Wirtschaft & Verwaltung · Umschulung

Umschulung zum Industriekaufmann

Berufsbezeichnung: Industriekauffrau / Industriekaufmann

Einkauf, Vertrieb und Kosten in Industriebetrieben steuern.

Industriekaufleute arbeiten in Unternehmen, die Waren herstellen. Sie kaufen Material ein, kalkulieren Preise, betreuen Kunden und behalten Kosten und Personal im Blick. Die Umschulung zum Industriekaufmann dauert in Vollzeit meist 21 bis 24 Monate und endet mit der IHK-Prüfung. Danach stehen dir viele Abteilungen offen, vom Einkauf bis zum Controlling.

Industriekauffrau mit Headset lächelt an ihrem Arbeitsplatz
Foto: sturti / Getty Images
Quereinstiegmittel
Qualifizierung21–24 Monate
Gehalt (Median), brutto4.712 €
Bedarf & Zukunftmittel

Was du in diesem Beruf machst

Industriekaufleute steuern die kaufmännischen Abläufe in Industriebetrieben. Sie holen Angebote ein, bestellen Material, planen mit der Produktion, schreiben Angebote für Kunden und wickeln Aufträge ab. Auch Rechnungswesen, Personal und Marketing gehören zur Ausbildung. Gearbeitet wird viel mit ERP-Systemen wie SAP.

Die reguläre Ausbildung dauert drei Jahre. Umschulungen bei Bildungsträgern dauern in Vollzeit 21 bis 24 Monate, in Teilzeit 32 bis 36 Monate, jeweils mit Praktikum im Betrieb. Die Prüfung legst du vor der IHK ab. Danach kannst du dich zum Industriefachwirt oder zum Betriebswirt weiterbilden.

So sieht ein Arbeitstag aus

Im Einkauf vergleichst du morgens Angebote von Lieferanten und verhandelst Preise und Liefertermine. Kommt eine Lieferung zu spät, klärst du mit Lager und Produktion, wie es weitergeht. Im Vertrieb erstellst du Angebote, beantwortest Kundenanfragen und verfolgst Aufträge bis zur Auslieferung. In der Buchhaltung oder im Controlling prüfst du Kosten und erstellst Auswertungen. Fast alles läuft über ein ERP-System wie SAP. Du arbeitest eng mit Technik, Produktion und Kunden zusammen. Je nach Firma telefonierst du auch auf Englisch mit Partnern im Ausland. Der Arbeitstag ist meist planbar, Homeoffice ist teilweise möglich.

Wo du arbeiten kannst

  • Industrieunternehmen aller Größen
  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Chemie-, Pharma- und Lebensmittelindustrie
  • Automobilzulieferer
  • Energie- und Versorgungsunternehmen

Passt zu dir, wenn …

  • du gern verhandelst und rechnest
  • dich Produkte und Technik interessieren
  • du in einem größeren Unternehmen arbeiten willst

Eher nicht, wenn …

  • du wenig Lust auf Software und Kennzahlen hast

So gelingt der Quereinstieg

Für die Umschulung verlangen Bildungsträger wie das bfw einen Hauptschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss und Grundkenntnisse in Mathematik. Vorher gibt es ein Beratungsgespräch. Gute Startbedingungen hast du, wenn du schon in einem Industriebetrieb gearbeitet hast, etwa in Produktion, Lager oder Technik. Du kennst dann Abläufe und Produkte und kannst dieses Wissen im Einkauf oder Vertrieb nutzen. Auch Erfahrung im Handel oder im Kundenservice hilft. Mit 40 oder 50 ist der Wechsel realistisch, besonders bei Betrieben in deiner Region, die du schon kennst. Nutze das Praktikum gezielt, um dich zu empfehlen. Gute Englisch- und Excel-Kenntnisse verbessern deine Chancen deutlich.

Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?

mittel
Dauer der Qualifizierunglang
Zugangsvoraussetzungenniedrig
Fachkräftebedarfkeine Einstufung
Einkommen während der Qualifizierungüber Förderung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.

