Handel & Dienstleistung · Umschulung

Umschulung zur Floristin

Berufsbezeichnung: Floristin / Florist

Sträuße, Gestecke und Kränze binden und Kundschaft beraten.

Floristinnen und Floristen binden Sträuße, gestalten Gestecke und Kränze und beraten ihre Kundschaft. Eine Umschulung zur Floristin dauert meist 24 bis 28 Monate und endet mit der Prüfung vor der IHK. Seit 2025 gilt eine neue Ausbildungsordnung. Sag dir ehrlich: Die Löhne sind niedrig, viele Betriebe sind klein und nicht tarifgebunden.

Floristin mit Schürze hält einen Blumenstrauß im Laden
Foto: Syda Productions
Quereinstiegmittel
Qualifizierungca. 24–28 Monate
Gehalt (Median), brutto2.424 €
Bedarf & Zukunfteher gering

Was du in diesem Beruf machst

Floristinnen und Floristen kaufen Blumen und Pflanzen ein, pflegen die Ware und gestalten daraus Sträuße, Tischschmuck, Brautschmuck und Trauerfloristik. Sie dekorieren Schaufenster und Räume und beraten Kundschaft im Laden. Oft gehören Lieferungen und Aufträge für Hochzeiten, Firmen oder Beerdigungen dazu.

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Seit 2025 gilt eine neue Ausbildungsordnung, die Beratung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit stärker betont. Die Abschlussprüfung findet nun in zwei Teilen statt. Umschulungen bei Bildungsträgern dauern meist 24 bis 28 Monate, mit Praktikum in einem Blumengeschäft. Mit Berufspraxis ist die Meisterprüfung möglich.

So sieht ein Arbeitstag aus

Früh am Morgen kommt die frische Ware vom Großmarkt. Du packst Blumen aus, schneidest sie an und stellst sie ins Wasser. Danach bereitest du Aufträge vor, etwa einen Kranz für eine Beerdigung und Tischschmuck für eine Feier. Im Laden berätst du Kundinnen und bindest Sträuße nach ihren Wünschen. Du gießt Pflanzen, sortierst welke Ware aus und dekorierst das Schaufenster neu. Viele Geschäfte haben samstags geöffnet. Vor Valentinstag, Muttertag und zu Allerheiligen wird es sehr voll. Die Arbeit ist kreativ, aber auch körperlich. Du stehst viel, arbeitest mit kaltem Wasser und trägst schwere Eimer.

Wo du arbeiten kannst

  • Blumenfachgeschäfte
  • Gartencenter und Baumärkte
  • Blumenabteilungen im Lebensmittelhandel
  • Friedhofsgärtnereien
  • Event- und Hochzeitsfloristik
  • Eigenes Geschäft (selbstständig)

Passt zu dir, wenn …

  • du kreativ bist und gern mit den Händen gestaltest
  • du Pflanzen und Blumen liebst
  • du gern Menschen bei besonderen Anlässen berätst

Eher nicht, wenn …

  • du ein hohes Einkommen brauchst
  • du Kälte und Nässe bei der Arbeit nicht magst

So gelingt der Quereinstieg

Für Erwachsene führt der Weg meist über eine geförderte Umschulung mit IHK-Abschluss. Bildungsträger verlangen oft einen Hauptschulabschluss und Deutsch auf B2-Niveau. Hilfreich sind Erfahrungen aus Verkauf, Dekoration, Gartenbau oder Gestaltung. Wer zu Hause gern mit Pflanzen arbeitet, bringt eine gute Grundlage mit. Mit 40 oder 50 ist der Wechsel möglich. Kundschaft schätzt Erfahrung und Beratung. Rechne aber nüchtern. Das Gehalt ist niedrig, und volle Stellen sind in kleinen Läden nicht immer zu finden. Viele Floristinnen verbinden den Beruf deshalb später mit Selbstständigkeit, Workshops oder Hochzeitsfloristik. Ein Praktikum vor Muttertag zeigt dir, wie fordernd die Saison ist.

Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?

mittel
Dauer der Qualifizierunglang
Zugangsvoraussetzungenniedrig
Fachkräftebedarfkeine Einstufung
Einkommen während der Qualifizierungüber Förderung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.

