Handwerk & Technik · Umschulung

Umschulung zum Chemielaboranten

Berufsbezeichnung: Chemielaborantin / Chemielaborant

Stoffe im Labor analysieren, herstellen und Ergebnisse prüfen.

Chemielaborantinnen und Chemielaboranten untersuchen Stoffe, stellen Präparate her und prüfen die Qualität von Produkten. Sie arbeiten in Laboren von Industrie, Forschung und Behörden. Eine Umschulung zum Chemielaboranten dauert meist 28 Monate und endet mit der Prüfung vor der IHK. Genauigkeit und Freude an Naturwissenschaften zählen hier mehr als Kraft.

Chemielaborantin mit Schutzbrille und Handschuhen im Labor
Foto: RossHelen
Quereinstiegmittel
Qualifizierungca. 28 Monate
Gehalt (Median), brutto4.610 €
Bedarf & Zukunftmittel

Was du in diesem Beruf machst

Chemielaboranten bereiten Proben vor, führen Analysen durch und werten die Messdaten aus. Dafür nutzen sie Geräte wie Chromatografen und Spektrometer. In der Synthese stellen sie Stoffe nach Vorschrift her. Jeder Schritt wird genau dokumentiert, denn die Ergebnisse entscheiden oft darüber, ob ein Produkt freigegeben wird.

Die reguläre Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Umschulungen dauern meist 28 Monate. Beim Bildungswerk Nordostchemie in Berlin beginnt sie zum Beispiel jedes Jahr im Oktober und enthält ein Betriebspraktikum. Die Prüfung legst du vor der IHK ab. Mit Berufserfahrung ist eine Weiterbildung zur staatlich geprüften Chemietechnikerin oder zum Chemietechniker möglich.

So sieht ein Arbeitstag aus

Morgens prüfst du, welche Proben aus der Produktion oder von Kunden anstehen. Du wiegst ein, löst, filtrierst und bereitest die Proben für die Messung vor. Danach startest du Analysen am Gerät, etwa eine Chromatografie. Während die Messung läuft, kalibrierst du Geräte oder setzt Lösungen an. Weichen Ergebnisse ab, wiederholst du die Messung und suchst nach der Ursache. Alles trägst du in die Laborsoftware ein. In Forschungslaboren arbeitest du an neuen Synthesen mit. Schutzbrille, Kittel und Handschuhe gehören immer dazu. Viele Labore arbeiten tagsüber. In der Qualitätskontrolle großer Werke kann auch Schichtdienst anfallen.

Wo du arbeiten kannst

  • Analytik- und Qualitätslabore der Chemie- und Pharmaindustrie
  • Forschungseinrichtungen und Hochschulen
  • Umwelt- und Lebensmittellabore
  • Untersuchungsämter und Behördenlabore
  • Hersteller von Kunststoffen, Lacken und Kosmetik

Passt zu dir, wenn …

  • du gern genau und konzentriert arbeitest
  • dich Chemie und Messtechnik reizen
  • du ruhige Arbeit im Team ohne viel Kundenkontakt magst

Eher nicht, wenn …

  • dich wiederkehrende Routinearbeiten schnell langweilen

So gelingt der Quereinstieg

Der übliche Weg ist eine Umschulung von 28 Monaten mit Bildungsgutschein. Viele Träger beraten dich vorher persönlich. Meist wird ein mittlerer Schulabschluss erwartet. Hilfreich sind Erfahrungen aus Apotheke, Lebensmittelbetrieb, Medizinlabor oder Produktion. Auch wer in der Schule gern Chemie hatte, ist im Vorteil. Die Umschulung ist theoretisch anspruchsvoll. Du brauchst solide Mathe und musst Formeln und Reaktionen sicher beherrschen. Mit 40 oder 50 ist der Wechsel gut möglich, denn die Arbeit ist körperlich wenig belastend. Rechne aber mit Wettbewerb um Stellen. Viele Betriebe bilden selbst aus, und die Chemiebranche spart gerade.

Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?

mittel
Dauer der Qualifizierunglang
Zugangsvoraussetzungenniedrig
Fachkräftebedarfkeine Einstufung
Einkommen während der Qualifizierungüber Förderung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.

Was du mitbringen solltest

  • Genauigkeit und Sorgfalt
  • Naturwissenschaftliches Verständnis
  • Geschick bei feinen Handgriffen
  • Sicherer Umgang mit Software und Messdaten

Voraussetzungen für den Quereinstieg

  • Mittlerer Schulabschluss (wird meist erwartet)
  • Gute Grundlagen in Mathe und Chemie
  • Gesundheitliche Eignung für die Arbeit mit Chemikalien
  • Beratungsgespräch beim Bildungsträger

Dein Weg in den Beruf

Dauer: ca. 28 Monate Umschulung mit Betriebspraktikum (reguläre Ausbildung: 3,5 Jahre); danach Weiterbildung zur Chemietechnikerin oder zum Chemietechniker möglich

  1. 1
    Praktikum oder Hospitation in einem Labor
  2. 2
    Beratung bei der Agentur für Arbeit und Bildungsgutschein
  3. 3
    Umschulung mit Betriebspraktikum (ca. 28 Monate)
  4. 4
    Abschlussprüfung vor der IHK

Wovon du während des Umstiegs lebst

FörderungALG + 150 € im Monat, Prämien 1.000 € und 1.500 €

Arbeitslosengeld + Weiterbildungsgeld

Mit Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Lehrgangskosten. Dein Arbeitslosengeld läuft weiter, dazu kommen 150 € Weiterbildungsgeld im Monat. Für den bestandenen ersten Prüfungsteil gibt es 1.000 €, für die Abschlussprüfung vor der IHK 1.500 €.

