Wirtschaft & Verwaltung · Umschulung

Quereinstieg in die Bank

Berufsbezeichnung: Bankkauffrau / Bankkaufmann

Kunden zu Konto, Kredit und Geldanlage beraten.

Bankkaufleute beraten Privat- und Firmenkunden zu Konten, Zahlungsverkehr, Krediten und Geldanlage. Sie arbeiten in Filialen, Beratungscentern und Fachabteilungen. Für Quereinsteiger führt der Weg in die Bank meist über eine Umschulung mit IHK-Abschluss oder über Erfahrung im Kundenservice. Der Beruf ist gut bezahlt, die Zahl der Stellen wächst aber kaum.

Bankkauffrau berät Kunden am Schalter einer Bankfiliale
Foto: simonkr / Getty Images
Quereinstiegeher gering
Qualifizierungca. 24 Monate
Gehalt (Median), brutto5.980 €
Bedarf & Zukunftmittel

Was du in diesem Beruf machst

Bankkaufleute eröffnen Konten, erklären Zahlungsverkehr und Onlinebanking und beraten zu Sparen, Wertpapieren und Baufinanzierung. Sie prüfen Kreditanträge, bereiten Verträge vor und betreuen Kunden über Jahre. Hinter den Kulissen arbeiten sie in der Kreditbearbeitung, im Zahlungsverkehr oder in der Wertpapierabwicklung.

Die reguläre Ausbildung dauert laut Ausbildungsverordnung drei Jahre. Eine Umschulung dauert in der Regel zwei Jahre und endet mit der Prüfung vor der IHK. Seit 2020 gibt es eine gestreckte Abschlussprüfung in zwei Teilen. Banken bilden vor allem selbst aus. Plane deshalb früh ein Praktikum in einer Bank ein.

So sieht ein Arbeitstag aus

Dein Tag beginnt mit einem Blick in den Terminkalender. Vormittags führst du Beratungsgespräche, etwa zu einem Sparplan oder einer Baufinanzierung. Du erklärst Produkte verständlich und dokumentierst jedes Gespräch, wie es die Vorschriften verlangen. Zwischendurch beantwortest du Anfragen per Telefon, Mail oder Video. Am Nachmittag bereitest du Kreditunterlagen vor und prüfst Einkommensnachweise. In der Filiale kümmerst du dich auch um Karten, Überweisungen und Kontoänderungen. Viele Banken legen Wert auf Vertriebsziele, du wirst also auch an Abschlüssen gemessen. Die Arbeit ist abwechslungsreich und kommunikativ. Feste Öffnungszeiten sorgen meist für planbare Arbeitstage.

Wo du arbeiten kannst

  • Sparkassen
  • Volks- und Raiffeisenbanken
  • Privat- und Direktbanken
  • Bausparkassen
  • Förderbanken
  • Finanzabteilungen von Unternehmen

Passt zu dir, wenn …

  • du gern berätst und dabei mit Zahlen arbeitest
  • du Verantwortung für das Geld anderer ernst nimmst
  • dir planbare Arbeitszeiten wichtig sind

Eher nicht, wenn …

  • dich Vertriebsziele und Verkaufsdruck stark belasten

So gelingt der Quereinstieg

Der klassische Weg ist eine Umschulung von etwa 24 Monaten mit Abschlussprüfung vor der IHK. Viele Anbieter erwarten die mittlere Reife und eine abgeschlossene Ausbildung oder mehrjährige Berufserfahrung. Die Förderung mit Bildungsgutschein ist eine Einzelfallentscheidung. Gute Chancen hast du mit Erfahrung aus Kundenservice, Versicherung, Verkauf oder Buchhaltung. Ohne Abschluss steigen manche als Servicekraft im Kundenservice-Center ein und qualifizieren sich später weiter. Mit 40 oder 50 ist der Wechsel möglich, doch viele Banken besetzen Stellen lieber mit eigenen Azubis. Bewirb dich deshalb gezielt bei regionalen Instituten. Deine Lebenserfahrung kann in der Beratung zu Vorsorge und Baufinanzierung ein Pluspunkt sein.

Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?

eher gering
Dauer der Qualifizierunglang
Zugangsvoraussetzungenniedrig
Fachkräftebedarfkeine Einstufung
Einkommen während der Qualifizierungüber Förderung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.

Was du mitbringen solltest

  • Freude am Kundenkontakt
  • Zahlenverständnis
  • Verkaufsgeschick
  • Diskretion und Sorgfalt

Voraussetzungen für den Quereinstieg

  • Mittlerer Schulabschluss oder Abitur
  • Abgeschlossene Ausbildung oder mehrjährige Berufserfahrung (je nach Bildungsträger)
  • Sicheres Auftreten und gute Deutschkenntnisse

Dein Weg in den Beruf

Dauer: ca. 24 Monate Umschulung mit IHK-Abschluss (reguläre Ausbildung: 3 Jahre); danach z. B. Bankfachwirt/in

  1. 1
    Praktikum in einer Bank oder Sparkasse
  2. 2
    Beratung zur Förderung bei der Agentur für Arbeit
  3. 3
    Umschulung mit Praxisphase (ca. 24 Monate)
  4. 4
    Abschlussprüfung vor der IHK

Wovon du während des Umstiegs lebst

FörderungALG + 150 € im Monat, Prämien bis 2.500 €

Arbeitslosengeld + Weiterbildungsgeld

Mit Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Lehrgangskosten. Dein Arbeitslosengeld läuft weiter, dazu kommen 150 € Weiterbildungsgeld im Monat. Für bestandene Prüfungen vor der IHK sind Prämien von insgesamt bis zu 2.500 € möglich.

