Was du in diesem Beruf machst
Bestattungsfachkräfte führen Beratungsgespräche mit Angehörigen, erledigen Formalitäten bei Ämtern und Friedhöfen und planen Trauerfeiern. Sie holen Verstorbene ab, waschen und kleiden sie und richten Sarg oder Urne her. Dazu kommen Kostenvoranschläge, Rechnungen und Arbeit am Grab.
Seit 2007 ist die Bestattungsfachkraft ein anerkannter Ausbildungsberuf. Ab dem zweiten Ausbildungsjahr gibt es Praxiskurse im Bundesausbildungszentrum der Bestatter in Münnerstadt. Für die Gründung reicht bisher ein Gewerbeschein. Der Bundesverband Deutscher Bestatter fordert eine Meisterpflicht. Mit Berufspraxis ist die Fortbildung zur Geprüften Bestatterin oder zum Geprüften Bestatter vor der Handwerkskammer möglich.
So sieht ein Arbeitstag aus
Ein Anruf kommt am Morgen. Eine Frau ist in der Nacht im Pflegeheim gestorben. Du fährst mit einem Kollegen hin und überführst die Verstorbene. Danach versorgst du sie hygienisch, kleidest sie an und bereitest die Aufbahrung vor. Am Nachmittag sitzt du mit den Angehörigen zusammen. Ihr besprecht Sarg oder Urne, Blumen, Musik und den Ablauf der Trauerfeier. Du hörst zu, erklärst Kosten und Fristen und kümmerst dich um die Sterbeurkunde. Am nächsten Tag begleitest du eine Beerdigung am Friedhof. Die Arbeit ist körperlich und seelisch fordernd. Es gibt Bereitschaftsdienste, auch nachts und am Wochenende.
Wo du arbeiten kannst
- Bestattungsinstitute
- Friedhofsverwaltungen
- Krematorien
- Kommunale Bestattungsdienste
- Eigenes Bestattungsunternehmen
Passt zu dir, wenn …
- du Menschen in schweren Momenten Halt geben möchtest
- du gern organisierst und viele Dinge gleichzeitig im Blick hast
- du eine Arbeit mit Sinn und viel Abwechslung suchst
Eher nicht, wenn …
- dich der Kontakt mit Verstorbenen stark belastet
- du feste Arbeitszeiten ohne Bereitschaft brauchst
So gelingt der Quereinstieg
Der Quereinstieg ist im Bestattungswesen verbreitet. Viele beginnen als Bestattungshelferin oder Bestattungshelfer und lernen im Betrieb. Wer einen anerkannten Abschluss will, macht eine Umschulung oder legt nach mehreren Jahren Praxis die Externenprüfung ab. Hilfreich sind Erfahrungen aus Pflege, Hospiz, Seelsorge, Handwerk oder Büro. Ein Führerschein Klasse B wird meist erwartet. Mit 40 oder 50 ist der Wechsel gut möglich. Lebenserfahrung hilft im Gespräch mit Trauernden sehr. Prüfe ehrlich, ob du mit dem Tod und mit belastenden Situationen umgehen kannst. Ein Praktikum im Bestattungshaus zeigt dir das. Der Verband warnt, dass Quereinsteiger ohne Vorbereitung oft wieder aufgeben.
Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?
Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.
Was du mitbringen solltest
- Einfühlungsvermögen und Ruhe
- Organisationstalent
- Körperliche und seelische Belastbarkeit
- Diskretion und gute Umgangsformen
Voraussetzungen für den Quereinstieg
- In der Regel Hauptschulabschluss oder höher
- Führerschein Klasse B
- Keine Berührungsängste mit Verstorbenen
- Bereitschaft zu Bereitschaftsdiensten
Dein Weg in den Beruf
Dauer: Umschulung zur Bestattungsfachkraft meist 18 bis 24 Monate (reguläre Ausbildung: 3 Jahre); alternativ Einarbeitung im Bestattungshaus und später Externenprüfung oder Fortbildung zur/zum Geprüften Bestatter/in
- 1Praktikum in einem Bestattungshaus
- 2Umschulung zur Bestattungsfachkraft oder Einstieg mit Einarbeitung
- 3Abschlussprüfung (nach Umschulung oder als Externenprüfung)
- 4Optional: Fortbildung Geprüfte/r Bestatter/in oder Meisterprüfung
Wovon du während des Umstiegs lebst
Arbeitslosengeld + Weiterbildungsgeld
Bei einer Umschulung zur Bestattungsfachkraft übernimmt die Agentur für Arbeit mit Bildungsgutschein die Lehrgangskosten. Dein Arbeitslosengeld läuft weiter, dazu kommen 150 € Weiterbildungsgeld im Monat sowie 1.000 € für die Zwischenprüfung und 1.500 € für die Abschlussprüfung. Steigst du mit Einarbeitung im Betrieb ein, bekommst du von Anfang an Lohn.