  • Mit Bildungsgutschein zahlt die Agentur für Arbeit den Kurs.
  • Dein Arbeitslosengeld läuft während der Weiterbildung weiter. Zwei Tage Weiterbildung verbrauchen nur einen Tag deines Anspruchs.
  • Bei einer Umschulung kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat dazu. Für bestandene Prüfungen gibt es 1.000 und 1.500 Euro.
  • Als Beschäftigte oder Beschäftigter bekommst du Förderung über deinen Arbeitgeber oder das Qualifizierungsgeld.

Passende Förderprogramme

Quelle: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.

Was du nach dem Einstieg verdienst

Median: 4.610 €Mittlere Hälfte: 3.741 € bis 5.686 €

Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.

Grundlage: KldB 41322 Berufe im chemisch-technischen Laboratorium, Fachkraft, Vollzeit, Deutschland (49.790 Beschäftigte). Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, zitiert nach entgeltatlas-online.de

Arbeitsmarkt und Zukunft

Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit

mittel
Aktueller Bedarf an Fachkräftenmittel
Einstufung in der Engpassanalyse der BAkeine Einstufung
Zukunftssicherheitmittel
Risiko durch KI und Automatisierungmittel

Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf eine Einschätzung der Redaktion, weil die Bundesagentur für Arbeit diesen Beruf nicht eigens bewertet. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.

Labore werden in vielen Branchen gebraucht, von der Pharmaindustrie bis zur Umweltanalytik. Die Chemieindustrie selbst baut 2026 Stellen ab. Laut Branchenverband VCI sank die Beschäftigung im ersten Halbjahr um 1 Prozent. Das Medianentgelt im chemisch-technischen Labor liegt bei 4.610 € brutto. Automatisierte Messgeräte und Software übernehmen Routine. Gefragt bleiben Fachkräfte, die Methoden verstehen, Fehler erkennen und Ergebnisse sauber bewerten.

Arbeitslosenquote

Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.

Stand: 2025. Quelle: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025: chemisch-technisches Laboratorium im veröffentlichten Bericht nicht als Engpassberuf ausgewiesen, Einstufung nicht ermittelt. Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Umschulung zum Chemielaboranten?

In der Regel dauert die Umschulung 28 Monate in Vollzeit. Die reguläre Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Beim Bildungswerk Nordostchemie in Berlin wird zum Beispiel der Stoff des zweiten bis vierten Ausbildungsjahres im zweiten Umschulungsjahr zusammengefasst. Dazu kommt ein Praktikum im Betrieb. Am Ende steht die Abschlussprüfung vor der IHK.

Wie viel verdient ein Chemielaborant?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median in den Berufen im chemisch-technischen Labor bei 4.610 € brutto im Monat in Vollzeit. Die mittlere Hälfte verdient zwischen 3.741 € und 5.686 €. Beschäftigte ab 55 Jahren kommen im Median auf 5.187 €. In tarifgebundenen Chemie- und Pharmabetrieben liegt das Gehalt oft höher als in kleinen Dienstleistungslaboren.

Wird die Umschulung zum Chemielaboranten gefördert?

Ja, wenn du arbeitslos bist oder deine Stelle wegfällt. Die Agentur für Arbeit kann einen Bildungsgutschein ausstellen und die Lehrgangskosten übernehmen. Dein Arbeitslosengeld läuft weiter. Dazu kommen 150 € Weiterbildungsgeld im Monat und Prämien von 1.000 € und 1.500 € für bestandene Prüfungen. Beschäftigte können in Absprache mit dem Arbeitgeber gefördert werden.

Jobs in der Nähe

Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.

Weiterführende Informationen

Quellen und Stand der Daten

  1. Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, zitiert nach entgeltatlas-online.de. entgeltatlas-online.de/beruf/berufe-im-chemisch-technischen-laboratori…
  2. Arbeitsmarkt: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025: chemisch-technisches Laboratorium im veröffentlichten Bericht nicht als Engpassberuf ausgewiesen, Einstufung nicht ermittelt. www.frauundberuf-bw.de/fileadmin/FuB-contentbilder/themen/2025_BA-FK-E…
  3. Einkommen im Umstieg: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. verwaltung.bund.de/leistungsverzeichnis/de/leistung/99007025017000
  4. Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026

Seite zuletzt aktualisiert am .

Ähnliche Berufe

Dieser Beruf erscheint auch in