  • Mit Bildungsgutschein zahlt die Agentur für Arbeit den Kurs.
  • Dein Arbeitslosengeld läuft während der Weiterbildung weiter. Zwei Tage Weiterbildung verbrauchen nur einen Tag deines Anspruchs.
  • Bei einer Umschulung kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat dazu. Für bestandene Prüfungen gibt es 1.000 und 1.500 Euro.
  • Als Beschäftigte oder Beschäftigter bekommst du Förderung über deinen Arbeitgeber oder das Qualifizierungsgeld.

Passende Förderprogramme

Quelle: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.

Was du nach dem Einstieg verdienst

Median: 5.980 €Mittlere Hälfte: 4.687 € bis 7.341 €

Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.

Grundlage: KldB 72112 Bankkaufleute, Fachkraft, Vollzeit, Deutschland. Stand: Bezugsjahr 2025. Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, zitiert nach entgeltatlas-online.de und elevel.io

Arbeitsmarkt und Zukunft

Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit

mittel
Aktueller Bedarf an Fachkräftenmittel
Einstufung in der Engpassanalyse der BAkeine Einstufung
Zukunftssicherheitmittel
Risiko durch KI und Automatisierungmittel

Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf eine Einschätzung der Redaktion, weil die Bundesagentur für Arbeit diesen Beruf nicht eigens bewertet. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.

Die Zahl der Bankbeschäftigten ist seit Jahren rückläufig. Laut einer Auswertung von Barkow Consulting arbeiteten 1999 rund 772.000 Menschen in der Branche. 2024 waren es rund 554.000, immerhin 1,1 % mehr als im Vorjahr. Filialen werden weniger, Routine wandert ins Onlinebanking. Gefragt bleiben Beraterinnen und Berater für Baufinanzierung, Vorsorge und Firmenkunden. Das Medianentgelt liegt bei 5.980 € brutto.

Arbeitslosenquote

Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.

Stand: 2025. Quelle: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025: Berufsgattung 7211 Bankkaufleute im veröffentlichten Bericht nicht als Engpassberuf ausgewiesen; vollständige Einstufung nicht eingesehen. Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit

Häufige Fragen

Haben Quereinsteiger in der Bank ohne Ausbildung eine Chance?

Der sicherste Weg ist eine Umschulung zur Bankkauffrau oder zum Bankkaufmann mit IHK-Abschluss. Sie dauert meist rund zwei Jahre. Einige Banken stellen Quereinsteiger auch im Kundenservice-Center oder in der Sachbearbeitung ein, besonders mit Erfahrung aus Versicherung oder Vertrieb. Für die Beratung zu Wertpapieren und Krediten brauchst du später zusätzliche Sachkunde. Ein Praktikum öffnet oft die Tür.

Bin ich mit 45 zu alt für eine Umschulung zum Bankkaufmann?

Nein, ein Höchstalter gibt es nicht. Entscheidend ist, ob eine Bank dich nach der Umschulung einstellt. Banken bilden viel selbst aus, deshalb ist der Weg für Ältere schwerer als in Engpassberufen. Suche dir früh einen Praktikumsbetrieb. Erfahrung mit Kunden und Lebenserfahrung helfen dir in der Beratung zu Baufinanzierung und Altersvorsorge. Die Agentur für Arbeit entscheidet im Einzelfall über einen Bildungsgutschein.

Wie viel verdienen Bankkaufleute?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median bei 5.980 € brutto im Monat in Vollzeit. Die mittlere Hälfte verdient zwischen 4.687 € und 7.341 €. Darin enthalten sind auch Sonderzahlungen. Viele Banken zahlen nach Tarif. Als Berufseinsteiger startest du deutlich unter dem Median. Mit der Fortbildung zur Bankfachwirtin oder zum Bankfachwirt steigt das Gehalt in der Regel.

Jobs in der Nähe

Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.

Weiterführende Informationen

Quellen und Stand der Daten

  1. Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, zitiert nach entgeltatlas-online.de und elevel.io. entgeltatlas-online.de/beruf/bankkaufleute-72112
  2. Arbeitsmarkt: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025: Berufsgattung 7211 Bankkaufleute im veröffentlichten Bericht nicht als Engpassberuf ausgewiesen; vollständige Einstufung nicht eingesehen. www.frauundberuf-bw.de/fileadmin/FuB-contentbilder/themen/2025_BA-FK-E…
  3. Einkommen im Umstieg: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. verwaltung.bund.de/leistungsverzeichnis/de/leistung/99007025017000
  4. Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026

Seite zuletzt aktualisiert am .

Ähnliche Berufe

Dieser Beruf erscheint auch in