Öffentlicher Dienst · Zoll

Quereinstieg beim Zoll: drei Wege in die Bundeszollverwaltung

Der Zoll stellt nicht nur Schulabgänger ein. Auch mit Berufserfahrung kannst du eine bezahlte Beamtenausbildung beginnen. Mit einer passenden kaufmännischen oder Verwaltungsausbildung geht es teilweise direkt als Tarifbeschäftigte oder Tarifbeschäftigter los. Hier erfährst du, welcher Weg zu dir passt und wo die Haken liegen.

Ausbildung mittlerer Dienst2 Jahre, bezahlt
Studium gehobener Dienst3 Jahre, bezahlt
Anwärterbezügeca. 1.470 bis 1.850 € brutto
Altersgrenze Verbeamtunggrundsätzlich unter 50 Jahren

Was der Zoll macht

Der Zoll ist die größte Behörde im Geschäftsbereich des Bundesfinanzministeriums. Er nimmt Steuern ein, kontrolliert Waren und bekämpft Schwarzarbeit. Viele Aufgaben haben mit Grenzen wenig zu tun.

  • Abfertigung von Waren aus Ländern außerhalb der EU, etwa an Flughäfen, Häfen und in Zollämtern
  • Verbrauchsteuern und Kraftfahrzeugsteuer
  • Finanzkontrolle Schwarzarbeit: Prüfungen auf Baustellen, in Gastronomie und Logistik, etwa zum Mindestlohn
  • Kontrolleinheiten an Grenzen und Verkehrswegen, Schutz vor Produktpiraterie und verbotenen Waren
  • Vollstreckung offener Forderungen des Bundes
  • Zollfahndung, etwa bei Rauschgift- und Zigarettenschmuggel

Ein Teil der Stellen ist waffentragend und im Schichtdienst. Andere sind reine Büroarbeit mit Gleitzeit.

Drei Wege für Quereinsteiger

  1. 1
    Ausbildung im mittleren Dienst
    Zwei Jahre: 6 Monate Einführungslehrgang, 12 Monate Praxis im Hauptzollamt, 6 Monate Abschlusslehrgang. Du brauchst den mittleren Schulabschluss oder einen Hauptschulabschluss plus mindestens zweijährige Berufsausbildung. Deine bisherige Ausbildung öffnet dir also die Tür, auch ohne Realschulabschluss.
  2. 2
    Duales Studium im gehobenen Dienst
    Drei Jahre im Wechsel zwischen Hochschule und Praxis, Abschluss Bachelor of Laws. Die Theorie findet in Münster statt. Voraussetzung ist Abitur oder Fachhochschulreife bzw. eine gleichwertige Hochschulzugangsberechtigung.
  3. 3
    Tarifstelle mit Berufsabschluss
    Der Zoll schreibt auch Stellen für Tarifbeschäftigte nach TVöD Bund aus. Ein Beispiel aus Oktober 2026: Mitarbeit an einem Grenzzollamt, offen für Verwaltungsfachangestellte, Steuerfachangestellte, Bank- oder Großhandelskaufleute und Kaufleute für Büromanagement. Laut Ausschreibung ist eine spätere Verbeamtung möglich.

Für beide Beamtenausbildungen brauchst du das Deutsche Sportabzeichen (Bronze reicht) bis zum 15. Mai des Einstellungsjahres. Dazu kommen Staatsangehörigkeit eines EU- oder EWR-Staats, ein einwandfreies Führungszeugnis und die Bereitschaft zu Schichtdienst, Uniform und Waffe.

Altersgrenze: Wie alt darf ich sein?

Für den Zoll gilt keine eigene niedrige Altersgrenze wie bei der Polizei. Für Beamtinnen und Beamte des Bundes gilt aber grundsätzlich: Die Berufung ins Beamtenverhältnis soll vor dem 50. Geburtstag erfolgen. Das regelt § 48 der Bundeshaushaltsordnung. Ausnahmen sind möglich, aber selten.

Rechne rückwärts: Wenn die Ausbildung erst im Herbst des Folgejahres beginnt, solltest du dich spätestens mit 47 oder 48 bewerben. Wer älter ist, kann als Tarifbeschäftigte oder Tarifbeschäftigter einsteigen. Diese Stellen haben keine Altersgrenze.

Gehalt: Anwärterbezüge, Besoldung und Tarif

PhaseBetragHinweis
Ausbildung mittlerer Dienst1.473 € brutto GrundbetragTabelle seit 03/2024; mit Erhöhungen 2025/26 laut dbb-Tabelle ca. 1.560 €
Studium gehobener Dienst1.744 € brutto Grundbetragmit Erhöhungen 2025/26 laut dbb-Tabelle ca. 1.847 €
Nach der Ausbildung mittlerer DienstBesoldungsgruppe A 7Eingangsamt Zollsekretärin/Zollsekretär
Nach dem StudiumBesoldungsgruppe A 9Eingangsamt Zollinspektorin/Zollinspektor
TarifbeschäftigteTVöD Bund, z. B. E 6 Stufe 1: 3.240 €Werte ab 01.05.2026, 39 Wochenstunden

Laut dbb-Tabelle liegt das Grundgehalt in A 7 ab Mai 2026 in der Anfangsstufe bei rund 3.140 Euro, in A 9 bei rund 3.550 Euro brutto. Die Tabelle steht noch unter dem Vorbehalt der Verkündung im Gesetzblatt. Dazu kommen gegebenenfalls Familienzuschlag, Stellenzulagen und Zuschläge für Nacht- und Wochenenddienst. Als Beamtin oder Beamter zahlst du keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung, brauchst aber eine private Krankenversicherung mit Beihilfe.