- Mit Bildungsgutschein zahlt die Agentur für Arbeit den Kurs.
- Dein Arbeitslosengeld läuft während der Weiterbildung weiter. Zwei Tage Weiterbildung verbrauchen nur einen Tag deines Anspruchs.
- Bei einer Umschulung kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat dazu. Für bestandene Prüfungen gibt es 1.000 und 1.500 Euro.
- Als Beschäftigte oder Beschäftigter bekommst du Förderung über deinen Arbeitgeber oder das Qualifizierungsgeld.
Passende Förderprogramme
Quelle: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.
Was du nach dem Einstieg verdienst
Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.
Grundlage: KldB 82402, Vollzeitbeschäftigte, Deutschland, Median und Quartile. Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit
Arbeitsmarkt und Zukunft
Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit
Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf eine Einschätzung der Redaktion, weil die Bundesagentur für Arbeit diesen Beruf nicht eigens bewertet. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.
In Deutschland sterben laut Bundesverband Deutscher Bestatter jedes Jahr rund eine Million Menschen, mit steigender Tendenz. Die Zahl der Auszubildenden wuchs von 473 im Jahr 2018 auf 777 im Jahr 2022. Software hilft bei Formularen und Planung. Das Gespräch mit Angehörigen und die Versorgung Verstorbener bleiben Arbeit von Menschen. Ein Engpasswert der Bundesagentur liegt für den Beruf nicht vor.
Arbeitslosenquote
Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.
Stand: 2025. Quelle: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025: Berufe im Bestattungswesen (8240) im veröffentlichten Bericht nicht ausgewiesen, Einstufung nicht ermittelbar. Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit
Häufige Fragen
Gibt es eine Umschulung zum Bestatter?
Ja. Einige Bildungsträger bieten eine Umschulung zur Bestattungsfachkraft an. Sie dauert meist 18 bis 24 Monate und kann mit Bildungsgutschein gefördert werden, wenn der Träger zugelassen ist. Häufiger ist der Einstieg mit Einarbeitung direkt im Bestattungshaus. Nach mehreren Jahren Praxis kannst du dann die Externenprüfung ablegen oder die Fortbildung zur Geprüften Bestatterin machen.
Was verdient ein Bestatter?
Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median bei 3.434 € brutto im Monat in Vollzeit. Die mittlere Hälfte verdient zwischen 2.881 € und 4.169 €. Bereitschaftsdienste werden oft extra vergütet. Das Gehalt hängt stark vom Betrieb ab.
Kann ich mit 50 noch Bestatter werden?
Ja. Gerade im Bestattungswesen sind erfahrene Menschen gefragt. Angehörige fühlen sich bei jemandem mit Lebenserfahrung oft gut aufgehoben. Du solltest körperlich fit sein, denn das Tragen und Umbetten ist anstrengend. Viele steigen mit 50 als Helfer ein und lernen im Betrieb. Ein Praktikum vorab zeigt dir, ob du mit der Arbeit gut umgehen kannst.
Jobs in der Nähe
Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.
Weiterführende Informationen
- Bundesverband Deutscher Bestatter: Ausbildungsflyer Bestattungsfachkraft (2025)
- Bundesagentur für Arbeit: Steckbrief Bestattungsfachkraft
- HWK Dortmund: Prüfungsregelung Geprüfte/r Bestatter/in
- Deutsche Handwerks Zeitung: Interview zur Ausbildung im Bestattungswesen
- BERUFENET: alle Berufe im Überblick
- Passende Kurse finden: mein NOW Weiterbildungssuche
Quellen und Stand der Daten
- Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/15578
- Arbeitsmarkt: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025: Berufe im Bestattungswesen (8240) im veröffentlichten Bericht nicht ausgewiesen, Einstufung nicht ermittelbar. www.frauundberuf-bw.de/fileadmin/FuB-contentbilder/themen/2025_BA-FK-E…
- Einkommen im Umstieg: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. verwaltung.bund.de/leistungsverzeichnis/de/leistung/99007025017000
- Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026
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