Handel & Dienstleistung · Umschulung

Umschulung zum Bestatter

Berufsbezeichnung: Bestattungsfachkraft / Bestatter

Trauerfeiern planen, Verstorbene versorgen, Angehörige begleiten.

Bestatterinnen und Bestatter organisieren Beerdigungen, versorgen Verstorbene und begleiten Angehörige in einer schweren Zeit. Der anerkannte Ausbildungsberuf heißt Bestattungsfachkraft und dauert drei Jahre. Eine Umschulung zum Bestatter dauert meist 18 bis 24 Monate. Viele Quereinsteiger beginnen auch direkt in einem Bestattungshaus und lernen dort im Betrieb.

Bestatter im dunklen Anzug in einem Raum mit Holzsärgen
Foto: Kzenon
Quereinstieghoch
Qualifizierungca. 18–24 Monate
Gehalt (Median), brutto3.434 €
Bedarf & Zukunfthoch

Was du in diesem Beruf machst

Bestattungsfachkräfte führen Beratungsgespräche mit Angehörigen, erledigen Formalitäten bei Ämtern und Friedhöfen und planen Trauerfeiern. Sie holen Verstorbene ab, waschen und kleiden sie und richten Sarg oder Urne her. Dazu kommen Kostenvoranschläge, Rechnungen und Arbeit am Grab.

Seit 2007 ist die Bestattungsfachkraft ein anerkannter Ausbildungsberuf. Ab dem zweiten Ausbildungsjahr gibt es Praxiskurse im Bundesausbildungszentrum der Bestatter in Münnerstadt. Für die Gründung reicht bisher ein Gewerbeschein. Der Bundesverband Deutscher Bestatter fordert eine Meisterpflicht. Mit Berufspraxis ist die Fortbildung zur Geprüften Bestatterin oder zum Geprüften Bestatter vor der Handwerkskammer möglich.

So sieht ein Arbeitstag aus

Ein Anruf kommt am Morgen. Eine Frau ist in der Nacht im Pflegeheim gestorben. Du fährst mit einem Kollegen hin und überführst die Verstorbene. Danach versorgst du sie hygienisch, kleidest sie an und bereitest die Aufbahrung vor. Am Nachmittag sitzt du mit den Angehörigen zusammen. Ihr besprecht Sarg oder Urne, Blumen, Musik und den Ablauf der Trauerfeier. Du hörst zu, erklärst Kosten und Fristen und kümmerst dich um die Sterbeurkunde. Am nächsten Tag begleitest du eine Beerdigung am Friedhof. Die Arbeit ist körperlich und seelisch fordernd. Es gibt Bereitschaftsdienste, auch nachts und am Wochenende.

Wo du arbeiten kannst

  • Bestattungsinstitute
  • Friedhofsverwaltungen
  • Krematorien
  • Kommunale Bestattungsdienste
  • Eigenes Bestattungsunternehmen

Passt zu dir, wenn …

  • du Menschen in schweren Momenten Halt geben möchtest
  • du gern organisierst und viele Dinge gleichzeitig im Blick hast
  • du eine Arbeit mit Sinn und viel Abwechslung suchst

Eher nicht, wenn …

  • dich der Kontakt mit Verstorbenen stark belastet
  • du feste Arbeitszeiten ohne Bereitschaft brauchst

So gelingt der Quereinstieg

Der Quereinstieg ist im Bestattungswesen verbreitet. Viele beginnen als Bestattungshelferin oder Bestattungshelfer und lernen im Betrieb. Wer einen anerkannten Abschluss will, macht eine Umschulung oder legt nach mehreren Jahren Praxis die Externenprüfung ab. Hilfreich sind Erfahrungen aus Pflege, Hospiz, Seelsorge, Handwerk oder Büro. Ein Führerschein Klasse B wird meist erwartet. Mit 40 oder 50 ist der Wechsel gut möglich. Lebenserfahrung hilft im Gespräch mit Trauernden sehr. Prüfe ehrlich, ob du mit dem Tod und mit belastenden Situationen umgehen kannst. Ein Praktikum im Bestattungshaus zeigt dir das. Der Verband warnt, dass Quereinsteiger ohne Vorbereitung oft wieder aufgeben.

Wie quereinstiegsfreundlich ist der Beruf?

hoch
Dauer der Qualifizierunglang
Zugangsvoraussetzungenniedrig
Fachkräftebedarfkeine Einstufung
Einkommen während der Qualifizierungüber Förderung

Einschätzung der Redaktion auf Basis von Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Fachkräftebedarf und Einkommen während der Qualifizierung.

Was du mitbringen solltest

  • Einfühlungsvermögen und Ruhe
  • Organisationstalent
  • Körperliche und seelische Belastbarkeit
  • Diskretion und gute Umgangsformen

Voraussetzungen für den Quereinstieg

  • In der Regel Hauptschulabschluss oder höher
  • Führerschein Klasse B
  • Keine Berührungsängste mit Verstorbenen
  • Bereitschaft zu Bereitschaftsdiensten

Dein Weg in den Beruf

Dauer: Umschulung zur Bestattungsfachkraft meist 18 bis 24 Monate (reguläre Ausbildung: 3 Jahre); alternativ Einarbeitung im Bestattungshaus und später Externenprüfung oder Fortbildung zur/zum Geprüften Bestatter/in

  1. 1
    Praktikum in einem Bestattungshaus
  2. 2
    Umschulung zur Bestattungsfachkraft oder Einstieg mit Einarbeitung
  3. 3
    Abschlussprüfung (nach Umschulung oder als Externenprüfung)
  4. 4
    Optional: Fortbildung Geprüfte/r Bestatter/in oder Meisterprüfung

Wovon du während des Umstiegs lebst

FörderungALG + 150 € im Monat, Prämien 1.000 € und 1.500 €

Arbeitslosengeld + Weiterbildungsgeld

Bei einer Umschulung zur Bestattungsfachkraft übernimmt die Agentur für Arbeit mit Bildungsgutschein die Lehrgangskosten. Dein Arbeitslosengeld läuft weiter, dazu kommen 150 € Weiterbildungsgeld im Monat sowie 1.000 € für die Zwischenprüfung und 1.500 € für die Abschlussprüfung. Steigst du mit Einarbeitung im Betrieb ein, bekommst du von Anfang an Lohn.