So bewirbst du dich

  1. 1
    Stellen finden
    Ausbildungs- und Studienplätze stehen auf zoll-karriere.de. Tarifstellen findest du auch auf service.bund.de und interamt.de.
  2. 2
    Frist beachten
    Für die Ausbildung im mittleren Dienst endet die Bewerbungsfrist laut aktuellen Ausschreibungen am 15. Oktober, Beginn ist am 1. September des Folgejahres. Plane also mit fast einem Jahr Vorlauf.
  3. 3
    Auswahlverfahren
    Es gibt einen schriftlichen Test und danach ein mündliches Verfahren. Das Sportabzeichen reichst du nach.
  4. 4
    Einstellung und Übernahme
    Nach bestandener Prüfung ist die Übernahme die Regel. Danach folgen drei Jahre Probezeit, dann die Ernennung auf Lebenszeit.

Nachteile, die du kennen solltest

  • Bundesweite Einsatzorte: Du kannst dir einen Ort wünschen, aber nicht immer bekommst du ihn. Auch Versetzungen sind möglich.
  • Schicht- und Wochenenddienst, vor allem an Flughäfen, Häfen und in Kontrolleinheiten
  • Uniform und Waffe in vielen Bereichen. Wer das nicht möchte, sollte gezielt Stellen in Verwaltung oder Steuer suchen.
  • Während der Ausbildung verdienst du deutlich weniger als in einem erfahrenen Fachberuf.
  • Zwei bis drei Jahre Ausbildung mit Prüfungen, auch in Recht und Steuern

Wenn du lieber in einer Landesbehörde mit festem Standort arbeitest, schau dir das Finanzamt oder den Quereinstieg in die Verwaltung an. Für Uniform und Einsatz ohne Steuerbezug gibt es die Polizei.

Häufige Fragen

Kann ich als Quereinsteiger beim Zoll anfangen?

Ja. Du kannst mit Berufserfahrung die bezahlte Ausbildung im mittleren Dienst oder das Studium im gehobenen Dienst beginnen. Mit einer passenden Ausbildung, etwa als Steuerfachangestellte oder Verwaltungsfachangestellter, gibt es zusätzlich Tarifstellen nach TVöD Bund. Dort ist laut Ausschreibungen später auch eine Verbeamtung möglich.

Gibt es eine Umschulung zum Zollbeamten?

Eine Umschulung im klassischen Sinn gibt es nicht. Der Zoll bildet selbst aus, und zwar als Beamtenausbildung mit Anwärterbezügen. Du brauchst deshalb keinen Bildungsgutschein. Die Ausbildung dauert im mittleren Dienst zwei Jahre.

Bis zu welchem Alter kann ich zum Zoll?

Eine eigene Altersgrenze nennt der Zoll in seinen Ausschreibungen nicht. Für Bundesbeamte gilt aber grundsätzlich, dass die Verbeamtung vor dem 50. Geburtstag erfolgen soll. Plane die lange Vorlaufzeit bis zum Ausbildungsbeginn mit ein. Als Tarifbeschäftigte oder Tarifbeschäftigter gibt es keine Altersgrenze.

Was verdient man in der Zollausbildung?

Der Anwärtergrundbetrag liegt laut Bundesbesoldungsgesetz bei 1.473 Euro im mittleren und 1.744 Euro im gehobenen Dienst. Mit den Erhöhungen für 2025 und 2026 sind es laut dbb rund 1.560 bzw. 1.847 Euro brutto. Nach der Ausbildung startest du in A 7 bzw. A 9.

Brauche ich für den Zoll das Sportabzeichen?

Ja, für die Beamtenausbildung im mittleren und gehobenen Dienst. Bronze reicht. Du musst es bis zum 15. Mai des Einstellungsjahres nachweisen. Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber sind davon ausgenommen.

Muss ich beim Zoll eine Waffe tragen?

Für die Beamtenausbildung musst du bereit sein, Uniform und Waffe zu tragen. Ob du später tatsächlich waffentragend arbeitest, hängt vom Bereich ab. Kontrolleinheiten und Finanzkontrolle Schwarzarbeit gehören dazu, Sachgebiete wie Kraftfahrzeugsteuer oder Vollstreckungsinnendienst meist nicht.

Quellen

Stand 21.10.2026. Angaben ohne Gewähr.

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