Was du mitbringen solltest

  • Gestalterisches Gespür
  • Handwerkliches Geschick
  • Freude an Beratung und Verkauf
  • Pflanzenkenntnis

Voraussetzungen für den Quereinstieg

  • Hauptschulabschluss oder gleichwertiger Abschluss (bei vielen Bildungsträgern)
  • Deutsch auf B2-Niveau (je nach Bildungsträger)
  • Keine Allergien gegen Pflanzen und Pollen
  • Bereitschaft zu Samstagsarbeit und Saisonspitzen

Dein Weg in den Beruf

Dauer: ca. 24 bis 28 Monate Umschulung mit Praktikum, z. B. 28 Monate beim bfw inkl. 6 Monaten Praktikum (reguläre Ausbildung: 3 Jahre, neue Ausbildungsordnung seit 2025)

  1. 1
    Praktikum in einem Blumenfachgeschäft
  2. 2
    Beratung bei der Agentur für Arbeit und Bildungsgutschein
  3. 3
    Umschulung mit Praktikum (ca. 24–28 Monate)
  4. 4
    Abschlussprüfung vor der IHK

Wovon du während des Umstiegs lebst

FörderungALG + 150 € im Monat, Prämien 1.000 € und 1.500 €

Arbeitslosengeld + Weiterbildungsgeld

Mit Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Lehrgangskosten. Dein Arbeitslosengeld läuft weiter, dazu kommen 150 € Weiterbildungsgeld im Monat. Für den ersten Teil der Abschlussprüfung gibt es 1.000 €, für den bestandenen Abschluss vor der IHK 1.500 €.

  • Mit Bildungsgutschein zahlt die Agentur für Arbeit den Kurs.
  • Dein Arbeitslosengeld läuft während der Weiterbildung weiter. Zwei Tage Weiterbildung verbrauchen nur einen Tag deines Anspruchs.
  • Bei einer Umschulung kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat dazu. Für bestandene Prüfungen gibt es 1.000 und 1.500 Euro.
  • Als Beschäftigte oder Beschäftigter bekommst du Förderung über deinen Arbeitgeber oder das Qualifizierungsgeld.

Passende Förderprogramme

Quelle: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.

Was du nach dem Einstieg verdienst

Median: 2.424 €Mittlere Hälfte: 2.082 € bis 2.752 €

Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.

Grundlage: KldB 12202, Vollzeitbeschäftigte, Deutschland, Median und Quartile. Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit

Arbeitsmarkt und Zukunft

Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit

eher gering
Aktueller Bedarf an Fachkräfteneher gering
Einstufung in der Engpassanalyse der BAkeine Einstufung
Zukunftssicherheiteher gering
Risiko durch KI und Automatisierungniedrig

Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf eine Einschätzung der Redaktion, weil die Bundesagentur für Arbeit diesen Beruf nicht eigens bewertet. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.

Die Floristik ist eine kleine Branche mit laut IG BAU gut 27.000 Beschäftigten. Die Gewerkschaft nennt sie einen Niedriglohnsektor, große Ketten sind oft nicht tarifgebunden. Ab 2027 verbessert ein neuer Rahmentarifvertrag die Bedingungen: höchstens fünf Arbeitstage pro Woche und 30 Urlaubstage. Der Entgeltatlas weist für Floristik keine Werte aus. Kreative Handarbeit lässt sich kaum automatisieren, der Onlinehandel setzt kleine Läden aber unter Druck.

Arbeitslosenquote

Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.

Stand: 2025. Quelle: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025: Berufe in der Floristik (1220) im veröffentlichten Bericht nicht ausgewiesen, Einstufung nicht ermittelbar. Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Umschulung zur Floristin?

Eine Umschulung zur Floristin dauert bei Bildungsträgern meist 24 bis 28 Monate. Beim bfw sind es zum Beispiel 28 Monate in Vollzeit, davon sechs Monate Praktikum in einem Betrieb. Am Ende legst du die Prüfung vor der IHK ab. Mit Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Kosten, wenn der Träger zugelassen ist.

Was verdient eine Floristin?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median bei 2.424 € brutto im Monat in Vollzeit. Die mittlere Hälfte verdient zwischen 2.082 € und 2.752 €. Der Tarifvertrag für Floristik-Fachbetriebe in Nordrhein-Westfalen sieht seit Juli 2025 nach der Ausbildung 2.596 € brutto im Monat vor. In der höchsten Gruppe, etwa als Meisterin oder Filialleitung, sind es 3.109 €. Die Arbeitszeit liegt bei 39 Stunden. Viele Betriebe zahlen aber nicht nach Tarif. Dann gilt mindestens der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 € pro Stunde.

Kann ich mit 50 noch Floristin werden?

Ja. Ein Höchstalter gibt es nicht, und die Umschulung kann gefördert werden. Kundinnen schätzen Erfahrung und gute Beratung. Prüfe aber, ob du die körperliche Seite schaffst. Du stehst lange, arbeitest mit kaltem Wasser und trägst schwere Eimer. Rechne genau, ob das Gehalt reicht. Manche verbinden den Beruf später mit Kursen oder Hochzeitsfloristik.

Jobs in der Nähe

Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.

Weiterführende Informationen

Quellen und Stand der Daten

  1. Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/676
  2. Arbeitsmarkt: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025: Berufe in der Floristik (1220) im veröffentlichten Bericht nicht ausgewiesen, Einstufung nicht ermittelbar. www.frauundberuf-bw.de/fileadmin/FuB-contentbilder/themen/2025_BA-FK-E…
  3. Einkommen im Umstieg: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. verwaltung.bund.de/leistungsverzeichnis/de/leistung/99007025017000
  4. Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026

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