.de (abgeglichen 23.09.2026). entgeltatlas-online.de/beruf/berufe-in-der-informatik-ohne-spezialisie…
  2. Arbeitsmarkt: BA-Statistik, Arbeitsmarkt kompakt: IKT-Berufe (Juni 2026); Quote gilt für alle IKT-Berufe zusammen. statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-i…
  3. Einkommen im Umstieg: Bundesagentur für Arbeit, Bildungsgutschein; § 87a SGB III. www.arbeitsagentur.de/karriere-und-weiterbildung/bildungsgutschein
  4. Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026

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