Öffentlicher Dienst · Bundeswehr

Quereinstieg bei der Bundeswehr: zivil oder in Uniform

Die Bundeswehr ist einer der größten Arbeitgeber des Bundes. Rund 83.000 Menschen arbeiten dort zivil, ohne Uniform. Wer Soldatin oder Soldat werden will, kann mit Berufsabschluss oft mit höherem Dienstgrad einsteigen. Hier erfährst du, welche Wege es gibt, was du verdienst und was du vorher wissen solltest.

Zivile Beschäftigterund 82.900 (09/2026)
Einstieg Soldat auf Zeitbis zum 62. Lebensjahr
Feldwebel (A 7)ab ca. 3.140 € brutto Grundgehalt
Verpflichtung Feldwebelje nach Bereich 3 bis 16 Jahre

Was sich 2026 geändert hat

Seit 1. Januar 2026 gilt das Gesetz zum neuen Wehrdienst. Alle 18-Jährigen bekommen einen Fragebogen, für Männer ist die Antwort Pflicht. Der Dienst selbst bleibt vorerst freiwillig und dauert mindestens sechs Monate. Seit Juli 2026 werden erste Männer des Jahrgangs 2008 gemustert. Flächendeckend soll das ab Juli 2027 geschehen.

Für Quereinsteiger mit Berufserfahrung ist der neue Wehrdienst meist nicht der passende Weg. Er richtet sich vor allem an junge Menschen. Für dich sind zivile Stellen oder eine Laufbahn als Soldatin oder Soldat auf Zeit interessanter. Laut Verteidigungsministerium stieg die Zahl der Bewerbungen bis August 2026 um 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Weg 1: Zivil arbeiten in der Bundeswehrverwaltung

Hier trägst du keine Uniform und bist nicht zu Auslandseinsätzen verpflichtet. Du arbeitest in Verwaltung, Technik, Beschaffung, IT, Infrastruktur oder Gesundheit. Laut Bundeswehr waren im September 2026 rund 45.700 Tarifbeschäftigte und 30.700 Beamtinnen und Beamte zivil tätig.

  1. 1
    Tarifstelle mit Berufsabschluss
    Für Elektroniker, Mechatronikerinnen, Anlagenmechaniker, Kaufleute für Büromanagement oder Verwaltungsfachangestellte gibt es Stellen nach TVöD Bund. Eine Altersgrenze gibt es hier nicht.
  2. 2
    Direkteinstieg als Beamtin oder Beamter
    Das Beschaffungsamt BAAINBw in Koblenz nennt etwa: mittlerer technischer Dienst mit Ausbildung und mindestens 1,5 Jahren Berufserfahrung. Mit Bachelor und 1,5 Jahren Erfahrung geht es in den gehobenen, mit Master und 2,5 Jahren in den höheren Dienst.
  3. 3
    Laufbahnausbildung oder duales Studium
    Wer neu anfangen will, kann eine bezahlte Beamtenausbildung oder ein duales Studium beginnen. Dafür gelten Schulabschlüsse wie bei anderen Bundesbehörden.

Für die Verbeamtung beim Bund gilt grundsätzlich: Sie soll vor dem 50. Geburtstag erfolgen (§ 48 Bundeshaushaltsordnung). Wer älter ist, bewirbt sich auf Tarifstellen.

Weg 2: Seiteneinstieg als Soldatin oder Soldat

Mit einem passenden Berufsabschluss startest du nicht ganz unten. Die Soldatenlaufbahnverordnung (§ 19 SLV) regelt, wann Feldwebelanwärter mit einem höheren Dienstgrad eingestellt werden. Die Einstellung erfolgt als Soldatin oder Soldat auf Zeit.

Deine QualifikationMöglicher Einstiegsdienstgrad
Hauptschulabschluss und verwertbarer BerufsabschlussUnteroffizier
Mittlerer Abschluss und verwertbarer Berufsabschluss (oder Hauptschule plus 2 Jahre Berufserfahrung)Stabsunteroffizier
Meister, staatlich geprüfte Technikerin oder vergleichbarer AbschlussFeldwebel
Wie oben plus passende Berufserfahrung danachOberfeldwebel (1 Jahr), Hauptfeldwebel (5 Jahre), Stabsfeldwebel (9 Jahre)

Im Sanitätsdienst reicht für den Einstieg als Feldwebel ein Abschluss in einem Gesundheitsberuf. Mit Hochschulabschluss ist laut Soldatenlaufbahnverordnung auch ein Einstieg als Offizierin oder Offizier möglich. Welcher Dienstgrad es konkret wird, entscheidet die Bundeswehr im Einzelfall.

Altersgrenzen 2026

  • Soldatin oder Soldat auf Zeit: Einstieg grundsätzlich bis zum vollendeten 62. Lebensjahr, laut Bundeswehr (Stand Mai 2026)
  • Offiziere im Sanitäts-, Militärmusik- und Geoinformationsdienst: bis 65 Jahre
  • Zivile Beamtenlaufbahn: Verbeamtung grundsätzlich vor dem 50. Geburtstag
  • Zivile Tarifstellen: keine Altersgrenze

In der Praxis zählt neben dem Alter die Verpflichtungszeit. Wer sich mit 50 für zwölf Jahre verpflichtet, muss körperlich lange fit bleiben. Ein Gespräch in der Karriereberatung klärt, was realistisch ist.