Was du mitbringen solltest

  • Kaufmännisches Denken
  • Verhandlungsgeschick
  • Sicherer Umgang mit ERP-Software und Excel
  • Englischkenntnisse

Voraussetzungen für den Quereinstieg

  • Hauptschulabschluss oder gleichwertiger Abschluss (je nach Bildungsträger)
  • Grundkenntnisse in Mathematik
  • Beratungsgespräch beim Bildungsträger
  • Gute Deutschkenntnisse

Dein Weg in den Beruf

Dauer: 21 bis 24 Monate Umschulung in Vollzeit, 32 bis 36 Monate in Teilzeit (reguläre Ausbildung: 3 Jahre)

  1. 1
    Beratung bei der Agentur für Arbeit und Bildungsgutschein beantragen
  2. 2
    Umschulung mit Praktikum (21 bis 24 Monate in Vollzeit)
  3. 3
    Abschlussprüfung vor der IHK
  4. 4
    Optional: Weiterbildung zum Industriefachwirt

Wovon du während des Umstiegs lebst

FörderungALG + 150 € im Monat, Prämien 1.000 € und 1.500 €

Arbeitslosengeld + Weiterbildungsgeld

Mit Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Lehrgangskosten. Dein Arbeitslosengeld läuft weiter, dazu kommen 150 € Weiterbildungsgeld im Monat. Für bestandene Prüfungen gibt es Prämien von 1.000 € und 1.500 €.

  • Mit Bildungsgutschein zahlt die Agentur für Arbeit den Kurs.
  • Dein Arbeitslosengeld läuft während der Weiterbildung weiter. Zwei Tage Weiterbildung verbrauchen nur einen Tag deines Anspruchs.
  • Bei einer Umschulung kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat dazu. Für bestandene Prüfungen gibt es 1.000 und 1.500 Euro.
  • Als Beschäftigte oder Beschäftigter bekommst du Förderung über deinen Arbeitgeber oder das Qualifizierungsgeld.

Passende Förderprogramme

Quelle: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.

Was du nach dem Einstieg verdienst

Median: 4.712 €Mittlere Hälfte: 3.720 € bis 6.179 €

Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.

Grundlage: KldB 71302, Vollzeitbeschäftigte, Deutschland, alle Altersgruppen, Median und Quartile. Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit

Arbeitsmarkt und Zukunft

Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit

mittel
Aktueller Bedarf an Fachkräftenmittel
Einstufung in der Engpassanalyse der BAkeine Einstufung
Zukunftssicherheitmittel
Risiko durch KI und Automatisierunghoch

Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf eine Einschätzung der Redaktion, weil die Bundesagentur für Arbeit diesen Beruf nicht eigens bewertet. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.

Industriekaufleute gehören zu den gut bezahlten kaufmännischen Berufen. Das Medianentgelt in der Berufsgattung liegt laut Entgeltatlas bei 4.712 € brutto, die mittlere Hälfte verdient zwischen 3.720 € und 6.179 €. Die Nachfrage hängt stark von der Lage der Industrie ab. Routine in Bestellwesen und Rechnungsprüfung wird zunehmend automatisiert. Gute Chancen haben Industriekaufleute mit SAP-Kenntnissen, Verhandlungsgeschick und Erfahrung in Einkauf oder Controlling.

Arbeitslosenquote

Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.

Stand: 2025. Quelle: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025 (kaufmännische Betriebswirtschaft nicht in den veröffentlichten Ranglisten; Einzelwert im Bericht nicht ausgewiesen). Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit

Häufige Fragen

Wie läuft die Umschulung zum Industriekaufmann ab?

Die Umschulung dauert in Vollzeit meist 21 bis 24 Monate, in Teilzeit 32 bis 36 Monate. Du lernst beim Bildungsträger und machst ein Praktikum in einem Betrieb. Am Ende steht die Abschlussprüfung vor der IHK. Mit Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Lehrgangskosten, und du bekommst zusätzlich 150 € Weiterbildungsgeld im Monat.

Was verdient ein Industriekaufmann?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median in der Berufsgattung bei 4.712 € brutto im Monat in Vollzeit. Ein Viertel verdient weniger als 3.720 €, ein Viertel mehr als 6.179 €. Beschäftigte unter 25 Jahren kommen auf 3.495 €. Tarifbindung, Branche und Unternehmensgröße machen einen großen Unterschied.

Bin ich mit 45 zu alt für die Umschulung?

Nein. Ein Höchstalter gibt es nicht. Für Betriebe zählt, ob du Abläufe verstehst und zuverlässig arbeitest. Erfahrung aus Produktion, Lager oder Technik ist ein Plus, weil du die Produkte kennst. Plane für die Umschulung feste Lernzeiten ein. Das Praktikum ist deine Chance, einen Betrieb von dir zu überzeugen.

Jobs in der Nähe

Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.

Weiterführende Informationen

Quellen und Stand der Daten

  1. Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/7964
  2. Arbeitsmarkt: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025 (kaufmännische Betriebswirtschaft nicht in den veröffentlichten Ranglisten; Einzelwert im Bericht nicht ausgewiesen). www.frauundberuf-bw.de/fileadmin/FuB-contentbilder/themen/2025_BA-FK-E…
  3. Einkommen im Umstieg: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. verwaltung.bund.de/leistungsverzeichnis/de/leistung/99007025017000
  4. Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026

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