  • Mit Bildungsgutschein zahlt die Agentur für Arbeit den Kurs.
  • Dein Arbeitslosengeld läuft während der Weiterbildung weiter. Zwei Tage Weiterbildung verbrauchen nur einen Tag deines Anspruchs.
  • Bei einer Umschulung kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat dazu. Für bestandene Prüfungen gibt es 1.000 und 1.500 Euro.
  • Als Beschäftigte oder Beschäftigter bekommst du Förderung über deinen Arbeitgeber oder das Qualifizierungsgeld.

Passende Förderprogramme

Quelle: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. Ob und wie viel du bekommst, klärt verbindlich die Agentur für Arbeit. Wie die Förderung abläuft: Umschulung über die Arbeitsagentur und Bildungsgutschein beantragen.

Was du nach dem Einstieg verdienst

Median: 3.434 €Mittlere Hälfte: 2.881 € bis 4.169 €

Der Median gilt für alle Vollzeitbeschäftigten im Beruf, auch für sehr erfahrene. Als Quereinsteiger startest du meist darunter.

Grundlage: KldB 82402, Vollzeitbeschäftigte, Deutschland, Median und Quartile. Stand: 31.12.2025 (Bezugsjahr 2025). Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit

Arbeitsmarkt und Zukunft

Fachkräftebedarf und Zukunftssicherheit

hoch
Aktueller Bedarf an Fachkräftenhoch
Einstufung in der Engpassanalyse der BAkeine Einstufung
Zukunftssicherheithoch
Risiko durch KI und Automatisierungniedrig

Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5. Der aktuelle Bedarf stützt sich auf eine Einschätzung der Redaktion, weil die Bundesagentur für Arbeit diesen Beruf nicht eigens bewertet. Die Zukunftssicherheit berücksichtigt die erwartete Nachfrage und das Risiko durch KI und Automatisierung.

In Deutschland sterben laut Bundesverband Deutscher Bestatter jedes Jahr rund eine Million Menschen, mit steigender Tendenz. Die Zahl der Auszubildenden wuchs von 473 im Jahr 2018 auf 777 im Jahr 2022. Software hilft bei Formularen und Planung. Das Gespräch mit Angehörigen und die Versorgung Verstorbener bleiben Arbeit von Menschen. Ein Engpasswert der Bundesagentur liegt für den Beruf nicht vor.

Arbeitslosenquote

Für diesen Beruf veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit keine eigene Arbeitslosenquote. Zum Vergleich: Über alle Berufe lag die Quote im Jahresdurchschnitt 2025 bei 6,3 %.

Stand: 2025. Quelle: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025: Berufe im Bestattungswesen (8240) im veröffentlichten Bericht nicht ausgewiesen, Einstufung nicht ermittelbar. Gesamtquote: Bundesagentur für Arbeit

Häufige Fragen

Gibt es eine Umschulung zum Bestatter?

Ja. Einige Bildungsträger bieten eine Umschulung zur Bestattungsfachkraft an. Sie dauert meist 18 bis 24 Monate und kann mit Bildungsgutschein gefördert werden, wenn der Träger zugelassen ist. Häufiger ist der Einstieg mit Einarbeitung direkt im Bestattungshaus. Nach mehreren Jahren Praxis kannst du dann die Externenprüfung ablegen oder die Fortbildung zur Geprüften Bestatterin machen.

Was verdient ein Bestatter?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median bei 3.434 € brutto im Monat in Vollzeit. Die mittlere Hälfte verdient zwischen 2.881 € und 4.169 €. Bereitschaftsdienste werden oft extra vergütet. Das Gehalt hängt stark vom Betrieb ab.

Kann ich mit 50 noch Bestatter werden?

Ja. Gerade im Bestattungswesen sind erfahrene Menschen gefragt. Angehörige fühlen sich bei jemandem mit Lebenserfahrung oft gut aufgehoben. Du solltest körperlich fit sein, denn das Tragen und Umbetten ist anstrengend. Viele steigen mit 50 als Helfer ein und lernen im Betrieb. Ein Praktikum vorab zeigt dir, ob du mit der Arbeit gut umgehen kannst.

Jobs in der Nähe

Aktuelle Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Gib deinen Ort ein, die Suche öffnet sich in einem neuen Tab.

Weiterführende Informationen

Quellen und Stand der Daten

  1. Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/15578
  2. Arbeitsmarkt: BA-Statistik, Fachkräfteengpassanalyse 2025: Berufe im Bestattungswesen (8240) im veröffentlichten Bericht nicht ausgewiesen, Einstufung nicht ermittelbar. www.frauundberuf-bw.de/fileadmin/FuB-contentbilder/themen/2025_BA-FK-E…
  3. Einkommen im Umstieg: Verwaltungsportal des Bundes: Weiterbildungsförderung mit Bildungsgutschein; § 87a SGB III. verwaltung.bund.de/leistungsverzeichnis/de/leistung/99007025017000
  4. Arbeitslosenquote alle Berufe: Bundesagentur für Arbeit, Presseinfo Arbeitsmarkt im September 2026 (30.09.2026); Jahresrückblick 2025. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-37-arbeitsmarkt-im-september-2026

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