Was du verdienst

EinstiegGrundgehalt bruttoHinweis
Unteroffizier (A 5)ab 2.942 €Bundesbesoldung ab 05/2026, Stufe 1
Stabsunteroffizier (A 6)ab 3.000 €Stufe 1
Feldwebel (A 7)ab 3.138 €Stufe 1
Neuer Wehrdienstmindestens 2.600 €inklusive Unterkunft
Zivil, Tarifz. B. E 6 Stufe 1: 3.240 €TVöD Bund ab 05/2026

Die Besoldungstabelle ab Mai 2026 steht laut dbb noch unter dem Vorbehalt der Verkündung. Dazu kommen je nach Lage Familienzuschlag, Zulagen und Auslandsverwendungszuschlag. Soldaten auf Zeit zahlen keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung. Nach dem Dienstende werden sie nachversichert und können den Berufsförderungsdienst für Weiterbildung nutzen.

Bewerbung und Auswahlverfahren

  1. 1
    Informieren
    Auf bundeswehrkarriere.de findest du militärische und zivile Stellen. Die Karriereberatung gibt es vor Ort und telefonisch.
  2. 2
    Online bewerben
    Für Laufbahnen als Mannschaft, Unteroffizier oder Feldwebel kannst du dich das ganze Jahr bewerben. Zivile Stellen haben eigene Fristen, auch auf service.bund.de und interamt.de.
  3. 3
    Assessment im Karrierecenter
    Für Soldaten auf Zeit gibt es ärztliche Untersuchung, Computertest, Basis-Fitness-Test und ein Gespräch mit einer Prüfkommission. Dazu kommt die Erklärung zur Sicherheitsüberprüfung.
  4. 4
    Einplanung
    Wer geeignet ist, bekommt einen passenden Dienstposten und einen Einstellungstermin.

Nachteile, die du kennen solltest

  • Versetzungen: Als Soldatin oder Soldat musst du bundesweit versetzbar sein. Wunschorte sind nicht garantiert.
  • Einsätze: Du verpflichtest dich, an Auslandseinsätzen teilzunehmen. Das kann Monate fern von Familie bedeuten.
  • Lange Bindung: Im Truppendienst verpflichten sich Feldwebel laut Ausschreibung für 8 bis 15 Jahre, im Fachdienst für 3 bis 16 Jahre. Ein früher Ausstieg ist schwierig.
  • Befehl und Gehorsam: Du gibst ein Stück Selbstbestimmung ab, etwa bei Dienstzeiten, Dienstort und Aufgaben.
  • Belastung: Übungen, Wachdienste und Einsätze können körperlich und seelisch fordernd sein.

Wenn du Sicherheit im öffentlichen Dienst ohne Versetzungsrisiko suchst, schau dir das Finanzamt oder den Quereinstieg in die Verwaltung an. Uniform mit festerem Standort bieten Polizei und Zoll.

Häufige Fragen

Kann ich als Quereinsteiger zur Bundeswehr?

Ja, auf zwei Wegen. Zivil arbeitest du als Tarifbeschäftigte oder Beamter in Verwaltung, Technik oder IT. Als Soldatin oder Soldat auf Zeit kannst du mit Berufsabschluss oft mit höherem Dienstgrad starten, etwa als Stabsunteroffizier oder mit Meisterbrief als Feldwebel.

Bis zu welchem Alter kann ich bei der Bundeswehr anfangen?

Als Soldatin oder Soldat auf Zeit grundsätzlich bis zum vollendeten 62. Lebensjahr. Für eine zivile Beamtenstelle soll die Verbeamtung vor dem 50. Geburtstag erfolgen. Zivile Tarifstellen haben keine Altersgrenze.

Was verdient ein Quereinsteiger bei der Bundeswehr?

Als Feldwebel startest du in Besoldungsgruppe A 7 mit rund 3.140 Euro brutto Grundgehalt, als Stabsunteroffizier in A 6 mit rund 3.000 Euro. Dazu kommen Zulagen. Zivile Tarifbeschäftigte werden nach TVöD Bund bezahlt, etwa ab 3.240 Euro in E 6.

Muss ich als ziviler Mitarbeiter in den Auslandseinsatz?

In der Regel nicht. Die Bereitschaft zu Auslandseinsätzen ist eine Voraussetzung für Soldatinnen und Soldaten, nicht für zivile Beschäftigte. Ob eine zivile Stelle Dienstreisen oder Aufgaben im Ausland umfasst, steht in der jeweiligen Ausschreibung.

Wie lange muss ich mich als Soldat verpflichten?

Das hängt von Laufbahn und Bereich ab. In der Feldwebellaufbahn sind es laut Ausschreibungen im Fachdienst 3 bis 16 Jahre, im Truppendienst 8 bis 15 Jahre. Im neuen Wehrdienst beginnt die Verpflichtung bei sechs Monaten.

Betrifft mich der neue Wehrdienst als Erwachsener?

Der Fragebogen und die Musterung betreffen junge Männer ab dem Jahrgang 2008. Wer älter ist, bekommt keinen Pflichtfragebogen. Freiwillig bewerben kannst du dich trotzdem, ob zivil oder als Soldatin oder Soldat.

Quellen

Stand 21.10.2026. Angaben ohne Gewähr.

Du willst den Wechsel gut planen?

Im Coaching klärst du, welcher Weg zu dir passt, und entwickelst einen Plan, den du auch bei der Agentur für Arbeit begründen kannst.

Kostenfreies Erstgespräch

Noch unsicher, welcher Beruf passt?

Der Berufe-Finder zeigt dir in sechs Fragen, welche Berufe zu dir passen.

Zum Berufe-Finder Alle Berufe